Tai Chi Chuan

2013-01-07 Tai-Chi Akademie - Training IMG_7796.CR2

Die Polarität kennen

Das Tao erzeugte die Eins.

Die Eins erzeugte die Zwei.

Die Zwei erzeugte die Drei.

Die Drei erzeugte alle Dinge.

(42. Kap.Tao-te-King)

 

Tai … – das Allerhöchste (Firstbalken)

Chi – Einheit vor Trennung von Yin und Yang, bestes Ende/Anfang  

Chuan – Faust, Weg, Form

 

Tai Chi Chuan

wurzelt in der Philosophie des Taoismus. Als praktische Anwendungen dieser Theorien bildeten sich verschiedene Kampf- und Heilkünste, z.B. Tai Chi Chuan, Qi Gong, Akupunktur, Tuina, Kalligraphie etc. im alten China.

Tai Chi Chuan gehört zu den Inneren Kampfkünsten:

Tai Chi Chuan ist eine Innere Kampfkunst. Sie wurde im Kampf Mann gegen Mann unter Beachtung natürlicher und gesundheitsfördernder Bewegungen, entwickelt.

Tai Chi Chuan Yang, die Form nach der Familie Yang benannt, verfügt über 108 einzelne Bewegungselemente, je nach Art der Zählweise auch mehr. Die Stile des Tai Chi Chuan haben alle ihren Ursprung in dem Chen-Stil. In dieser Kampfkunst werden die Bewegungen sanft-fließend-explosionsartig unter Beachtung der entsprechenden Atmung ausgeführt. Die Bewegungs- und Atemtechniken dienen außer dem Kampf auch in hohem Maße der geistigen und körperlichen Übung zur Kultivierung von Körper und Geist.

Tai Chi Chuan dient der Gesundheit:

Die „sanften“ fließenden Tai Chi Chuan Bewegungen trainieren den Körper und den Geist. Blockaden werden abgebaut. Die Flexibilität der Körpergelenke und die Dehnfähigkeit der Muskulatur werden insgesamt verbessert und/oder bewahrt. Tai Chi Chuan ist imstande die Gesundheit zu erhalten und die Heilung zu fördern. Mittlerweile hat sich auch die westliche Schulmedizin von den vielen positiven Wirkungen auf Körper und Geist des Menschen überzeugt. Sehr gut lässt sich Tai Chi Chuan zur Verbesserung und Behandlung bei Herz-, Kreislaufbeschwerden anwenden.

Tai Chi Chuan ist das „Allerhöchste“:

In der chinesischen Philosophie und Elementenlehre ist Tai Chi Chuan der Ursprung aller Dinge und wird das >Erhabene Letzte< genannt. Tai Chi ist die Mutter von Yin und Yang. Der Taoismus betrachtet den Wandel der Natur als Ausdruck der inneren Gesetzmäßigkeiten der Natur …“Unaufhörlich, immer kreisend, vermag es die Mutter der Welt zu sein. Ich kenne seinen Namen nicht, benenne es mit Tao…“(25. Kap.Tao-te-King). Das Tao erzeugt die „Die Eins“.

Der Wandel („Die Eins“)  erschafft das Yin und das Yang, „Die Zwei“. Der Himmel ist Yang und die Erde ist Yin. Yin und Yang sind die entgegengesetzten Kräfte in dem polaren Spannungsfeld. Aus dem polaren Spannungsfeld zwischen den komplementären Kräften Yin und Yang entsteht das Ch’i (Lebensenergie, Atem, Hauch, Äther oder Masse-Energie). Entsteht eine Bewegung beginnt gleichzeitig eine komplementäre Bewegung. Wenn sich etwas nach oben bewegt, geht etwas anderes nach unten. Wenn die Bewegung ihr Äußeres erreicht hat, kehrt sie zurück zur Stille.

Wenn die Stille ihr Äußeres erreicht hat, kehrt sie zurück zur Bewegung. Bewegung und Stille wechseln sich ab und erzeugen einander. Verschmelzen Yin und Yang wandeln sie sich um in Feuer, Wasser, Holz, Metall und Erde „Die Drei“ erzeugt alle Dinge. Alle Dinge produzieren und reproduzieren sich und gehen nie zu Ende.

Nichts verschwindet oder geht verloren, es verändert nur seine Form.

 

In Tai Chi Chuan harmonisieren die bipolaren Kräfte von Yin und Yang

Tai Chi Chuan lässt sich nicht durch Worte vermitteln, es muss erfahren werden.

