QiGong Kurs

Hallo und Willkommen zu unserem neuen Blogeintrag,
 
seit Ende Februar bieten wir einen neuen, lange angekündigten Kurs, in der Tai Chi Akademie an. Qi Gong im Meditationskreis. Einer unserer Schüler, Maik Schneekönig, möchte heute seine Erfahrungen mit euch teilen. Viel Spaß beim Lesen.
 
Hallo, mein Name ist Maik Schneekönig und bin seid knapp einem halben Jahr Schüler an der Tai Chi Akademie Kaiserslautern. Ich trainiere Tai-Chi, Kung Fu und seit neustem auch QiGong.
Ich war begeistert, als Jörg Roth, vor zwei Monaten erwähnte, er wolle einen QiGong Kurs einführen. Ich wollte mich schon immer der Meditation widmen, konnte mich aber nie richtig dazu durchringen einfach selbst damit zu beginnen.
 
Ich finde, dass das Training in einer Gemeinschaft, unter der Leitung eines Trainers, ohnehin zielführender ist, als es beispielsweise mit Online-Kursen möglich ist. Das QiGong Training findet jeden Dienstag ab 19 Uhr unter der Leitung von Jörg Roth in einem von ihm speziell eingerichteten Raum statt. Der Unterricht besteht derzeit aus folgenden Elementen:
 

  • Ankommen und Einklangphase
  • Lesung einer Zen Geschichte
  • Standmeditation
  • die Übungen der 8 Brokaten (Baduan Jing)
  • Reflektion des Abends

Folgende Grundprizipien des Meditierens werden geübt:
 

  • Beruhigung des Geistes (Die Affen zum Schweigen bringen)
  • Der Umgang mit Ablenkungen (z.B.: Blick in die Ferne)
  • Körperhaltung
  • Körperliche und geistige Entspannung
  • Energieball-Übungen
  • Energiefluss-Übungen
  • Tiefe Ein-Ausatmung
  • Umgekehrte Bauchatmung
Wer regelmäßig Qi Gong übt, öffnet die Tore zu seinem inneren Tempel

Wer regelmäßig Qi Gong übt, öffnet die Tore zu seinem inneren Tempel

Die Standmeditation besteht aus 8 Handhaltungen, die einen in den Händen befindlichen, erdachten, Enenergieball zwischen oberen und unteren Körperregionen (Dantien) bewegen. Es handelt sich hier um eine Energiearbeit, die erst dann 100% wahrgenommen und kontrollierbar wird, wenn man nicht mehr über die Bewegungen nachdenken muss. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten einen ruhigeren Geist zu erreichen und konzentrierte mich zu sehr auf den Energieball. Unbewusst verkrampfte sich hierdurch der ganze Körper darauf, diesen Energiefluss wahrzunehmen.
 
Erst als wir die ersten Übungen der 8 Brokaten erlernten wurde mir bewusst, dass eine ruhige und tiefe Atmung den Energiefluss ganz automatisch anregt. Und zwar so stark, wie ich es mir in meinen tiefsten Träumen nicht vorzustellen vermochte. Viel stärker, als ich es mir hätte träumen lassen. Schon nachdem wir die ersten 3 Übungen der 8 Brokaten erschlossen hatten, führten mich diese Übungen zu einem unglaublich befreienden Gefühl. Nach einigen Wochen haben wir nun alle Übungen erlernt und ich bin begeistert von ihrer Wirkung.
 
Die Übungen „Den Bogen spannen und auf den Adler schießen” und „Die Hände einzeln heben, um die Milz und den Magen zu regulieren” wirkten bei mir besonders intensiv. (Anmerkung der Redaktion: Eine genauere Erklärung der Übungen findest du hier: https://www.tai-chi-akademie.de/die-8-brokate)
 
Die Konzentration auf eine tiefe und entspannte Atmung führten mich zu dem, was ich unter einem leeren Geist verstehe. Bei jedem Ausatmungsprozess wurde mein Kopf etwas ruhiger und die Gedanken verlangsamten sich. Dieser Zustand verhalf mir zu einer entspannten Körperhaltung. Mein Gefühl dazu ist folgendes: Ist der Geist leer, entspannt sich die Muskulatur. Darauf geschieht der Energiefluss einfach, gänzlich ohne etwas forcieren zu müssen. Er fließt mit der Atmung. Es ist ein wundervolles Gefühl. Erst jetzt beginnt der Spruch auf der QiGong Startseite, unserer Webseite, für mich einen Sinn zu ergeben:

Qi ist das chinesische Wort für “Lebensenergie”. Gong bedeutet “Arbeit”. Qi Gong ist folglich die Arbeit mit der/für die Lebensenergie. Es wird zur Stärkung des Geistes, des Körpers und deren Gesundheit eingesetzt.
 

Eine klassische Darstellung der 8 Brokaten Übung, aus dem 12 Jahrhundert

Eine klassische Darstellung der 8 Brokaten Übung, aus dem 12 Jahrhundert

Aber soweit sind die meisten von uns noch lange nicht. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, doch es erfüllt mich mit Freude, daran teilhaben zu dürfen. Die hier geschriebenen Worte beschreiben lediglich Gefühle und Erfahrungen meinerseits. Jeder in der Gruppe wird seine eigenen Erfahrungen haben und entsprechende Übungsregeln für sich aufstellen.
 
Ich kann QiGong von Herzen allen weiterempfehlen, die über sich hinauswachsen möchten und offen für neue Wege sind. Mir hilft es, gelassen in den Morgen zu starten oder einen anstrengenden Tag in Tiefenentspannung ausklingen zu lassen. Es hilft mir auch die Übungen aus dem Tai Chi Chuan und Kung Fu gewissenhafter, lockerer, konzentrierter und vor allem frei von alltäglichen Blockaden zu trainieren.
 
Ich freue mich auf den nächsten Dienstag Abend.
 
Alles Gute
 
Maik Schneekönig
 
So, damit sind wir wieder am Ende unseres Beitrages. Vielen Dank an Maik für die Schilderung seiner Erfahrungen in unserem Qi Gong Training. Wir möchten darauf hinweisen, dass es auch möglich ist, Privatunterricht bei Jörg Roth in Qi Gong und Kung Fu zu buchen. Wenn du Fragen zu Qi Gong, Energiearbeit, dem neuen Qi Gong Kurs oder den Privatstunden hast, hinterlasse uns einen Kommentar oder schicke eine E-Mail.
 
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
 
Alles Gute und bis zum nächsten Mal,
 
Dein Team vom

Tai Chi Akademie Kaiserslautern e.V.

The Bright Side of Life II

Hallo,
hier sind wir wieder und wir haben den 2. Teil unseres Textes über das glücklich Sein im Gepäck. Vielen Dank für die Anregungen, wir sind gespannt welche Nachrichten uns nach diesem Teil erreichen.
Und nun viel Spaß mit

The Bright Side of Life II

 
Hallo schön das du wieder dabei bist. Als letztes hatten wir über positive Beziehungen gesprochen.
Jetzt geht es weiter mit den …

Positive Emotionen

 
Ganz simpel und einfach. Je mehr positive Emotionen wir am Tag erleben, desto glücklicher fühlen wir uns am Abend. Suche Aktivitäten, die dir diese Emotionen verschaffen!
Es gibt da ein wunderschönes Projekt, das du mal ausprobieren kannst!

 

Es nennt sich 365 grateful und ich habe es von einer Australierin übernommen. Sie ist Fotografin und hat das Projekt gestartet, um sich aus einer Phase herauszuarbeiten, in der sie sich sehr niedergeschlagen gefühlt hat. Mit Erfolg! Ich fand es so eine schöne Idee, dass ich es auch ausprobiert habe. Es geht um das Gefühl der Dankbarkeit.

