Wenn Sitzen Frieden bringt … Meditation in der Tai Chi Akademie

Herzlich Willkommen zu unserem neuen Blogeintrag.
Ein sehr wichtiger Bestandteil der chinesischen Kampfkünste ist die Meditation. Viele Meister beharren auf der Meinung, dass ein Schüler des Kung Fu und Tai chi Chuan niemals die Meisterschaft erlangen wird, wenn er nicht regelmäßig meditiert. In unserem Verein werden die Meditationsübungen, im Rahmen des Qi Gong Unterrichtes gelehrt. Jeden Dienstag um 19 Uhr laden Euch unser SiHing Jörg Roth, zusammen mit Ellen Bold, zur gemeinsamen Übung ein. Treffpunkt für alle Teilnehmer ist um 18.45 Uhr, am Eingang zu unseren Trainingsort in der Triftstrasse 94 / Kaiserslautern.
Wir bitte alle Schüler um schriftliche Anmeldung über das Kontaktformular unserer Webseite.
Im heutigen Blogeintrag wird Jörg auf die dort stattfindenden Meditationsübungen eingehen.

Viel Freude beim Lesen.

Die Buddhahalle des Shui Yu Tempels in China.

Die Buddhahalle des Shui Yu Tempels in China.

Hallo,

Ich möchte euch zu einem Moment der Ruhe einladen. In dem von mir und Ellen Bold geleiteten Meditationskreis geht es natürlich nicht nur um Meditation, aber sie ist ein fester Bestandteil in jedem Treffen der Gruppe.

Alle Teilnehmer können im Untericht 4 Arten der Meditation kennen lernen.

– Sitzmeditation

– Standmeditation

– Gehmeditation

– Qi Gong

In diesem Text möchte ich auf die Sitzmeditation eingehen. Als erstes sollte mit Sagen und Mythen aufgeräumt werden. Meiner Meinung ist es unmöglich durch Meditation und QiGong den Zustand des Schwebens zu erlangen. Die weitverbreiteten Videos von Menschen die mit ihrem Qi Angreifer ohne körperlichen Kontakt abwehren oder Papier anzünden können, sind einfach nur lächerlich. Selbst die alten Meister in China, die ich kennenlernen durfte, lachen sich schief bei solchen Videos und erklären einem dann wie dieser Trick funktioniert. Meist sind eine Art Hypnose oder chemische Reaktionen im Spiel. Leichtgläubige und Praxisferne können damit schnell beeindruckt und hinters Licht geführt werden. Solche Showeffekte wären in meinen Augen auch ein sehr fragwürdiges Ziel, Meditation zu üben. Es sollte darum gehen, sich selbst und anderen Menschen zu helfen. Die Übungen sollen helfen, die eigene Kraft zu spüren, neue Energie zu gewinnen, sich und seinen Geist zu heilen oder einfach nur Ruhe zu finden. Mit Hilfe der Meditation kann man den Kreisverkehr der Gedanken verlassen und in unserer schnellen Welt das Bremspedal betätigen. Wer regelmäßig meditiert erhält die Fähigkeit seinem Unterbewustsein zuzuhören. Es gibt viele weitere, bewiesene, Vorteile, die durch häufiges Meditieren erreicht werden können. Diese sollte jedoch jeder Übende selbst finden, da Meditation etwas sehr Individuelles ist.

Auch in unseren Wäldern kann man wundervolle Plätze zum meditieren finden

Auch in unseren Wäldern kann man wundervolle Plätze zum meditieren finden

Nun zum Sitzen…
Was du benötigst: (Oder genauer gesagt, was es erleichtert, eigentlich braucht man gar nichts)

– einen störungsfreien Raum, in dem ihr euch wohlfühlen könnt.

– eine Decke oder ähnliches

– eine Art Sitzkissen ( Meditationskissen, eine gefaltete Decke, einige Badehandtücher, usw )

– Ruhe

Auf was du beim Sitzen achten solltest:

– Die Sitzunterlage sollte eher fest sein, damit du nicht einsinkst und eine feste Sitzposition aufrechterhalten kannst.

– Der Rücken sollte gerade sein.

– Es geht nicht darum, wie du sitzt, sondern dass du sitzt. Es ist besser, für den Anfang keine spezielle Sitzposition zu erzwingen. Was bringt es schon, wenn du ungeübt deine Beine in einen Lotussitz zwingst und dann vor lauter Schmerzen erst gar nicht dazu kommst, einen Meditationszustand zu erreichen. Ich selbst sitze meist in einem Schneidersitz oder in einem halben Lotussitz. Jeh nach Tagesform. Der Vorteil an einem halben Lotussitz oder dem Lotussitz selbst ist, dass die Knie auf der Erde ruhen, was dem Sitz eine sehr gute Festigkeit gibt.

