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	<title>Shaolin Caodong Chan Archives - Tai Chi Akademie Kaiserslautern</title>
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	<description>Verein für Tai Chi Chuan, Kung Fu, Qi Gong und chinesische Kultur</description>
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		<title>Der Tiger ruht vor dem Sprung / Bericht zum Freikampf- und Meditationsseminar</title>
		<link>https://www.tai-chi-akademie.de/der-tiger-ruht-vor-dem-sprung-bericht-zum-freikampf-und-meditationsseminar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frankheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2015 12:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[Und wieder einmal begrüßen wir Dich herzlich zu unserem aktuellen Blogeintrag. Wir möchten Dir heute die Möglichkeit geben, nachträglich an unserem ersten Seminar des Jahres teilhaben zu können! Im Rahmen des Seminars haben wir unseren aktiven Mitgliedern die Gelegenheit geboten, ihre ersten Freikampferfahrungen zu machen. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, eine kleine Einweisung in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Und wieder einmal begrüßen wir Dich herzlich zu unserem aktuellen Blogeintrag.<br />
Wir möchten Dir heute die Möglichkeit geben, nachträglich an unserem ersten Seminar des Jahres teilhaben zu können! <span id="more-3091"></span></p>
<p>Im Rahmen des Seminars haben wir unseren aktiven Mitgliedern die Gelegenheit geboten, ihre ersten Freikampferfahrungen zu machen. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, eine kleine Einweisung in die Lehre des Buddha und die zum Shaolin Caodong Chan gehörende Meditation zu erhalten.<br />
Diese beiden Elemente ergänzten sich auf sehr angenehme Weise, was allen Teilnehmern einen erfüllenden und bereichernden Tag verschaffte.<br />
Unsere Kung Fu Schülerin Samantha hat für Dich einen Bericht über Ihre Erlebnisse verfasst:</p>
<p>Als die Tai-Chi-Akademie eine Einladung an alle Mitglieder zu einem Kampfseminar am 18.01.2015 in der Beilsteinschule Kaiserslautern herausgab, war ich trotz großem Interesse erst einmal skeptisch. Schließlich trainiere ich erst seit 4 Monaten Kung fu und bin damit noch ein blutiger Anfänger. Allerdings ermutigte mich dann doch die Beschreibung „Einführung“ in den Freikampf, und die Vorstellung von Chan-Meditation sowie der damit verbundenen Lebensphilosophie Caodong Chan. Ich war einfach neugierig und so meldete ich mich an.<br />
An dem lang erwarteten Sonntagmorgen um 9 Uhr trafen sich schließlich 13 Teilnehmer sowie Trainer Jörg Roth, die beiden Meister Dirk Hilgert und Markus Lesmeister sowie unser Großmeister Adelino Rondalli in der Turnhalle der Beilsteinschule zum Kampfseminar. Nach dem üblichen Aufwärmprogramm, einigen Dehnungs- und Lockerungsübungen, begann gleich das erste Sparring. Im Vorfeld gab es nur eine kurze Einführung von Markus und Dirk, über die Regeln und Tabus beim Freikampf. Ein klarer Treffer zählte ein Punkt, nach drei erzielten Punkten eines Kämpfers wurde der Kampf beendet. Die Sparringspartner wurden variierend von den beiden Meistern ausgewählt. Alle nicht-involvierten Teilnehmer saßen um den Ring herum und hatten so die Gelegenheit, die anderen bei ihren Kämpfen zu beobachten und zu analysieren. Als mein erster Freikampf bevor stand, war ich wirklich nervös. Zum einen bestand die Überwindung, seinen Gegenüber, einen Freund, zu schlagen bzw. eventuell sogar zu verletzen. Auf der anderen Seite, die eigene Angst, sich weh zu tun oder sich ganz einfach lächerlich zu machen. Besonders letzterer Punkt war definitiv völlig unbegründet 😉</p>