 

Mache jeden Tag ein Foto von etwas, für das du dankbar bist, das du schön findest, das dir Freude bereitet. Sammle diese Fotos in einem Album oder einer Collage und du wirst sehen, wie dein Blick für das Gute Tag für Tag wächst. Und wenn die 365 Tage rum sind oder dein Album voll, dann hast du etwas, in dem du immer wieder herumblättern kannst und ich verspreche, es füllt dich mit Wärme, egal wie schlecht es dir geht. In meinem Album kleben Fotos von Freunden, von Zimt auf dem Café, von einer sonnigen Wiese, von einem Marienkäfer, von aufregenden Aktivitäten, von leckerem Essen, von meinem Zuhause, von Blumen, von meiner Familie, von einem lustigen Graffiti…von großem und kleinem, das mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
 

Flow

 
Flow-Erlebnisse sind solche Momente, in denen du völlig in einer Sache aufgehst. In denen du alles um dich vergisst, Zeit und Raum, und nur in dieser einen Sache vertieft bist. Solche Momente fördern das allgemeine Glückempfinden.
 
In was kannst du so richtig eintauchen, sodass du mit deiner Tätigkeit verschmelzt? Vielleicht ins Musik machen? Ins Schreiben? Ins Kochen?
Ich habe mal eine ganze Nacht an einer Figur modelliert. Ich habe keinen Hunger, keinen Durst und keine Müdigkeit verspürt. Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren. Dann habe ich drei Stunden geschlafen und war am nächsten Morgen vollkommen ausgeruht. Das war die intensivste Flow-Erfahrung, die ich bisher hatte.
Hast du sowas auch schon mal erlebt?

 

Wenn es einem einfach nur gut geht, vergeht die Zeit wie im Fluge. Solche Floherlebnisse kennt jeder von uns.

Wenn es einem einfach nur gut geht, vergeht die Zeit wie im Fluge. Solche Floherlebnisse kennt jeder von uns.

 

Sinnhaftigkeit

 
Hier geht es darum, seinem Tun einen Sinn zu verleihen. Indem man einen Beitrag zu etwas höherem leistet, bekommen die eigenen Handlungen eine Bedeutung und wir sind überzeugt von unserem Tun.

Dieser Punkt ist nicht ganz so leicht umzusetzen, finde ich. Sinn – das ist so schwer greifbar. Aber dennoch haben wir ein Gefühl dafür. Hast du manchmal Momente, in denen du denkst: „Das ist doch völlig sinnlos, was ich hier mache“? Das sind Tätigkeiten, die nicht richtig zufriedenstellen.
In welchen Aktivitäten siehst du Sinn und in welchen vermisst du ihn? Sport? Videospiele? Kinder?

 

Mir geben, unter Anderem, kreative Tätigkeiten, in denen ich etwas erschaffe, das Gefühl von Produktivität und Sinnhaftigkeit. Genauso wenn ich andere Menschen in etwas unterstützen kann, vor allem dann, wenn sie mich nahe stehen.
Wie ist das bei dir?

 

Kung Fu kaiserslautern_Flow 2

Leistung/ Zielerfüllung

 
Das Gefühl etwas Ordentliches geleistet zu haben oder ein bestimmtes Ziel erreicht zu haben, verschafft uns Befriedigung. Und auch hier haben wir die Möglichkeit, selbst einzugreifen.
Kennst du das schöne Gefühl, wenn man sich eine ToDo-Liste geschrieben hat und nach und nach die einzelnen Punkte durchstreicht? Genau darum geht es hier.

 

Ich mag schnelle Erfolge und habe Schwierigkeiten meine Motivation bei langfristigen Projekten aufrecht zu erhalten. Hast du ein gutes Durchhaltevermögen? Wann und warum gibst du Dinge auf? Fühlt sich das gut oder schlecht an?
 
Was mir hilft – erreichbare Zwischenziele stecken. Die Kunst dabei ist, diese Ziele so weit weg zu setzen, dass sie nah genug sind, um erfüllbar zu sein und trotzdem schwer genug, mich herauszufordern. Dann fühle ich mich motiviert und beim Erreichen Stolz.
Finde für dich das richtige Maß und mach dir deine Zielerfüllung möglich

 

Es gibt nichts schöneres als das Gefühl etwas Gutes getan zu haben und nach harter Arbeit mit Freunden zu entspannen.

Es gibt nichts schöneres als das Gefühl etwas Gutes getan zu haben und nach harter Arbeit mit Freunden zu entspannen.

Um nicht völlig den Rahmen zu sprengen, möchte ich hier einen Schnitt setzen. „Glück“ ist ein weites Feld und ich habe nun an ein paar Stellen mit dir gebuddelt. Wenn du Lust bekommen hast, an dir und deinem Glück zu arbeiten, dann nimm dir einen Bereich nach dem anderen vor, probiere dich aus und gib dir Zeit zum Entwickeln.
 
Ich habe mich in vielen Aspekten an den Modellen des Psychologen Martin Seligman orientiert, der auch einige interessante Bücher zum Thema veröffentlicht hat.
Es sind auch einige seiner Vorträge im Internet zu finden, die sehr sehenswert sind.

 

Wer etwas für Ironie übrig hat, der hat vielleicht Spaß an Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“, in der er idiotensichere Strategien beschreibt, das eigene Unglück zu mehren.
Ansonsten erhebt dieser Text keinen Anspruch auf Vollständigkeit und garantiert keine Richtigkeit. Ich habe zu dem Thema recherchiert und mir schon viele Gedanken darüber gemacht, die aber noch immer in der Entwicklung sind. So ist dieser Text ein Zwischenstand. Ich studiere Psychologie, bin aber noch lange nicht fertig mit meiner Ausbildung. So viel zum halbfachfrauischen Hintergrund.

 

Ich hoffe ich habe dir ein paar Denkanstöße geben können und würde mich sehr über Diskussionen und Berichte von deiner Seite freuen! Hast du das Gefühl, ich hätte einen ganz wesentlichen Aspekt außer Acht gelassen? Kommt dir etwas überflüssig vor oder ist dir beim Lesen etwas ganz Neues untergekommen? Hinterlasse einen Kommentar!

 

Reflektiere, was du tust und sei achtsam. Der Rest folgt dann.
Alles Liebe,
Isabell
 
Hier ein paar Links, die z.T. Quellen und z.T. weiterführenden Information beinhalten:
 
http://www.seligmaneurope.com/index
http://positivepsychologie.eu/
http://www.dach-pp.eu/
http://www.annemarie-bitsche.at/medien/24_gluecksfaktoren_seligman.pdf
http://www.amazon.de/Anleitung-zum-Ungl%C3%BCcklichsein-Paul-Watzlawick/dp/3492221009
https://www.ted.com/talks/martin_seligman_on_the_state_of_psychology?language=de

 

So damit sind wir am Ende dieses Blogs angelangt. Wie auch das letzte mal freuen wir uns über Feedback, ein Gefällt mir oder das Teilen des Beitrages.
Vielen Dank an Isabell für den tollen Beitrag.
 
Damit sagen wir Tschüss bis in vierzehn Tagen hier bei der
 
Tai Chi Akademie Kaiserslautern e.V.

Sportverletzungen

Herzlich Willkommen zu unserem Kampfkunst-Blog.

Mit dem heutigen Thema muss sich jeder Kampfkünstler irgendwann, wohl oder übel, auseinandersetzen. Wir sprechen von Sportverletzungen. Die meisten langwierigen Krankheitsverläufe entstehen nicht durch die eigentliche Verletzung, sondern durch Fehler bei der Erstversorgung. Mit diesem Blog möchten wir dir Ratschläge geben, wie du diese vermeiden kannst.
Ein befreundeter Mediziner, Dr. med. Klaus-Peter Neubauer, hat uns einen Text über die Beschaffenheit und Erstversorgung der häufigsten Sportverletzungen erstellt.
Viel Freude beim Lesen.

Dr. med. Klaus-Peter Neubauer

Dr. med. Klaus-Peter Neubauer

Guten Tag,
mein Name ist Dr. med. Klaus-Peter Neubauer. Nach meinem aktiven Berufsleben als Allgemeinmediziner, habe ich mich auf individuelle medizinische Beratung spezialisiert. Im Rahmen dieser Tätigkeit biete ich Antworten auf medizinische Fragen, Psychosomatic, Gesprächsterapie, sowie Angehörigenberatung und vieles mehr an. Mein langjähriger Freund Jörg Roth, von der Tai Chi Akademie Kaiserslautern, bat mich den folgenden Text zu verfassen. Jeder sportlich aktive sollte sich dieses Thema genauer anschauen.

