Die Fröhlichen Teilnehmer und Shi Yan Rui im Shaolinzentrum-Saar in St.Ingbert.

Shaolin-Säbel-Seminar mit Shi Yan Rui

Und wieder ist es Blogzeit, schön das du dir wieder die Zeit nimmst um unsere neuesten Erlebnisse zu Teilen. Heute haben wir wieder eine kleine Geschichte zusammengefasst. Sie wird dir von einem Seminar und von einem sehr beeindruckenden Meister erzählen.

Shi Yan Rui, der Leiter des Shaolin Kulturzentrums in Bielefeld war zu Gast im Shaolin-Kulturzentrum-Saar. Mit dieser Schule verbindet uns seid einer gemeinsamen Seminarwoche die gut gepflegte Freundschaft, zwischen dem dortigen Leiter und Meister, Horst Lauck und unserem Trainer Jörg Roth. Als der Gemeinsame Freund und Lehrer Shi Yan Rui dort ein Shaolin-Säbel-Seminar anbot, war unser Trainer sofort mit von der Partie. Ausserdem konnte er 2 weitere Schüler mitbringen. Diese beiden waren Joshua und Seraina. Nach einigen Tagen Abstand von dem erlebten, möchte dir nun Seraina einen Bericht zu diesem anstrengenden aber sehr lehrreichen Tag anbieten.

Hallo hier ist Seraina von der Tai Chi Akademie Kaiserslautern,
Hättest du Lust auf ein Säbelseminar mit Meister Shi Yan Rui, vom Shaolinkultur-Zentrum- Bielefeld?“ – Ich war etwas verdutzt, als mein Trainer Jörg mich dies fragte. Bisher hatte ich noch keine Erfahrung mit dem Säbel, beziehungsweise mein Fokus lag bisher nur auf den Faustformen. Doch ich sagte zu. Die Motivation eine Form zu erlernen war einfach zu verlockend. So saß ich am Sonntag Morgen, zusammen mit Joshua aus unserem Verein, im Auto unseres Trainers, auf dem Weg zum Shaolin-Kulturzentrum-Saar in St. Ingbert. Als wir ankamen, wurden wir herzlich von den Meistern Shi Yan Rui, Meister Horst Lauck sowie dessen Schülern begrüßt. Die Begrüßung lief etwas anders ab als gewohnt. Auf die zum Standart gewordene, höfliche Verbeugung, folgte eine feste Umarmung. Von diesem Moment an waren wir komplett integriert und in der Gruppe aufgenommen.

Unsere gemischte Gruppe beim Training. Wir danken Meister Horst Lauck das wir teilnehmen konnten.

Unsere gemischte Gruppe beim Training. Wir danken Meister Horst Lauck das wir teilnehmen konnten.

Dann ging es ging auch schon los. Jörg und Joshua wurden von Shi Yan Rui direkt die ersten Reihen gestellt. Ich konnte mich etwas nach hinten verkrümeln, um mehr Überblick über den Ablauf der Übungen zu erhalten. Bei den meisten sah das Drehen des Säbels so leicht und schwungvoll aus. Sie hatten scheinbar schon Erfahrung mit dem Umgang dieser schönen Waffe. Wie alles im Kung fu, oder im ganzen Leben, braucht der Umgang mit dem Säbel eben viel Zeit und Übung. Nachdem einige Bewegungen gezeigt, geübt und verstanden wurden, demonstrierte uns Meister Shi Yan Rui auch schon den Anfang der Säbelform. Ich weiß nicht, ob es anderen da ähnlich geht, aber ich frage mich jedes mal wie ich solche Perfektion mit meinem Körper umsetzen soll und ob es überhaupt möglich ist, wenn man nicht von Kindesalter an Kung fu trainiert hat. Umso mehr freut es mich wenn es hernach, trotz aller Widrigkeiten, doch klappt.