<div id="attachment_3094" style="width: 1510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3094" class="size-full wp-image-3094" src="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2.jpg" alt="Neben dem Sparring wurden im Seminar neue Kampftechniken geübt" width="1500" height="1036" srcset="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2.jpg 1500w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2-150x104.jpg 150w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2-300x207.jpg 300w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2-1024x707.jpg 1024w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-2-624x431.jpg 624w" sizes="(max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /></a><p id="caption-attachment-3094" class="wp-caption-text">Neben dem Sparring wurden im Seminar neue Kampftechniken geübt</p></div>
<p>Auf die 1. Sparring-Runde folgte eine Übung von verschiedenen Schlag- und Kick-Kombinationen, mit dem Ziel, diese auch später in den folgenden Runden einsetzen zu können.<br />
In einem abgeteilten Nebenraum der Turnhalle hatte Jörg bereits im Vorfeld einen Ort für die Meditation hergerichtet. Er erklärte uns die Verhaltensregeln an einem solchen Ort und forderte uns auf, in der Meditation nichts zu erzwingen, uns auf unsere Atmung zu konzentrieren und unseren Körper zu beruhigen. Nach 12 min in vollkommener Ruhe erging es sicherlich nicht nur mir so, dass die Beine und der Rücken von der ungewohnten Haltung schmerzten.</p>
<p>Nach einer kurzen Mittagspause führte Jörg uns in die Grundlagen der Lehre des Buddha ein. Er befragte alle, was sie mit diesem Thema verbinden und welches Vorwissen bestehe. In erster Linie wollte er uns vermitteln, dass es sich bei der Lehre Buddhas nicht um eine Religion oder Philosophie handelte, nicht um das Anbeten eines höheren Wesens, nicht um das stupide Folgen einer vorgefassten Lehre geht. Vielmehr ist es ein Weg, Selbsterkenntnis zu erlangen. Der Weg der Achtsamkeit, der bestritten werden soll, ist ebenfalls der Weg der Rechtschaffenheit und führt zum Wohlbefinden. Interessant fand ich die Parallelen zur Wissenschaft, besonders zu den physikalischen Grundgesetzen. Einige der Teilnehmer standen den Lehren eher skeptisch gegenüber, andere konnten sich sehr gut darin wiederfinden. Es ist definitiv eine interessante und für mich persönlich akzeptablere Lehre als die meisten anderen religiösen Wege, die ich bisher kennenlernte.</p>
<div id="attachment_3095" style="width: 1510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3095" class="size-full wp-image-3095" src="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3.jpg" alt="Wie der Tiger vor dem Sprung sammelten wir Kraft in der Meditation" width="1500" height="674" srcset="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3.jpg 1500w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3-150x67.jpg 150w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3-300x135.jpg 300w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3-1024x460.jpg 1024w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-3-624x280.jpg 624w" sizes="(max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /></a><p id="caption-attachment-3095" class="wp-caption-text">Wie der Tiger vor dem Sprung sammelten wir Kraft in der Meditation</p></div>
<p>Nach der Theorie und einem kurzen Wieder-Aufwärmen ging es dann schon wieder zum Freikampf. Während unsere Meister uns bei der ersten Sparring-Runde „einfach mal machen ließen“, um ein Gefühl für die Kampfsituation zu bekommen, wurden in den nachfolgenden Runden dauernd Tipps und Verbesserungsvorschläge gegeben. Deutlich fiel auf, welche der Teilnehmer bereits Erfahrung im Sparring hatten, und dass selbst eine sehr gute Kenntnis der Formen und eine gute Haltung im wöchentlichen Training nicht besonders viel mit der Anwendung während des Freikampfes zu tun hat. Die vorher geübten Kicks und Schläge sollten nun auch eingesetzt werden. Dies gelang bei den meisten Teilnehmer nur teilweise, oft verfiel man selbst in alte, einfache Verhaltensmuster zurück. Durch diese Erkenntnis wurde mir die Wichtigkeit des Übens, von Ständen und Techniken erstmals bewusst. Nur was wirklich verinnerlicht wurde, ist in einer Kampfsituation hilfreich. Die Routine vereinfacht alle Reaktionen und wirkt beruhigend in einer Stresssituation.<br />