Es geht um Sportverletzungen.

Welche Sportverletzungen (ohne Knochenbrüche) kommen häufig vor?

1. Zerrungen (Distorsionen)
2. Prellungen (Kontusionen)
3. Kombinationen von Zerrung und Prellung

Welche Strukturen sind dabei beteiligt?

a) Sehnen
b) Muskeln
c) Gelenkkapseln
d) Gelenkknorpel (nur bei Prellungen)

Welche Schädigungen treten bei Zerrungen auf?

a) bei Sehnenzerrungen kommt es zur Überdehnung der elastischen Strukturen mit Teilverlust der elastischen Eigenschaften, Mikrofaserrissen, Einlagerung von Gewebsflüssigkeit (Oedem) und Einblutungen (Haematom).
Das führt dann zu lokaler Rötung und Schwellung mit Überwärmung sowie Entzündung und Schmerz.

b) Bei Muskelzerrungen komt es zu ganz ähnlichen Folgen, wobei hier die Struktur der Muskelfasen verändert wird und das Risiko von Einblutungen bei kleinen Muskelfaserrissen höher ist als bei der Sehnenzerrung.

Die übrigen Folgen sind im Wesentlichen vergleichbar.

c) Bei Zerrungen der Gelenkkapseln kommt es zu den gleichen lokalen Folgen wie bei den Sehnenzerrungen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass durch die Zerrungsfolgen die Stabilität des betroffenen Gelenkes und seine Funktion zum Teil erheblich eingeschränkt werden. Darüberhinaus kann es bei Zerrungen der Gelenkkapsel zusätzlich zu beachtlichen Einblutungen in das betroffene Gelenk kommen.

Welche Schädigungen treten bei Prellungen auf?

a) bei Prellungen der Sehnen ergeben sich grundsätzlich die gleichen Schädigungen wie bei der Zerrung. Meist ist hier jedoch die betroffene Region klarer abgegrenzt und die Schwellung durch Einlagerung von Gewebsflüssigkeit stärker ausgeprägt. Auch lokale Einblutungen sind hier meist stärker ausgeprägt und auch äußerlich gut erkennbar.

b) Bei Prellungen der Muskulatur gilt Gleiches.

c) bei Prellung der Glenkkapselzeigen sich alle Symptome der Sehnenprellung und der Zerrung der Gelenkkapsel. Allerdings ist hier zu beachten, dass die Kraftübrtragung bei Gewalteinwirkung auf Gelenkknorpel und Knochenstrukturen nur kurze Wege ohne Polsterung hat. Hierdurch kommt es zu Mikroschädigungen des Gelenkknorpels und Schädigungen der Knochenmarkstruktur ohne Bruch (sog. bone-bruise). Das erklärt zusammen mit der lokal dichteren Versorgung durch sensiblen Nervenenden die wesentlich stärkeren Schmerzen im Vergleich zu den übrigen Prellungen.

. Neubauer erklärt verständlich und unkompliziert, was oft in Arztpraxen zu kurz kommt.

. Neubauer erklärt verständlich und unkompliziert, was oft in Arztpraxen zu kurz kommt.

Wie erkenne ich nun die oben beschriebenen Verletzungsfolgen?

Bei Kenntnis der dargestellten Symptomatik sind die Verletzungsfolgen auch für den Laien dann gut zu erkennen, wenn er mit dem Verletzten redet, die Symptomatik mit ihm bespricht und sich nicht scheut, den Patienten auch anzufassen und die geschädigten Bereiche vorsichtig abzutasten und bei entsprechender Lokalisation auch die betroffene Gelenkfunktion zu überprüfen.

Entsteht dabei der Verdacht auf einen möglichen Knochenbruch, gebietet das dann allerdings Zurückhaltung bei der weiteren Untersuchung.

Wie können Prellungen und Zerrungen selbst behandelt werden?

Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass diese Verletzungen durchaus selbst behandelt werden können, sofern Brüche oder vollständige Bänderrisse ausgeschlossen werden können und keine über das erträgliche Maß hinausgehenden Funktionseinschränkungen bestehen.

Ziel der Behandlung soll immer die Schmerzlinderung und die Wiederherstellung der vollen Funktion sein.

Da die Schädigung wie oben beschrieben meist eine Entzündung mit lokaler Überwärmung hervorruft, ist es immer sinnvoll und wichtig, die geschädigte Region zu kühlen. Kühlung reduziert die Entzündung und damit auch den Schmerz. Neben kalten Umschlägen sind dabei kühlende und schmerzlindernde Salben- oder Gelanwendungen hilfreich. Eine Ergänzung durch orale Schmerzmittel ist dabei möglich. Ibuprofen z.B. wirkt auch in der frei verkäuflichen Dosierung nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend.

Vorsicht ist allerdings bei allen heparinhaltigen Einreibungen geboten! Blutergüsse entstehen durch Zerreißung kleiner Blutgefäße, die sich dann durch Gerinnsel selbst wieder verschließen. Heparin löst Blutgerinnsel auf und produziert dadurch bei frühzeitiger Anwendung nur eine Vergrößerung der Blutung. Also: Heparin frühestens ca. 12 Stunden nach der Verletzung, wenn die kleinen, verstopfenden Gerinnsel bindegewebig durchbaut sind und nicht mehr aufgelöst werden können.

Bei allen Prellungen und Zerrungen, also sogenannten Verstauchungen sind stützende Verbände wichtig und hilfreich. Sie unterstützen die Abheilung und vermindern Schmerzen bei Belastung.

Dabei darf aber auch die Schonung nicht zu kurz kommen. Für die Schonung ist “bewegen ohne zu belasten” sicher ein gutes Motto.

Alles Gute
Dr. Klaus-Peter Neubauer

Die medizinische Beratung findet entweder telefonisch oder im gemütlichen Ambiente der Bibliothek von Dr. Neubauer statt.

Die medizinische Beratung findet entweder telefonisch oder im gemütlichen Ambiente der Bibliothek von Dr. Neubauer statt.

Wir hoffen dieser Text konnte dir helfen, einige Fragen zu beantworten. Wir möchten uns an dieser Stelle rechtherzlich für den Beitrag bei Herrn Dr. med. Neubauer bedanken und möchten noch darauf hinweisen, dass er als unabhängiger medizinischer Berater tätig ist. Er war uns schon sehr oft bei medizinischen Entscheidungen eine grosse Hilfe. Falls du einmal eine solche Beratung benötigen solltest, oder eine ärztliche 2. Meinung brauchen solltest, können wir dir Hern Dr. Neubauer nur wärmstens empfehlen.
Alles über ihn und sein Wirken findest du unter:

http://medizinische-beratung-neubauer.de

Hiermit möchten wir uns für heute verabschieden und sagen bis zum nächsten mal in unserem Kampfkunst-Blog.

Alles Gute
Dein Team des
Tai Chi Akademie Kaiserslautern e.V.

Ernährung nach der chinesischen 5 Elemente Küche

Es ist der 01.02.2016 und wir begrüssen dich zu unserem neusten Blogeintrag.
 
Heute hat uns unser Mitglied, Frau Martina Blauth, einen sehr interessanten Text, über Ernährung nach der chinesischen 5-Elemente-Küche, gestiftet.
An dieser Stelle möchten wir Martina zu Wort kommen lassen, um sich kurz vorzustellen.
 
Hallo und willkommen zu meinem ersten Textbeitrag im Kampfkunstblog.
 
Mein Name ist Martina Blauth, ich bin Heilpraktikerin mit dem Fachgebiet Traditionelle Chinesische Medizin. Mit diesem Artikel zeige ich euch, wie einfach eine gesunde Ernährung sein kann und wie wichtig eine gute Ernährung ist. Sie gibt uns die nötige Energie im mentalen wie auch im physischen Bereich. Sie ist grundlegende Basis für unsere Gesundheit, ebenso wie die Atmung und die Bewegung bei Oi Gong und Tai chi.
 