Wegen ein paar logistischen Hürden aufgrund der Menge der Schüler und dem gegebenen Platz wurden wir immer wieder in kleine Gruppen aufgeteilt. Dies hatte aber einen sehr hilfreichen Nebeneffekt. Man konnte mal verschnaufen oder bei den anderen zuschauen und die Form im Kopf durchgehen. Des weiteren wurde Shi Yan Rui hierbei sehr viel Zeit investiert, um jeden Schüler zu korrigieren. Noch nie zuvor habe ich einen chinesischen Meister erlebt, der sich so viel Mühe beim unterrichten gibt und mit unerschöpflicher Geduld anleitet. Nach vielen Wiederholungen, Korrekturen durch den Meister und Verbesserung der ganzen Gruppe meldete sich irgendwann der Hunger. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Jörg, Joshua und ich verabschieden uns in der einstündigen Mittagspause und gemeinsam etwas essen zu gehen. Die Kräftigung und der Moment Ruhe für Körper und Geist taten wirklich wohl, denn das neu gelernte und die viele neuen Eindrücke verlangten danach, sich setzten zu können. Nach der Pause ging es direkt weiter. Die erwartete Schwerfälligkeit und Müdigkeit vom Essen blieb, zum Glück, aus. Ich war mal wieder verblüfft, was man so alles ausschalten kann, wenn man sich wirklich auf eine Sache konzentriert. Dies galt besonders für einige Bewegungsabläufe in der Form. Bisher fielen mir hohe Sprünge immer schwer. Weder erreichte ich eine für mich zufriedenstellende Höhe, noch konnte ich die Sprungtechnik ausdauernd üben, da ich sehr schnell müde und kraftlos wurde. Hier war das anders, da mein Fokus auf der Waffe lag, dachte ich nicht darüber über die Sprungkoordination nach, weshalb mir erst spät auffiel, dass ich plötzlich hohe und saubere Sprünge meisterte. Warscheinlich war dies auch einer der Gründe, weshalb unser Trainer mich dabei haben wollte. Ich konnte mir mal wieder beweisen, dass die Grenze nicht meine körperlichen Fähigkeiten sind, sondern nur durch mein Denken erbaut werden. … Wieder eine wichtige Erkenntnis, die ich nebst der Form mit nach Hause nehmen konnte.

Das herzliche Lachen von Shi Yan Rui und sein lockerer Umgang mit den Schülern machten den Tag unvergesslich.

Das herzliche Lachen von Shi Yan Rui und sein lockerer Umgang mit den Schülern machten den Tag unvergesslich.

Auch der Nachmittag verging wie im Flug, ständig erlernten wir neue Sequenzen, und übten diese in der ganzen Gruppe. Nach jedem neu erlernten Ablauf, beharrte Shi Yan Rui darauf immer 4 Personen alleine üben zu lassen und unermüdlich zu korrigieren. Diese herzliche Mühe des Meisters spornte uns an, selbst in den kurzen Trinkpausen weiterzuüben oder sich mit den anderen Schülern über die Dao-Form auszutauschen. Gegen 16 Uhr machte sich aber doch die Erschöpfung bemerkbar. Man konnte es jedem Teilnehmer im Gesicht ablesen. Die Köpfe waren überfüllt mit neuen Eindrücken, die Beine übersäuert und die Arme schwer wie Blei. Immer öffter hörte man Shi Yan Rui ein munteres -etwas tiefer Stehen- sagen oder bekam von ihm ein wissendes auf die Schulterklopfen, beim vorbei gehen. Dann war es geschafft. Die komplette Shaolin-Dao war erlernt. Naja, erlernen müssen wir sie wohl alle zu Hause. Was aber dank der Freundlichkeit des Meisters auch leichter fallen dürfte als bei allen anderen Seminaren zuvor. Wir durften nämlich ein Video von ihm machen. Er lief also in einem moderaten aber fließenden Tempo durch die kompletten Anwendungen und wir durften filmen. Ja, er ist einfach anders als alle anderen chinesischen Meister, mit denen wir bisher gearbeitet hatte. So beenden wir zufrieden den Seminartag. Hernach werden wir noch dazu eingeladen gemeinsam mit der Gruppe, Meister Lauck und Shi Yan Rui, den Abend, beim gemeinsamen essen in einem chinesischen Restaurant, ausklingen zu lassen. Ich bin sehr dankbar, dass ich bei diesem Seminar dabei sein durfte. Ich habe sowohl Formtechnisch als auch menschlich einiges gelernt. Ich durfte selbst die Herzlichkeit von Yan Rui erfahren, von der mir sonst immer unser Trainer Jörg vorgeschwärmt hatte. Ich konnte erleben, wie die Haltung dieses Meisters Menschen dazu beflügelt, über sich hinaus zu wachsen und es ihm in seiner unerschöpflichen Güte gleichzutun. Dafür bin ich ihm Shi Yan Rui von ganzen Herzen Dankbar. Auch möchte ich mich herzlichst bei Meister Lauck dafür bedanken, dass ich an diesem Tag dabei sein durfte und auch ihn als wundervollen Menschen und Meister kennenlernen durfte.
Ich hoffe, ich konnte auch dir einen kleinen Einblick von unserem lehrreichen Seminar im Shaolin-Kulturzentrum-Saar vermitteln. Danke für das Interesse. Vielleicht hast auch du schon an Seminaren dieser Art teilgenommen.

Wie waren deine Erfahrungen?

Viele Grüße und bis zum nächsten mal,
Seraina Fey und das Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern

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