Später wurden noch einige Verteidigungsmaßnahmen geübt. Leider konnten diese aufgrund der vorangeschrittenen Zeit nicht mehr im Sparring ausprobiert werden. Zum Schluss des aktiven Teils folgte ein Zirkeltraining, um alle Teilnehmer nochmal auszupowern.<br />
Der Abschluss des Seminars bildete eine 30-minütige Meditation. Während es mir bei der ersten Meditation noch bedeutend schwerer fiel loszulassen, meine Gedanken ständig um etwas kreisten, sei es das vorherige Training, die Emotionen beim Sparring, die Aufgaben die der Alltag bereit hielt, so war diese zweite Meditation doch deutlich entspannter. Ich konnte meine Gedanken lösen und mich nur auf mich selbst konzentrieren. Vielleicht lag das an dem anstrengenden Tag, der nun hinter uns allen lag, vielleicht auch daran, dass die Meditation sich beim zweiten Versuch nicht mehr ganz so fremdartig anfühlte.<br />
Alle Teilnehmer ließen den Tag bei einem Abendessen, im vietnamesischen Restaurant Saigon in der Innenstadt von Kaiserslautern, ausklingen. Bei einer harmonischen Stimmung und gutem Essen wurde das Seminar noch einmal Revue passieren gelassen.</p>
<div id="attachment_3096" style="width: 1510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3096" class="size-full wp-image-3096" src="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4.jpg" alt="Auf die Ruhe folgte der sprichwörtliche Sturm" width="1500" height="978" srcset="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4.jpg 1500w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4-150x98.jpg 150w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4-300x196.jpg 300w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4-1024x668.jpg 1024w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-09-tai-chi-akademie-freikampf-meditationsseminar-4-624x407.jpg 624w" sizes="(max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /></a><p id="caption-attachment-3096" class="wp-caption-text">Auf die Ruhe folgte der sprichwörtliche Sturm</p></div>
<p>Mein Fazit: Ein sehr lehrreicher, interessanter und auch sehr anstrengender Tag! Ich bin froh darüber, mich trotz anfänglicher Skepsis für dieses Seminar entschieden zu haben. Jeder Teilnehmer konnte für sich selbst erfahren, wie weit er persönlich im Freikampf ist und was vielleicht noch nicht so gut klappt. Viele Erkenntnisse und Eindrücke konnten von jedem selbst gewonnen und mit ins normale Training übernommen werden. Das Seminar fand großen Anklang, viele wünschten sich eine baldige Wiederholung und einen größeren Einfluss von Kampftechniken in das wöchentliche Training. Vielen Dank an unsere Meister und Trainer, dass sie uns diesen Tag ermöglicht haben!<br />
Alles Gute<br />
Samantha</p>
<p>Wir hoffen dieser kleine Bericht hat Dich neugierig gemacht!<br />
Den Text über die Lehre des Buddha, welchen wir an diesem Tag mit den Teilnehmer durchgearbeitet haben, findest du unter diesem Link:</p>
<div class='avia-iframe-wrap'>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="2kz7qajsUv"><p><a href="https://www.tai-chi-akademie.de/die-lehre-vom-buddha/">Die Lehre vom Buddha</a></p></blockquote>
</div>
<p>Unser Verein wird in diesem Jahr auch wieder öffentliche Seminare abhalten. Nun bitten wir Dich, uns mitzuteilen, welche Themen Dich interessieren würden!<br />
Derzeit sind Seminare zur Lehre Buddhas, mit Meister Shi Yan Chang, sowie weitere Kampf- und Formenseminare geplant. Ausserdem möchten wir ein Tai Chi und ein Qi Gong Seminar für Anfänger anbieten.<br />
Nun würden wir uns wie immer über ein paar Zeilen von Dir und das Teilen dieses Blogeintrags freuen.<br />
Eine großartige Woche, wünscht dir<br />
