Der Shaolintempel gilt als die Wiege der Kampfkunst und als Wahrzeichen des Friedens

Ich bin ja gegen Gewalt

Herzlich Willkommen zu unserem heutigen Blogeintrag. Diesesmal wurde der Text nicht von einem Mitglied unseres Vereins verfasst, sondern von einer Schülerin aus dem Shaolinzentrum in Bielefeld.

Unser Trainer Jörg Roth steht in enger Freundschaft zu dieser Schule und Meister Shi Yan Rui. Nun wollen wir aber sofort zu dem Text von Saskia kommen, der aus einem Gespräch mit einem Arbeitskollegen von ihr entstanden ist. Ich glaube, jeder der Kampfkunst übt, hat dieses Gespräch schon unzählige Male geführt. Wir danken Saskia für diese Zeilen und wünschen dir viel Freude beim Lesen:

Ich bin ja gegen Gewalt“, diesen Spruch, bekomme ich fast immer zu Hören wenn ich sage, dass ich Kung Fu trainiere. Welche Vorstellung haben meine Mitmenschen nur von mir und dieser Sportart? Glauben sie, ich laufe durch die Straßen und verprügele, in guter Jackie Chan Manier, jeden der mir in den Weg kommt? Oder das ich, nur weil ich Waffenformen erlerne, gefährlich bin? Wenn ich einen Faustschlag übe, dann tue ich das nicht um jemanden zu verletzen, sondern um meinen Körper zu trainieren. Wenn ich eine Form mit einem Säbel laufe, dann nur um mein Geschick und meine Koordination zu trainieren. Kein Kung Fu Schüler läuft mit einer Waffe durch die Stadt und schlägt damit auf Passanten ein. Und keiner der wirklich Kampfkunst betreibt ist ein Fan von Gewalt. Das Gegenteil ist der Fall. Man erlernt zwar das Kämpfen, doch ist der härteste Gegner immer man selbst. Kung Fu ist eine Schule für Körper, Geist und Seele, kein brutaler Prügelsport.

Unsere Blogschreiberin Saskia zusammen mit unserem Trainer Jörg

Unsere Blogschreiberin Saskia zusammen mit unserem Trainer Jörg

Es gibt sicherlich Menschen die nur den sportlichen Aspekt einer Kampfkunst trainieren, die meisten aber sehen auch den spirituellen Hintergrund. Kung Fu ist mehr als ein Sport, es ist eine ganzheitliche Lebenseinstellung. Der Ursprung dieser Kampfkunst liegt, nach den traditionellen Geschichten, in der Notwendigkeit das sich die Mönche im abgelegenen Kloster gegen wilde Tiere und Räuber verteidigen mussten. Des Weiteren war sie eine Möglichkeit sich zwischen den stundenlangen Meditationen geistig und körperlich wach und achtsam zu halten. Durch das tägliche Training wurden die Mönche ihre Leistungsfähigkeit steigern und somit ihre meist humanitären Aufgaben im Kloster und der Umgebung besser gerecht werden.Heutzutage wird Kampfkunst aus ähnlichen Gründen betrieben. Der Körper wird Trainiert und der Verstand bleibt wach und im Jetzt verankert. Der Weg des Kung Fu sollte niemals beschritten werden, um Streit zu sähen oder weil man mit Gewalt sympathisiert.
Du bist gegen Gewalt? Ich auch! Beste Grüße
Saskia Klein-Günnewyck

Die bunt gemischte Gruppe der Shaolinwoche des Shaolin Kulturzentrums Bielefeld.

Die bunt gemischte Gruppe der Shaolinwoche des Shaolin Kulturzentrums Bielefeld.

Und schon sind wir wieder am Ende unsere Eintrages. Wie immer freuen wir uns über deinen Kommentar zu diesem Thema. Welche Antworten bekommst du, wenn du jemanden von deinem Sport erzählst? Vielen Dank für dein Interesse.

Wir wünschen dir eine wundervolle Woche und alles Gute,
dein Team von der Tai Chi Akademie Kaiserslautern

  • Sylvana Liethen

    Wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht und toll geschrieben. Ich habe neulich mit Kampfkunstsport angefangen aus denselben Beweggründen. Daher kann ich diesem Blog nur zustimmen. 🙂
    Es ist eine Reise über und zu sich selbst, die nie endet…

    Liebe Grüße
    Sylvana.

  • Steffi Steffi

    Also ich bekomme zu Hören “ und du sagt du magst keine gewald das ich nicht lache übst sprünge und dritte “ darauf antworde ich nur nein ich lerne keine dritte um jemanden eins über zu ziehn sondern um mich fit zu halten um meinen körber zu lehren das er mit solchen formen nicht nur gewalt auslösten kann sondern auch die innere ruhe

  • Angela Neidl

    Noch ein Nachsatz, weil mir grade ein Gespräch mit der Mutter eines unserer Kleinen einfällt. Sie sagte: „Anfangs war ich ja skeptisch, dachte Kampfsport? naja, am Schluß wird da so ein kleiner agressiver Schläger draus“. Sie hat sich das Ganze aber dann angeschaut und der Kleine (2. Klasse) ist jetzt schon ein Jahr dabei. Ging nebenbei noch ins Fußball und dort herrscht wohl ein ziemlich rüder Umgangston, sowohl zwischen den fußballspielenden Kids, als auch zwischen ihnen und dem Trainer und auch zwischen Eltern und Kindern, von „gemeinsam“ gar nicht zu reden.
    Sie hat gesagt: „Soviel an gegenseitiger Hilfe, gemeinsam trainieren, Rücksichtnahme auf schwächere, Disziplin und „alle sind gleich“(egal welche Herkunft und welches Alter), wie er hier gelernt hat, davon können grade die Fußballer und viele andere nur träumen.“

  • Angela Neidl

    Also erstmal schön geschrieben und genau so ist es. Kung Fu ist eine Lebenseinstellung. Angefangen um meinen Körper wieder fit zu machen, aber mittlerweile bewegt sich mehr bis einschl. meines Essverhaltens. Das verinnerlichen aber bei weitem nicht alle. Wenn man so manche Kampfsportler bzw. Kampfsportschulen anschaut, naja.
    Aber das ist wie überall, ich gehe jetzt mal von unserer Gruppe aus, da funktioniert es wunderbar. Wir haben alle Altersklassen von 7 bis die 5 voraus 😉 Und alle halten zusammen, helfen sich gegenseitig und trainieren MITEINANDER. Und keiner ist darauf aus Gewalt auszuüben, nein Gewalt vermeiden ist das Motto. Liegt aber natürlich auch viel am SIFU, wie der das rüberbringt.
    Zum Thema, wie die Reaktion ist wenn ich erzähle ich mache Kung Fu. Es hat mir noch keiner unterstellt Gewalt zu verherrlichen, liegt aber wahrscheinlich auch an meinem Alter. Es ruft eher immer Verwunderung und Erstaunen hervor. „Was, du machst Kung Fu, bist du da nicht schon zu alt dafür?“ Andere finden es ganz toll, dass ich das mache, manche, vor allem Männer, fragen natürlich schon mal, ob ich sie „flachlegen“ könnte, obwohl sie doch größer und schwerer sind. Aber immer aus dem Kontext der Verteidigung heraus.