Gesunde Ernährung ist einfach, wenn man sich an diesen simplen Grundregeln orientiert.

Gesunde Ernährung ist einfach, wenn man sich an diesen simplen Grundregeln orientiert.

Ernährung nach der chinesischen Medizin… Muss ich jetzt chinesisch essen?

 
Was ist chinesische Diätetik und was bringt sie mir?
 
Eines kann ich schon im Voraus sagen: eine Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin hat mit dem chinesischen Essen, das wir aus den Restaurants kennen, nichts zu tun.
 
Ernährung an sich ist ein großer Teil der Basis unserer Gesundheit, was leider im Alltag immer mehr in Vergessenheit gerät. Aber eben genau diese Säule haben wir, neben Bewegung und guter Alltagsgestaltung, selbst in der Hand. Ernähren wir uns gut, ausgewogen, abwechslungsreich, eben gesund, arbeiten wir selbst an unserer Gesundheit. Wir können damit Krankheiten vorbeugen, aber auch so manche akute oder chronische Beschwerden lindern.
 
Für viele Menschen ist es normal, dass sich bei ihnen nach dem Essen ein Völlegefühl einstellt, dass sie sich müde und träge fühlen, auf manche Speisen mit Blähungen oder Verdauungsbeschwerden reagieren. Aber das ist nicht normal. Normal wäre, sich nach dem Essen angenehm gesättigt und gut zu fühlen und voller Energie zu sein.
 
Werden diese „normalen Beschwerden“ immer wieder übergangen und nicht abgestellt, können sie krankhaft werden und dann auch verschlimmern. Z. B kann das Aufstoßen nach immer wieder zu viel und zu süß, zu scharf, zu fett, zu sauer, sich in eine Refluxkrankheit umwandeln. Der Magen muss zu viel Verdauungssäfte produzieren und durch die Magenerweiterung (durch Überfüllen des Magens) kann der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang erschlaffen. Dadurch können Magensäure und Speisebrei vom Magen wieder hinauf in die Speiseröhre gelangen. Dies kann dann zu Entzündungen, Verletzungen oder gar zu Tumoren in der Speiseröhre führen. Weitere Erkrankungen wären neben Gewichtsproblemen Stoffwechsel-, sowie Herz- und Kreislauferkrankungen (Diabetes Mellitus, Bluthochdruck, zu hohe Fettwerte…).
 
Mit einer guten Ernährung kann ich solchen Krankheiten vorbeugen, ich kann aber auch weitere Symptome wie ständiges Frieren, Kopfschmerzen, Migräne, Knochenschmerzen (Arthroseschmerzen) u.v.m. lindern.
 

Ernährung nach der chinesischen Medizin (auch bekannt als „5 Elemente–Küche“)– wie geht das?

 
Das Prinzip ist im Grunde ganz einfach, fast wie „back to the roots“, oder so, wie es die Großmutter früher gemacht hat:
 

  • esse regelmäßig 3 Mahlzeiten am Tag
  • morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler
  • fülle den Magen nicht zu 100 sondern nur zu 85%
  • keinen industriell gefertigten Zucker, keine Fertigprodukte, kein Junk-Food (nur als Ausnahme!)
  • sehr wenig Rohkost
  • regionales, saisonales Obst und Gemüse
  • gutes Getreide
  • morgens warm frühstücken
  • ab 19.00 Uhr nichts mehr essen
  • Hauptgetränk ist warmes – heißes Wasser
  • in den Gerichten befinden sich immer alle 5 Geschmäcker (süß, salzig, sauer, bitter und scharf)

Warum, wieso, weshalb?

 
In der chinesischen Ernährungslehre muss man sich sein Verdauungsorgan als Kochtopf vorstellen, der auf einer Feuerstelle steht. Der Deckel liegt eigentlich daneben.
 
Die Feuerstelle steht für die Verdauungsenergie, das Verdauungsfeuer, das der gesunde Körper inne hat, um alles was im Kochtopf landet, zu verdauen, um es dann in Blut und Qi (Lebensenergie) umzuwandeln.
 

  • Die regelmäßigen Mahlzeiten braucht der Körper, um seinen Verdauungs- und Insulinhaushalt zu führen. Jede Abweichung bedeutet Stress für den Körper und sorgt dafür, dass die Verdauung blockiert wird. Entweder wird die Nahrung gleich ohne verdaut zu werden durchgeschleust und es kommt zu Durchfall mit erkennbaren Nahrungsbestandteilen, oder der Magen produziert zu langsam bzw. zu wenig Verdauungssäfte und es kommt zu Blähungen, Koliken, Aufstoßen,Verstopfung… Außerdem verhindert man durch regelmäßige Mahlzeiten Heißhungerattacken.
    Chinesisch: Stress ist Wind, die Leber mag keinen Wind und wird ärgerlich. Über die Kontrollfunktion der Leber über die Milz lässt sie ihren Ärger an ihr aus, macht sozusagen den Deckel über dem Kochtopf zu. Somit wird das Verdauungsfeuer gebremst, der Milz wird die Kraft genommen.
  • Die Mengenverteilung der Mahlzeiten ist eigentlich altbekannt. Die Verdauungskraft nimmt im Laufe des Tages ab. Außerdem führt viel schweres und / oder spätes Essen zu Verdauungsproblemen und Schlafschwierigkeiten.
    Chinesisch: die Milz (unser Verdauungssystem) geht ab 19.00 Uhr schlafen, die Verdauung ruht. Kommt jetzt etwas Schwerverdauliches, ist die Milz viel zu müde, um dies zu verarbeiten, schließlich hat sie schon längst Feierabend! Die Umwandlung in Qi und Blut kostet sie viel zu viel Energie, sodass sie nur wenige Nährstoffe transformiert und den Rest ablagert => das sind die Schlacken und Fettdepots, die sich dadurch in unserem Körper ansammeln. Durch das Aufwecken der Milz werden auch alle anderen Organe im Körper wach oder aus ihrem Rhythmus gerissen, wie soll man da denn schlafen können?
  • Den Magen nicht zu überfüllen lässt unser Wohlbefinden schon steigern. Es kommt zu keinem unguten Spannungsgefühl im Bauch, man fällt nicht ins „Fresskoma“, man fühlt sich leicht und wohl.
    Chinesisch: die Milz und auch das Verdauungsfeuer werden nicht überfordert, es wird keine unnötige Energie verbraucht und die Milz hat es einfacher, die Nahrung zu transformieren.
  • Zu der Milz gehört der süße Geschmack. Damit ist jedoch die natürliche Süße gemeint, so wie sie in Getreide, Gemüse und Obst steckt und nicht in raffiniertem Zucker. Dieser versteckt sich auch in industriell gefertigten Lebensmitteln, Fertigprodukten, Wurst… Das Problem mit dem raffinierten Zucker ist, dass er für die Milz, bzw. überhaupt für den menschlichen Organismus zu süß, zu viel ist.
    Chinesisch: Zu jedem der 5 Elemente werden 10 (12) Organe bzw. Meridiane zugeordnet. Ebenso gehört zu jedem Element ein bestimmter Geschmack, welcher dann im Körper eine gewisse Aufgabe übernimmt. Natürlich gibt es noch viel mehr Zuordnungen, aber nur diese beiden genannten sind hier gefragt: Zu dem Element Erde z.B. gehören die Organe Milz und Magen, sowie der süße Geschmack. Dieser nährt und befeuchtet. Ein zu wenig führt zu Mangelernährung, zu zu wenig Qi und Blut, ein zu viel führt zu Feuchtigkeit und Schleim, was sich in Gewichtszunahme, Fettdepots, Bildung von Zysten, Tumoren… äußern kann. Die Milz ist damit überfordert, weswegen auch dadurch zu wenig Qi und Blut gebildet wird. Die natürliche Süße ist der Milz wohlgesonnen, aber selbst dies nur im Maße.
  • Rohkost gilt in der TCM als zu kalt und ist deswegen schwerverdaulich. Sie hat eine zu lange Magenverweildauer, es werden viel mehr Verdauungssäfte gebildet.
    Chinesisch: Das Verdauungsfeuer muss mehr leisten als sonst, ebenso die Milz und dadurch wird zu viel unnötige Energie verbraucht und da das Ganze zu mühsam für unsre Milz ist, wird alles, was über das „Normale“ an „Milzarbeit“ geht, im Körper als Feuchtigkeit und Schleim eingelagert. Was aber nicht heißt, dass man ganz auf Rohkost verzichten muss, als kleine Portion zu oder direkt nach einer warmen Mahlzeit ist es absolut machbar, da die Verdauung schon im Gange ist und die Verdauungsenergie schon da ist.
  • Regional und saisonal: was in unserer Region zu einer bestimmten Zeit wächst und geerntet wird, ist für unseren Körper am besten zu verwerten! Die Chinesen achten nicht nur auf den Geschmack der Lebensmittel, sondern auch auf deren Temperaturverhalten. Bananen und Zitrusfrüchte z. B. sind thermisch kühl bis kalt und wachsen in den südlichen Ländern, um die Menschen in dem heißen Klima herunterzukühlen. Die Orangen und Mandarinen in der Winterzeit bei uns sind eigentlich kontraproduktiv, sie fördern eher noch das Frieren anstelle uns zu wärmen. Die bei uns im Winter angebotenen Rüben und Kohlgemüse dagegen, haben die erwünschten nährenden und wärmenden Eigenschaften.
  • Nicht nur Reis und Nudeln sind Getreide, probiere auch Hirse, Dinkel, Polenta, Quinoa, Buchweizen…. Das macht die Gerichte abwechslungsreich und stärkt die Mitte.
  • Ein warmes Frühstück am Morgen regt die Verdauung an, lässt sich am schnellsten in Energie umwandeln, leitet Schlacken aus und vertreibt kalte Hände und Füße.
  • Ab 19.00 Uhr geht unser Verdauungssystem schlafen (s.o.), vermeide so Einschlaf- bzw. Durchschlafstörungen, sowie Verdauungsprobleme.
  • Warmes Wasser unterstützt die Verdauung, hat keine Kalorien und löscht am besten den Durst.
  • Mit allen 5 Geschmäckern in einem Gericht wird nicht nur jedes Organ gut versorgt, sondern auch das Essen schmeckt rund, man hat nicht das Gefühl, da fehlt noch etwas.