 

Geschichte und Legenden des Tai Chi Chuan

Tai Chi sowie Tai Chi Chuan bedeutet übersetzt >höchst<, >absolut<, >Erhabene Letzte<.

Es wird im I Ging dem Buch der Wandlungen beschrieben (Zhou-Dynastie (1100-770 v. Chr.).

 

Die historischen Ansichten über den Ursprung des Tai Chi Chuan sind sehr unterschiedlich.

 

Im 18. Jahrhundert schrieb Wang Zongyue, ein Kampfkunstmeister, ein Buch mit dem Titel „Über das Tai Chi Chuan“. Er versuchte die Kampfkunst Tai Chi Chuan mit den philosophischen Prinzipien von Yin und Yang zu erklären. Wang Zongyue soll, so heisst es in einer „alten Schrift“, Tai Chi Chuan an Jiang Fa und dieser an Chen Changxing weitergegeben haben. Anhänger dieser Theorie glauben Wan Zongyue habe die Erfahrungen seiner Vorgänger ausgewertet und daraus das Tai Chi Chuan entwickelt.

Weiter heisst es:

Tai Chi Chuan sei Ende der Ming-Dynastie (1368-1644) von Chen Wangting begründet worden, diese These vertreten die Forscher der Kampfkunstgeschichte. Chen Wangting war ein „Meister des Faustkampfes im Chen Stil und Begründer des Schwert- und Speerkampfes“.
Einer Legende nach habe der taoistische Mönch Chang San-Feng in den Wudang-Bergen (Ende Song-Dynastie 960-1279) die Prinzipien der inneren Kampfkünste entdeckt und daraus das Tai Chi Chuan geschaffen. Von dort aus wurden die Kampfkünste über Jahrhunderte verbreitet und weiterentwickelt.

 

Die verschiedenen Stile des Tai Chi Chuan:

  • Chen-Stil (1644)
  • Yang Stil (1800)
  • Wu Stil    (1812)
  • Sun-Stil   (1861)

 

Der Yang-Stil ist der verbreiteste Stil, benannt nach der Familie Yeung (Yang) aus der Provinz Hobei in China.

Der Chen Stil wurde ursprünglich über 12 Generationen im innersten Familienkreis der Chen-Familie weitergegeben. Im 19. Jahrhundert lernte Yang Lu Chan (1800-1873) die Tradition und Geheimnisse des Chen-Stiles von Tai Chi Chuan-Meister Chen Changxing (1771-1853) und entwickelte diesen Stil weiter. Er schuf die Kombination von äußerer und innerer Kampfkunst und verschmolz aus beiden Richtungen die effektivsten Techniken. Yang Luchan ging nach Beijing und lehrte dort Angehörigen der Oberschicht die Kampfkunst Tai Chi Chuan.

Yang Luchan vereinfachte die Bewegungen und verbreitete das Tai Chi Chuan auch im einfachen Volk, allerdings nur unter dem Aspekt der Gesundheit. Yang Chen Fu (1883-1936) der Enkel von Yang Lu Chan, der Unbesiegbare genannt, formte die lange Yang-Form (Langes Lied) mit 85 Folgen aus den älteren Tai Chi Chuan-Formen. Die tiefen Stellungen und die Halbschritte der alten Tai Chi Chuan-Form mit ihren 108 Abfolgen nach Meister Yang-Ban-Hou und die zahlreichen Wechsel zwischen schnellen Sprüngen und langsamen explosiven Stellungen wurden herausgenommen.

Yang Chen Fu formulierte die „10 Prinzipien“ des Tai Chi Chuan. Sein Sohn Yang Sau Chung (1910-1985) verfasste die 13 Prinzipien des Tai Chi Chuan. Er reiste durch ganz China und half seinem Vater bei der Verbreitung des Yang Stils.

Im Jahre 1956 wurde die Pekingform mit 24 Bildern aus der klassischen Tai Chi Chuan Form (Yang-Stil) im Auftrag des Nationalsportkomitees der Volksrepublik China von Chen Mang Ching zusammengestellt. Viele Bewegungselemente aus den Tai Chi Chuan Formen des Yang-Stils wurden gestrichen und/oder vereinfacht.

Inzwischen sind verschiedene andere Zusammenstellungen wie z.B. die 48iger oder die 16er Form populär gemacht worden.

Tai Chi Chuan wurde in der Volksrepublik China als Disziplin in den nationalen Wushu-Wettkampf aufgenommen. 1990 in Beijing war Tai Chi Chuan offizielle Disziplin (11. Asien-Spielen).

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