das Team der Tai chi Akademie Kaiserslautern</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Shaolin Tempel, Provinz Henan/China</title>
		<link>https://www.tai-chi-akademie.de/shaolin-tempel-provinz-henanchina/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frankheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2014 12:00:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Tagebuch von Jörg Roth &#8211; 12. April 2013 Der Wecker klingelt um 4.30 Uhr. Das ist wirklich nicht meine Zeit. Ein weiser Mann hat mal zu mir gesagt, der Tagesablauf eines Musikers sollte folgender Maßen sein. Einstellig zu Bett gehen und zweistellig aufstehen! Aber das ist hier wohl nicht möglich, sonst würde ich sogar das erste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tagebuch von Jörg Roth &#8211; 12. April 2013</p>
<p>Der Wecker klingelt um 4.30 Uhr.<br />
Das ist wirklich nicht meine Zeit. Ein weiser Mann hat mal zu mir gesagt, der Tagesablauf eines Musikers sollte folgender Maßen sein.<br />
Einstellig zu Bett gehen und zweistellig aufstehen!<span id="more-2046"></span><br />
Aber das ist hier wohl nicht möglich, sonst würde ich sogar das erste Training verschlafen.<br />
Also raus aus den Federn und die geplagten Beine davon überzeugen, dass sie auch am 5. Trainingstag noch meine 72 Kilo zu tragen haben. Jedoch habe ich mittlerweile das Gefühl, dass meine Beine selbst 72 Kilo wiegen.<br />
Kurze Zeit später treffe ich Adele im Gang unseres Gästehauses. Sie sieht fitter aus als ich, verdammt!<br />
Naja, was soll´s!  Es wird schon langsam knapp, also sputen wir uns den Berg hinunter zum Tempel.<br />
Wir kommen dieses mal wirklich knapp, gegen 5 vor 5 Uhr an der Zeremoniehalle an und ziehen fast im gehen unsere braunen Leihenroben an. Ein freundlicher Mönch zeigt uns unsere Plätze und schon beginnt der erste Glockenschlag.<br />
Der Innenraum der Buddhahalle ist mit Kerzen beleuchtet, was den darin befindlichen Statuen der Buddhas und Bodhisattvas etwas wirklich magisches verleiht. Zusammen mit den dumpfen, basslastigen Schlägen des riesigen Holzfisches, den Glocken, Rahmentrommeln, der ca. 50 cm hohen und fast 80 cm breiten Klangschale sowie den Stimmen der Mönche wird ein unbeschreibliches Gefühl im Herzen geweckt. Das Gefühl von wirklichem inneren Frieden.<br />
Ich könnte Stunden hier sitzen und zuhören. Einige der Lieder kenne ich aus dem Tempel in Berlin, aber viele unterscheiden sich oder haben komplett andere Melodien.<br />
Nach einer dreiviertel Stunde kleiner Wunder, gehen wir zurück zu unserer Unterkunft auf dem gegenüberliegenden Hügel des Tempels und nach einer heißen Dusche gehe ich in den Frühstücksraum. Dort gibt es wie fast jeden Morgen, Eier, gebratenes Gemüse und eine Art Dampfnudel als Brötchen. Ich finde die Dinger unglaublich lecker und werde sie wohl in Deutschland vermissen.<br />
Dann ist es auch schon 8 Uhr vorbei und wir laufen den wohl bekannten Weg zum Seiteneingang des Tempels hinunter.<br />
Dort herrscht schon wieder reger Tourie-Betrieb, obwohl die mittleren Hallen erst um 9 Uhr für die Besucher geöffnet werden.<br />
Im Training stelle ich langsam fest, dass der Tempelhügel, den wir zum aufwärmen rauf und runter laufen müssen, mit jedem Tag steiler zu werden scheint. Außerdem, macht mir meine Zerrung sehr zu schaffen.<br />
Aber Augen zu und durch, nach einer halben Stunde aufwärmen und dehnen, beginnen wir wieder mit den alltäglichen Grundtechniken. Hierbei habe ich es heute sogar geschafft, dass unser Meister kurz ungehalten wurde, was durch einen scharfen Blick und eine fordernde Handgeste in Erscheinung trat.</p>
<p><span style="line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;">Aber verdammt noch mal, 2 Minuten in der Brücke stehen und dabei nicht zusammenbrechen ist nun mal für jemanden, der so beweglich ist wie ein Kantholz, echt anstrengend. Als mir die Arme eingebrochen sind und ich mit dem Kopf voraus wie ein Sack zu Boden gegangen bin, hatte ich nicht mal die Zeit mich zu sortieren, als schon das ungehaltene Zischen neben mir zu hören war.</span></p>