Gesunde Ernährung ist einfach, wenn man sich an diesen simplen Grundregeln orientiert.
 
Bis zum nächsten mal
Alles Gute
Martina Blauth
Heilpraktikerin mit dem Fachgebiet Traditionelle Chinesische Medizin
 
Wir hoffen du fandest den Beitrag ebenso informativ wie wir. Wenn du mehr zu dem Thema wissen möchtest schreib uns oder schau dir die Webseite von Martina an.
http://www.martinablauth.de
 
Bis zum nächsten Mal
Danke für deine Aufmerksamkeit und alles Gute
 
Dein Team der
Tai Chi Akademie Kaiserslautern.

Selbstverteidigung beginnt im Kopf

Hallo lieber Leser,
 
Mein Name ist Markus Lesmeister, ich bin einer der unterrichtenden Kung Fu Meister der Tai Chi Akademie Kaiserslautern. In unserem heutigen Blog möchte ich auf eine jetzt mehr oder weniger aktuelle Frage eingehen.
“Ist das Erlernen von Techniken zur Selbstverteidigung heute überhaupt noch wichtig, oder gar nötig“.
 

Unsere Kung Fu Meister Dirk und Markus beim Kampftraining.

Unsere Kung Fu Meister Dirk und Markus beim Kampftraining.

Als unser Trainer Jörg mit der Bitte um diesen Text vor ca. 4 Wochen an mich herangetreten ist, habe ich angefangen mich mit dem Thema noch einmal tiefer auseinander zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt waren die aktuellen, sehr bedenklichen Ereignisse noch in weiter Ferne. Trotz allem möchte ich die Frage ungeachtet dessen was geschehen ist aufgreifen und sie, Ereignis neutral, erörtern.
 
Wie bei allem bemüht man sich erst einmal einer genauen Definition, schaut bei der Weltgrößten Bibliothek nach und findet dort folgende Eintragung:
“Als Selbstverteidigung wird die Vermeidung und die Abwehr von Angriffen auf die seelische oder körperliche Unversehrtheit eines Menschen bezeichnet.“
 
Zu Beginn schossen mir tausend Dinge durch den Kopf, doch in den 25 Jahren in denen ich meinen Sport nun betreibe, habe ich eines festgestellt. Egal welche Tätigkeit ich ausübte, egal wo ich auf der Welt war, was ich tat oder tun wollte, meine geistige Haltung (mentale Verfassung) war immer wichtiger als meine körperliche. Also nähere ich mich der Frage mal von einer anderen als der gewohnten Seite. Und hier fängt dann auch schon die Reise an. Ich habe mit 16 Jahren, also recht spät, mit Kampfsport angefangen und über die Jahre erst die Kampfkunst, also das tiefgründige hinter dem Sport, entdeckt. Ich war ein eher unscheinbarer und nicht gerade selbstbewusster Mensch mit den ein oder anderen Defiziten im Selbstbewusstsein. So war es für mich das größte Lernfeld, mich lediglich oder eben nur (je nachdem wie man es sieht) durch Leistung und mein Handeln „hocharbeiten“ zu müssen bzw. können. Wobei um ehrlich zu bleiben, die Leistung welche zu Beginn meines „Studiums“ erbracht werden musste, sich lediglich auf meinen Körper beschränkte. Die mentale Entwicklung setzte leicht zeitverzögert, mit der zunehmend wachsender Ernsthaftigkeit ein.
 
Ich merkte also doch sehr schnell, dass ohne Geist und Wille nichts geht. Hier musste ich also ansetzen…..
Wille!?

Aha, es ist also der Impuls welcher Nötig ist, zur Verwirklichung eigener Ziele. Aber welchen Sinn hat es denn, so etwas kompliziertes und aufwendiges erlernen zu wollen?; was soll das Ziel sein, wo soll es enden? . Hmmmm
Sinn?!
Also welchen Zweck hat es, was ist der Grund warum ich Kampfkunst lernen will oder soll;
Ziel?!
Also welchen definierten Zustand möchte ich denn erreichen?
Meine Geistige Haltung nahm also Gestalt an:
WILLE, SINN, ZIEL waren die Fragen –> EHRE, RESPEKT, ANERKENNUNG die Antworten die ich immer öfter bekam.
 

Die beiden Kung Fu Brüder trainieren seit ca 25 Jahren zusammen. Ihr Spezialgebiet ist der die kämpferische Anwendung des traditionellen Kung Fu.

Die beiden Kung Fu Brüder trainieren seit ca 25 Jahren zusammen. Ihr Spezialgebiet ist der die kämpferische Anwendung des traditionellen Kung Fu.

Ja Himmel, was hat denn das mit der Selbstverteidigung zu tun werdet ihr euch sicher Fragen, …….für mich sehr viel.
 
Für mich fängt die Verteidigung meiner selbst mit meinem Auftreten (der Körperspannung) und der inneren Haltung (der Wachsamkeit des Geistes ) an und bewegt sich dann über meine Physis hin zu meinem Gegner.
 
Eine Studie über Viktimologie in den USA nach welcher Typologie sich Verbrecher ihre Opfer aussuchen brachte zu Tage, dass die Körperhaltung und unsicheres Auftreten die Hauptkritiken bei spontanen Angriffen, für deren Auswahl waren. Also führt selbstsicheres auftreten und das Bewusstsein in einer gefährlichen Situation sich seiner selbst erwehren zu können im Umkehrschluss zu mehr Sicherheit und somit zu weniger Risiko. Das alleine bestätigt mich, dass ich das, was vergangene Generationen in ihrem Alltag zum überleben unabdingbar benötigten, heute zwar nicht mehr zum überleben im Alltag notwendig ist, wohl aber zur Prävention und zur Deeskalation in besonderen Situationen.
 