Unser Trainer Jörg Roth wird unsere neuen Meditationskurse leiten

Unser Trainer Jörg Roth wird unsere neuen Meditationskurse leiten

Eine kleine Anleitung zur Meditation:
In den folgenden Zeilen beschreibe ich den von mir meist genutzten Weg, um eine Meditation zu erreichen. Wie oben angedeutet, ist Meditation aber etwas sehr Individuelles. Es gibt keinen richtigen und keinen falschen Weg. Nur falsche Ziele.

– Smartphone und Computer ausschalten. Wenn du sich dadurch sicherer fühlst, häng ein „Bitte nicht stören“ Schild an die Tür.

– Errichte deinen Dharmasitz ( Meditationskissen und Unterlage ), wenn du magst, kannst du Räucherwerk anzünden, oder duftende Blumen aufstellen.

– Verneige dich vor deinem Meditationsplatz bevor du dich setzt ( Mir selbst helfen kleine Ritualisierungen, um die Meditation schneller zu erreichen )

– Begebe dich in deine Meditationshaltung.

– Nun folgt das Ausrichten des Köpers. Darunter versteht man ca. eine Minute Zeit in der man seinem Körper die Möglichkeit gibt, die korrekte Meditationshaltung zu finden. Zu deutsch: Nimm dir Zeit, eine angenehme und entspannte Haltung zu finden. Überprüft, ob dein Rücken gerade ist, der Nacken aufrecht und entspannt ist. Lass deine Schultern locker hängen und versuche deine Beine so zu positionieren, dass du während des Sitzens Krämpfe vermeiden kannst. Entscheide, ob du mit offenen oder geschlossenen Augen sitzen möchtet.

– Das Ausrichten des Geistes: Hier gibt es die individuellsten Möglichkeiten. Meine ist das bewuste Wahrnehmen des Atems. Das Spüren des Weges den der Atem in den Körper nimmt und wie er wieder ausströmt. Manchmal konzentriere ich mich auch nur auf das Atemgefühl in meinen Nasenflügeln.

– Meditation. Das Ausrichten des Geistes ist schon ein Teil der eigentlichen Meditation. Nun gilt es diese Achtsamkeit auf den Atem beizubehalten und die Gedanken einfach fließen zu lassen.

– Das Beenden der Meditation: Nachdem man die Meditation beendet hat sollte man nicht direkt aufspringen. Bleibe noch eine Minute sitzen. Strecke die Beine aus, massiere die Gelenke ein wenig, oder klopfte wie nach einer Qi Gong Übung deinen Körper ab. Im Shaolintempel in China klopfen die Mönche, neun mal, mit geschlossenem Mund die Zähne aufeinander. Dann lassen sie die Zunge, neun mal in jede Richtung über die Zahnreihen kreisen. Als nächstes wird der Speichel im Mund gesammelt ( fühlt sich ein wenig an als würde man ein Bombon lutschen ) und hernach in 3 Teilen geschluckt. Beendet wird die Übung mit dem Abklopfen des Körpers.

Probleme bei der Meditation:

– Das ständige Auftreten von sorgenvollen Gedanken oder geistigem Geschnatter:Dazu habe ich einmal einen schönen Satz gehört – Lass die Gedanken wie Wolken sein. Lass sie kommen und gehen. Erst wenn du dich ihrer annimmst, verwandeln sie sich zu Sorgen.

– Körperliche Schmerzen: Hier gibt es verschiedene Herangehensweisen. Ich bin immer dafür, Störungen zu beheben. Eine Meditation, bei der man darauf konzertriert ist die schmerzenden Beine oder die volle Blase zu ignorieren, ist nach meiner Meinung verschwendete Zeit. Vielen dieser Störungen geht man aber mit einem achtsamen Ausrichten des Körpers aus dem Weg. Falls es aber vorkommt rege ich dazu an, einfach kurz die Haltung zu korrigieren. Außerdem werden solche Störungen bei häufigerem Üben von alleine immer seltener. Übung macht auch hier den Meister.

Nun wünsche ich dir viel Freude beim Üben.
Alles Gute
Jörg Roth

Das war es mal wieder für heute. Solltest du fragen zu unserem Qi Gongkurs oder der Meditationspraxis selbst haben, hinterlasse uns einfach einen Kommentar oder schreibe uns über das Kontaktformular dieser Seite. Natürlich interessieren uns wie immer auch deine Erfahrungen mit dem Thema.

Nun möchten wir uns für heute Verabschieden und sagen
Tschüss, Bis zum nächsten Mal.

Dein Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern.

  • Steffi Steffi

    Das ist ein wirklich interessanter und hilfreicher blogeintrag wie immer nun weiß ich worauf ich achten muss bei uns im wald lässt es sich toll meditieren und mann hat vorallem eines Ruhe