<p>Also eins ist sicher, Fußballer hätten hier im Temple keinen Spaß, ein ewiges hin und her rollen und jammern während dem Spiel würde hier eher belächelt als mit Mitleid belohnt.<br />
Anschließend beginnt das Formtraining und um 11 Uhr sind schon zwei Herausforderungen gemeistert. Aufstehen und das erste Training.<br />
Wir gehen also in den öffentlichen Essbereich des Tempels und schauen was es heute leckeres gibt.<br />
Dort wird mir wieder eins klar. Chinesisch ist eine merkwürdige Sprache und ohne Adele und ihre Kenntnisse darin, wäre ich hier wie ein Fisch auf dem trockenen.<br />
Als wir uns eine Suppe bestellen, bekommen wir auf einmal eine Dose Zucker auf den Tisch gestellt. Warum?<br />
Ganz einfach das Wort für Suppe ist TANG und das Wort für Zucker auch, aber mit einer anderen Betonung auf dem A. Echt klasse.</p>
<div id="attachment_2047" style="width: 1210px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2047" class="size-full wp-image-2047" alt="Nach dem Mittagessen kann man auf den Stufen der Dharmahalle am besten Sonne tanken." src="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Ausruhen-auf-den-Stufen-des-Shaolin-Tempels.jpg" width="1200" height="675" srcset="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Ausruhen-auf-den-Stufen-des-Shaolin-Tempels.jpg 1200w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Ausruhen-auf-den-Stufen-des-Shaolin-Tempels-150x84.jpg 150w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Ausruhen-auf-den-Stufen-des-Shaolin-Tempels-300x168.jpg 300w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Ausruhen-auf-den-Stufen-des-Shaolin-Tempels-1024x576.jpg 1024w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Ausruhen-auf-den-Stufen-des-Shaolin-Tempels-624x351.jpg 624w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><p id="caption-attachment-2047" class="wp-caption-text">Nach dem Mittagessen kann man auf den Stufen der Dharmahalle am besten Sonne tanken.</p></div>
<p><span style="line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;">Nachdem Essen nutzen wir die freie Zeit bis 14 Uhr und legen uns auf dem Stufen der Dharmahalle in die Sonne. Es ist heute verdammt warm geworden und mir graust es fast vor dem Training.</span><br />
Und dann beginnt es auch schon:<br />
Der Tempelhügel ist in der Mittagshitze bei ca 30 Grad, wirklich ein erstzunehmender Gegner, zusammen mit meinem Muskelkater und der Verletzung wird er heute zu meinem erklärten Erzfeind.<br />
Ziemlich kläglich jammernd überlebe ich aber auch dieses mal das Aufwärmtraining und darf endlich wieder mit meiner geliebten Hellebarde tanzen, auch wenn ich langsam das Gefühl habe, dass sie die 7 Kg lange hinter sich gelassen hat und mittlerweile mindestens 10 Kg wiegt.<br />
Spannend finde ich aber, dass ich mir anscheinend eine sehr exotische Kampfform herausgesucht habe, denn der ganze Tempel besitzt nur ein Exemplar dieser wundervollen Waffe und sehr viele der Mönche finden es sehr spannend, dass ein Typ wie ich die Guan Dao lernt. An mein Erscheinungsbild haben sie sich ja langsam schon gewöhnt, aber dieses Metallmonster ist immer noch eine Sensation.</p>