Aber zurück zu der Frage was hat das mit der Wichtigkeit und dem erlernen von Selbst-verteidigung zu tun? Durch das Studieren von Techniken, dem Auseinandersetzen mit fiktiven und realen Situationen erlange ich durch Übung, Sicherheit. Sicherheit geht in Routine über und Routine führt zu richtigen Reaktionen und zu guten Reflexen in den Situationen in denen ich diese benötige. Durch die richtigen Reflexe verhilft mir die Routine wiederum den Überblick zu bewahren und somit gewinne ich die Zeit, um das vermeintlich richtige zu tun. Aber was bringt mir das alles? Nun in unserem täglichen Leben praktizieren wir das bereits in vielen Bereichen immer und immer wieder, z.T. sogar minütlich, beispielsweise im Beruf oder beim Autofahren. Oder warum wird sonst zur Fahrschule und der täglichen Praxis ein Fahrsicherheitstraining angeboten? OK, aber muss ich denn üben was ich vermeintlich nie brauche? Unter Umständen schon, denn hoffentlich muss auch niemand sein Können beim Über- oder Untersteuern seines Fahrzeuges unter Beweis stellen. Aber toll ist es doch wenn man es kann und somit viel sicherer fährt. Ja soll denn jetzt jeder lernen sich selbst verteidigen zu können? Nö, nur die, die etwas sicherer unterwegs sein wollen.
 
Alles Gute
Markus Lesmeister
 
Wie hat dir der Blog gefallen? Schreib uns einfach deine Meinung. Hast du Anregungen oder Erfahrungen gemacht die du mit uns teilen möchtest? In 4 Wochen geht es weiter mit diesem Thema
Lass es uns wissen.
Bis zum nächsten Mal.
Dein Team der Tai Chi Akademie

Aus der Waffenkammer der Kampfkünste Teil 2

 

Herzlich Willkommen zu unserem ersten Blog im Jahre 2016. Wir hoffen du hattest einen guten Start ins neue Jahr.

 

In unserem Text betreten wir erneut die Waffenkammer der Kampfkünste. Unser Mitglied Jörg Roth möchte heute eine seiner Lieblingswaffen des Kung fu vorstellen.

 

 

Aus der Waffenkammer der Kampfkünste Teil 2

Die Guan Dao.

(chinesisch 關刀 guan dāo: „ Das Messer des Guan“)

 

Diese wunderschöne Stangenwaffe hat ihren Namen von einem der bekanntesten Protagonisten aus der Zeit der drei Reiche. Guan Yu war General auf der Seite des Shu-Han Reiches unter der Herrschaft von Liu Bai. Guan Yu (Lebenszeit 160–219 n. Chr.) galt mit dieser Waffe als unbesiegbar und wird noch heute von vielen Menschen auf der ganzen Welt für seine überlieferte Treue, seinen Mut und seine Güte verehrt. Sein Grabmal bildet das Zentrum eines daoistischen Tempels in der Stadt Luoyang, der zu seinen Ehren erbaut wurde. Dieser Ort war natürlich ein Ziel bei meiner letzten Chinareise. Es war ein großartiges Gefühl, dort zu seinen Ehren Räucherkerzen anzuzünden und ein wenig zu verweilen.

 

Jörg Roth unterrichtet die Guan Dao in unserem Verein.

Jörg Roth unterrichtet die Guan Dao in unserem Verein.

 

Nun aber zur Guan Dao, der Drachenhellebarde. In den Erzählungen aus den Schlachten der 3 Reiche wird die Waffe als riesige Hellebarde mit einem Gewicht von ca. 45 Kilogramm beschrieben. Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Angaben in das Reich der Mythen gehören. Dies wird sofort klar, wenn man sich traditionelle und zeitgenössische Darstellungen des Generals anschaut. Guan Yu führte diese Waffe anscheinend oft zu Pferd, also einhändig. Mit einem solchen Gewicht wäre die Waffe sicherlich beeindruckend gewesen, aber in einem Kampf oder auf einem Tagesritt absolut fehl am Platz. Es mag ja sein, dass es eine solch schwere und dementsprechend imposante Waffe für Paraden oder ähnliches gab, aber gekämpft wurde damit sicherlich nicht.

 

Eine etwas übertriebene Version der Hellebarde im Guan Lin Tempel in Luoyang

Eine etwas übertriebene Version der Hellebarde im Guan Lin Tempel in Luoyang

Vor einigen Jahren habe ich eine angeblich historisch korrekte Guan Dao gekauft. Die Daten dieser Waffe sind wie folgt:

 

Gesamtgewicht: 5,00 kg
Klingenlänge: 63,00 cm
Klingenstärke: 0,60 cm
Gesamtlänge: 200,00 cm

 

Die Form der Klinge ist nicht nur wunderschön, sondern auch sehr praktisch. Das Klingenblatt ist eine etwas größere Version einer Säbelklinge. Auf dem Klingenrücken ist sie jedoch nicht glatt und stumpf. Die Spitze des Klingenrückens ist ebenfalls geschärft und nach einer Weile folgt eine Art geschärfter Haken. Dieser eignet sich wundervoll für das Parieren und Fixieren von Stangenwaffen. Damit ist es mit ein wenig Übung ein leichtes, Stöcke oder ähnliches abzufangen und stellenweise sogar zu brechen. Die Klinge ist in Gedenken an die „Hellebarde des Grünen Drachen” (wie man General Guan auch nannte) mit einem Drachenmotiv verziert. Traditionell haben diese Waffen eine Art Drachenmaul, aus der die Schwertangel in die Klinge übergeht. Meist sind diese wohl aus Bronze gearbeitet gewesen.

 

In manchen Museen in China kann man Originale bewundern. Beispielsweise im historischen Museum von Luoyang. Auf das Drachenmaul folgt eine kleine Parierscheibe aus Metall. Die Stange war anscheinend meist aus Holz, da bei den Originalfunden keine Verbindungsstangen mehr gefunden wurden. In den Jahren in der Erde Chinas sind diese der Zersetzung zum Opfer gefallen. Am anderen Ende der Stange sieht man sehr schön, dass die Waffe auch zu Pferd genutzt werden konnte. Das Gegengewicht zur Klinge wird nicht, wie bei vielen Übungswaffen, von einem scharfen Speer gebildet, sondern durch eine Art stumpfen Morgenstern. Ein scharfes, spitzes Ende würde beim Reiten sicherlich die Flanke des Pferdes verletzten.

 

Ich mag diese Ausführung der Waffe sehr, sie ist perfekt ausbalanciert und die Klinge ist scharf, was ihr beim trainieren den gebührenden Respekt verleiht. Hin und wieder ist es sehr gut mit echten scharfen Klingen zu trainieren, wie ich finde. Die Bewegungsgeschwindigkeit wird mit einer schweren scharfen Waffe sofort langsamer. Der respektvolle Umgang mit dem Übungsgerät lässt einen die Bewegungen sauberer erlernen, als mit einer leichten stumpfen Waffe und Fehler tun sofort weh. Es schult die Achtsamkeit.

 

Jörg Roth am Grab des heldenhaften Guan Yu im Guan Lin Tempel

Jörg Roth am Grab des heldenhaften Guan Yu im Guan Lin Tempel

 

Zu dem Bewegungsmuster der Guan Dao:

 

Ist das Gewicht der Hellebarde erst mal in Bewegung, lässt man den Körper der Waffe folgen. Bei schnellen Bewegungen ist ein plötzlicher Richtungswechsel fast nicht möglich. Aus diesem Grund bewegt man sich mit der Guan Dao stetig in Rotationen und Kreisen. Man behält die Waffe so lange in Bewegung, bis man ihre volle Wucht in einem Schlag bündelt. Die Fliehkraft der Waffe wird dann in einem festen Stand unter enormen Kraftaufwand gestoppt. Die Waffe verbindet, wenn man genügend Bewegungsfreiraum hat, meiner Meinung nach, die positiven Eigenschaften von Stock, Speer und Säbel. Negativ ist hingegen ihre enorme Größe, das Gewicht und die etwas eingeschränkte Handhabung.