<div id="attachment_2048" style="width: 1210px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2048" class="size-full wp-image-2048" alt="Die Trainingshalle des Shaolin Tempels in China, ist in sehr schlechtem Zustand, aber man fühlt sich wie beim Underdog Training in den alten Rocky-Filmen, was unglaublich Motivation spendet." src="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/In-der-Trainingshalle-des-Shaolintempel-China.jpg" width="1200" height="900" srcset="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/In-der-Trainingshalle-des-Shaolintempel-China.jpg 1200w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/In-der-Trainingshalle-des-Shaolintempel-China-150x112.jpg 150w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/In-der-Trainingshalle-des-Shaolintempel-China-300x225.jpg 300w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/In-der-Trainingshalle-des-Shaolintempel-China-1024x768.jpg 1024w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/In-der-Trainingshalle-des-Shaolintempel-China-624x468.jpg 624w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><p id="caption-attachment-2048" class="wp-caption-text">Die Trainingshalle des Shaolin Tempels in China, ist in sehr schlechtem Zustand, aber man fühlt sich wie beim Underdog Training in den alten Rocky-Filmen, was unglaublich Motivation spendet.</p></div>
<p><span style="line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;">Nach dem Training geht unser Meister mit uns zum neben dem Tempel gelegenen Shaolin-Kultur-Zentrum für Touristen. Es ist hier wie Disneyland, aber ich bin wirklich froh, dass diese Tourieunterhaltung hier angeboten wird und nicht nebenan im echten Tempel.</span><br />
Wir sind aber hierher gekommen, da uns unser Meister Da Zhi eine Shaolin Show für die Touristen zeigen möchte. Im Tempel selbst gibt es so etwas nicht und die hier auftretenden Jungs, sind auch keine Mönche sondern Schüler der angrenzenden WU Shu Schule.<br />
Dank Da Zhi müssen wir uns nicht anstellen sondern kommen mal wieder durch den Seiteneingang rein und somit haben wir noch bevor die Schlange der Besucher eintritt, die besten Plätze für die Show. Vitamin B ist eben schon was tolles.<br />
Was man von der Show nicht behaupten kann, gezeigt wird der Standart einer Shaolin WuSHU Akrobatikshow ausgeführt von mittelmäßigen Sportlern. Zu deutsch, das war die schlechteste Kung Fu Show die ich je gesehen hab.<br />
Da Zhi und Adele sind der gleichen Meinung. Aber was soll´s. Irgendwie ist es auch aufbauend, dass die Jungs nicht wirklich besser waren als wir selbst, aber als die ganz tollen dargestellt, die Masse begeistern konnten. Das spornt doch an.</p>
<div id="attachment_2049" style="width: 1210px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2049" class="size-full wp-image-2049" alt="Besonders Abends ist dies ein Wundervoller Ort zum ausspannen. In den Häuser rings um werden über Tag Souvenirs an die Touristen verkauft. Abends ist hier niemand mehr" src="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Eingangstor-zum-Shaolin-Tempel-Bezirk.jpg" width="1200" height="762" srcset="https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Eingangstor-zum-Shaolin-Tempel-Bezirk.jpg 1200w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Eingangstor-zum-Shaolin-Tempel-Bezirk-150x95.jpg 150w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Eingangstor-zum-Shaolin-Tempel-Bezirk-300x190.jpg 300w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Eingangstor-zum-Shaolin-Tempel-Bezirk-1024x650.jpg 1024w, https://www.tai-chi-akademie.de/wp-content/uploads/2014/02/Eingangstor-zum-Shaolin-Tempel-Bezirk-624x396.jpg 624w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><p id="caption-attachment-2049" class="wp-caption-text">Besonders Abends ist dies ein Wundervoller Ort zum ausspannen. In den Häuser rings um werden über Tag Souvenirs an die Touristen verkauft. Abends ist hier niemand mehr</p></div>
<p><span style="line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;">Nun ist es fast 19 Uhr vorbei und wir beenden den Abend mit Qi Gong im Sonnenuntergang und scharf gebratenen Maiskolben.</span><br />
Um 21 Uhr liege ich ziemlich platt im Bett und schreibe diesen Text.<br />
Ich bin gespannt was der morgige Tag so an Überraschungen für uns bereit hält.<br />
Jörg Roth</p>
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