 

Auf freiem Feld war diese Waffe wahrscheinlich gegen 200 n. Chr. eine wirkliche Bedrohung für die Fußsoldaten. Ein geübter Kämpfer konnte mit ihr sicherlich gegen mehrere Feinde gleichzeitig bestehen und Furcht in den gegnerischen Reihen schüren. Die Fußsoldaten der damaligen Zeit waren meist mit Säbeln und Schilden oder mit Speeren bewaffnet. Die Guan Dao konnte beide dieser Waffen in sich vereinen und gab dem Kämpfer einen Vorteil. Außerdem war es, wie ich aus einem kleinen Versuch nachvollziehen kann, wohl ziemlich schwer, einen kraftvollen Schlag der Hellebarde mit einem einhändig geführten Rund-Schild zu parieren. Die auftreffende Kraft bringt das Schild und den Träger buchstäblich aus der Balance.

 

Einer der Altäre zu Ehren von Gerneral Guan Yu

Einer der Altäre zu Ehren von Gerneral Guan Yu

 

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Guan Dao Form, welche ich im Shaolin Tempel in China lernen durfte, eingehen. Ich hatte darauf bestanden eine alte Kampfform zu lernen. Diese beinhaltet keinerlei Sprünge oder akrobatische Strukturen. Sie wird eingeleitet durch einen kraftvollen Hieb von unten nach oben – schon bei dieser Bewegung macht einem die Waffe klar, dass sie ein wundervolles Krafttrainingsgerät ist.

 

Eine der schwersten Passagen ist immer noch eine Stelle, an der man aus der Rotation der Waffe ihr Gewicht in einem einbeinigen Stand auffangen muss. Und das ohne zu wackeln.

 

Die Waffe wird hauptsächlich von der rechten Hand geführt. Die Linke kommt meist nur bei Hieben und dem Stoppen der Klingenrotation zum Einsatz. Das Training mit der Guan Dao hat mir daher einen Muskel auf dem rechten Schulterblatt beschert, der gut sichtbar ausgeprägt und auf der linken Seite nicht vorhanden ist. Man sollte ab und zu auch mit der linken Hand trainieren, da sich sonst auch die Unterarmmuskulatur einseitig ausbildet.

 

Wir unterrichten eine sehr alte Guan Dao Form, die Jörg Roth im Shaolin Tempel in China, von den Kampfmönchen, erlernt hat.

Wir unterrichten eine sehr alte Guan Dao Form, die Jörg Roth im Shaolin Tempel in China, von den Kampfmönchen, erlernt hat.

 

Ich hoffe dir hat der kleine Bericht über die Hellebarde des Guan Yu gefallen. Mehr zu der Waffe und zu ihrem sagenumwobenen Schöpfer kannst du z.B. in den Büchern von Luo Guanzhong ( Die Geschichte der drei Reiche ) lesen. Doch hier ist zu bedenken, dass diese Romane erst gegen 1522 geschrieben wurden. Sie bestehen aus historischen Überlieferungen, gepaart mit Legenden und Ausschmückungen des Autors. Neben Sanguo zhi pinghua (Volkstümliche Erzählung der Geschichte der Drei Reiche) gelten die Bücher von Luo Guanzhon aber immernoch als Informationquelle zu dieser turbulenten Zeit.

 

Bis zum nächsten mal .
Jörg Roth

 

 

Wir hoffen du hattest Freude an unserem kleinen Bericht und wünschen Dir ein glückliches und kraftvolles 2016. Du hast Fragen zu weiteren exotischen Waffen? Kein Problem. Hinterlasse uns einfach einen Kommentar.

 

Danke fürs reinschauen und bis bald,

Dein Team des Tai Chi Akademie Kaiserslautern e.V.

Die 8 Brokate

 

Hallo lieber Leser,

 

in unserem dieswöchigen Blog geht es um Qi Gong. Genauer gesagt um die Übungen der 8 Brokate. Unser Mitglied Christine hat dir eine kleine Einführung in diese alte Gesundheitsübung zusammengestellt. Die 8 Brokatenübung variiert von Meister zu Meister ein wenig in den Handhaltungen und Details der Bewegungen. Dies entwickelte sich durch die Erfahrungen der weitergebenden Meister. Es gibt hier wohl kaum ein Richtig oder Falsch. Eher nur eine andere Seite des Weges in der Energiearbeit.

 

Wir möchten uns für die Mühe bei Christine bedanken und lassen sie nun selbst zu Wort kommen.

 

 

Hallo zu meinem ersten Blogeintrag bei der Tai Chi Akademie Kaiserslautern.

 

Heute möchte ich Dir von einer Qi Gong Bewegungsreihe erzählen, die in China in den Krankenhäusern noch immer empfohlen wird und als sehr wirkungsvoll gilt. Aber wie alles im Leben, was gut ist, man muss sie üben, damit die volle Wirkung eintreten kann.

 

In diesem Text werde ich auf die Wirkung der Übungen eingehen. Eine Abfolge der Übungen werden wir in den nächsten Wochen nachreichen, da hier jede Bewegung einen Blogeintrag beanspruchen wird.

 

Die Acht Brokate

 

Die Acht Edlen Übungen sind eine Abfolge von den klassischen daoistischen Übungssequenzen die in China seit Jahrhunderten sehr beliebt sind. Es gibt viele Bezeichnungen für die Acht Brokate. Neben den in Deutschland üblichen Bezeichnungen die “Acht Edlen Übungen”, die acht Brokatübungen, kurz  Brokate, sind in Asien, Amerika und Australien die Begriffe Baduanjin, Ba Duan Jin, Pa Tuan Chin, Pa Tuan Shin und 8 Pieces of Brocade gebräuchlich. BA DUAN  bedeutet ACHT ÜBUNGEN, JIN heißt wertvolles Gewebe, was auf den subtilen Charakter der Übungen hindeutet. Sie dienen nicht nur der körperlichen, sondern auch der seelischen und geistigen Gesundheit.

 

Durch die Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag werden die Brokatübungen als so wertvoll und kostbar angesehen, wie das seidene Gewand des Kaisers. In vielen Teilen der Welt wird der Übungszyklus unabhängig von Alter, Herkunft und von weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund in unterschiedlichen Varianten praktiziert. Sie gehören zu den Qi Gong Formen, die zuerst in Europa unterrichtet wurden. Sie bieten einen idealen Einstieg in die Bereiche Tai Chi Chuan und Qi Gong. Natürlich beruhigt Qi Gong den Geist und fördert die Konzentration, zumal Qi  Gong in der Übersetzung Arbeit mit der inneren  Kraft bedeutet. Qi Gong ist die älteste Methode der Führung unserer Lebenskraft Qi, die im indischen auch Prana und im Japanischen Ki genannt wird. Das Qi folgt dem Ji besagt, dass durch Konzentration auf bestimmte Körperregionen die Lebenskraft ( Qi, Ki, Prana ) in eben diese gelenkt werden kann, obwohl die äußere körperliche Übung im Vordergrunde steht.

 

Die Acht Brokate sind geeignet für Menschen, denen sanfte Bewegung hilft, sich in einen inneren Ruhezustand zu versetzen. Sie sind wirksam bei Bluthochdruck, Magengeschwüren , Herzleiden und nervösen Störungen. Es kann von jedem erlernt werden, unabhängig von Beruf, Alter, Wissen und Herkunft und sie dienen in vielen Tai Chi  Schulen als Vorbereitung aufs Tai-Chi-Chuan.

 

Qi  – Energie oder Lebenskraft

Gong – Arbeit oder Ausdauer

 

Der berühmte Taoist Zhuangzi schrieb um 350 v.Chr.:
“Das Leben des Menschen
ist eine Ansammlung von Qi:
Wenn es sich sammelt, bedeutet es Leben,
wenn es sich zerstreut, bedeutet es Tod.”

 

Nach der TCM ist der Mensch gesund, wenn die polaren Kräfte von Yin und Yan im Einklang sind und das Qi, die Lebenskraft, ungehindert fließen kann.

 

 

Yin und Yang


Die Welt, in der wir leben ist dualistischer Natur: Tag und Nacht, Sonne und Regen, Phasen, in welchen wir uns wohlfühlen und solche, während derer es uns nicht so gut geht, wechseln sich ständig ab. Die schönen Momente in unserem Leben lernen wir besonders dann zu schätzen, wenn wir zuvor tiefes Leid erfahren haben.

 

Yin und Yang sind die traditionellen Ordnungsprinzipien der chinesischen Weltsicht, wie wir sie bereits in dem über 2500 Jahre alten Buch der Wandlungen (I Ging beziehungsweise Yijing) finden. Es sind Polaritäten, die sich wechselseitig hervorbringen und gegenseitig bedingen. Das eine Prinzip kann ohne das andere nicht existieren – ohne Licht kann es bekanntlich keinen Schatten geben.

 

 

Yin – oder die weibliche Seite

Yin ist seiner Natur nach passiv oder empfangend. Es kühlt, seine Bewegungsrichtung ist absteigend oder nach unten treibend. Es wird mit dem Mond und der Dunkelheit assoziiert.

 

Yang – oder die männliche Seite

Yang ist aktiv und wärmend. Es steigt hoch, baut auf, treibt an. Es wird mit der Sonne und Helligkeit in Verbindung gebracht.

In der chinesischen Medizin werden auch die Organe des menschlichen Körpers nach Yin (Nährstoffe oder Energie speichernde Organe wie z.B. die Milz) und Yang (Hohlorgane, die eine Verbindung nach außen herstellen können wie z.B. der Magen), eingeteilt. Auch hier arbeiten Yin und Yang eng zusammen: jedes Yin-Organ hat einen Yang-Partner. Zu viel oder zu wenig Aktivität des einen Organs wirken sich entsprechend auf die Funktionen des Partners aus.

 

Wichtig zu wissen ist: 

Es gibt zwei Arten von Qi das angeborene und das erworbene. Das erstere haben wir von unseren Eltern geerbt. Das erworbene Qi nehmen wir durch Nahrung und Atmung auf. Also spielt die Lebensführung und die körperlichen und psychischem Belastungen eine große Rolle.

 

Energetische und Mentale Wirkung

:

  • Dehnung und Aktivierung der Meridiane.
  • Die inneren Organe werden gestärkt.
  • Körper und Geist werden ausgeglichen.
  • Durch das Erfahren von mehr Entspannung und Ausgeglichenheit kann Stress besser verarbeitet werden.

 

Körperliche Wirkung:
  • Stärkung des gesamten Körpers, Aufbau der wichtigen Stütz- und Haltemuskulatur
  • Stärkung von Knochenstruktur, Knochendichte und der Gelenke
  • Sehnen und Bänder werden beweglicher und geschmeidiger
  • Physiologisch wird eine sinnvolle Körperstruktur (z.B. bessere Haltung, mehr Kraft im Rücken) aufgebaut
  • Verbesserte und tiefere Atmung und Atemhilfsmuskulatur
  • Anregung der Durchblutung von Organen und der Gliedmaßen
  • Die Abwehrkraft des Immunsystems wird angeregt und gefördert

 

Die Übungen:

1

Qi-Gong-Kaiserslautern-1
Den Himmel mit beiden Händen stützen und den Dreifachen Erwärmer regulieren.
(Shuang Shou Tuo Tian Li San Jiao)

 

Wirkung: Diese Übung hilft, die Lungenkapazität zu erweitern und allgemeine Müdigkeit zu vertreiben.

Sie stärkt die Rückenmuskulatur und gleicht den Rundrücken aus.

Verspannt Schultern werden gelockert, der Magen und weitere innere Organe werden durch die mit dem Atem verbundenen Dehnungs- und Streckübungen stimuliert, so dass die Verdauung angeregt und verbessert wird.

 


 

2

Qi-Gong-Kaiserslautern-2
Den Bogen spannen und auf den Adler schießen
(Zudo You Kai Gong Si She Diao)

 

Wirkung: Diese Übung verbessert die Atemarbeit und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Sie kräftigt die

Muskulatur der Arme, der Brust und der Schultern. Des weiteren steigert die 2. Brokate die

Konzentrationsfähigkeit und hilft gegen Schlaflosigkeit

 


 

3

Qi-Gong-Kaiserslautern-3
Die Hände einzeln heben, um die Milz und den Magen zu regulieren
(Tiao Li Pi Wie Pi Dan Ju)

 

Wirkung: Dehnt die Rückenmuskulatur. Sie wirkt massierend auf den Verdauungstrakt und stärkt diese
Funktion. Die Übung reguliert die Energie des Magens, der Milz und der Leber.

 


 

4

Qi-Gong-Kaiserslautern-4
Hinter sich schauen, um die 5 Leiden und 7 Kümmernisse zu lindern.
(Wu Lao Qi Shang Xiang Hou Qiao)

 

Wirkung: Stärkt die Augen und die Nackenmuskulatur, des weiteren verbessert sie die Durchblutung
des Gehirns. Vegetative Überspannung wird abgebaut. Diese Übung schützt vor den sieben
Verwundungen (Emotionen: Freude, Wut, Schwermut, Trauer, Kummer, Angst und Furcht)

 


 

5

Qi-Gong-Kaiserslautern-5
Den Kopf kreisen, das Gesäß schwenken und das Herzfeuer
beseitigen. (Mit dem Kopf nicken und dem Schwanz wackeln)

(Yao Tou Bai Tun Qu Xin Hut)

 

Wirkung: Bearbeitet insbesondere den Beckenbereich. Richtig durchgeführt ist sie geeignet,
Verspannungen im unteren Körperbereich zu lösen und hier für Geschmeidigkeit zu sorgen.
Das Feuer aus dem Herzen vertreiben heißt nicht, dass nun die Liebe aus dem Herzen
verschwindet, sondern meint in der Symbolsprache der Chinesen, dass die Übung so
entspannend wirken kann, dass sich der im Herzen aufgestaute Ärger mindern oder sogar
ganz auflösen kann.

 


 

6

Qi-Gong-Kaiserslautern-6
Die Fäuste ballen und mit den Augen funkeln, um die Kräfte des Lebens zu mehren.
(Cuan Quan Nu Mu Zeng Qi Li)

 

Wirkung: Die Übung bewirkt eine Senkung zu hohen Blutdruckes und verbessert die Blutzirkulation.
Sie trainiert die Nacken- und Rückenmuskulatur auf eine sanfte Art und Weise.
Des weiteren befreit sie den oberen Atemraum von der ihn einschränkenden Muskulatur,
indem in der Ausgangsstellung durch die Rücknahme der Schultern und der Ellenbogen die
Brustmuskulatur gedehnt wird. Die Übung stärkt das Selbstbewusstsein.

 


 

7

Qi-Gong-Kaiserslautern-7
Mit beiden Händen die Füße greifen, die Nieren und die Wirbelsäule stabilisieren.
(Liang Shou Pan Zu Gu Shen Yao)

 

Wirkung: Die Übung ist zur Regulation eines zu niedrigen Blutdruckes geeignet. Durch die regelmäßige
Beugungen und Streckungen wird die Tätigkeit des Zwerchfells beim Atmen unterstützt.
Außerdem hat die Übung aufgrund ihrer Anforderung an das Dehnungsvermögen des
ganzen Körpers einen gymnastischen Wert. Vorder- und Hinterseite des Körpers werden gedehnt. Die Nieren- und Nebennierenfunktionen werden verbessert.

 


 

8

Qi-Gong-Kaiserslautern-8
Den Rücken siebenmal ziehen und rütteln, alle Beschwerden verschwinden.
(Bei Hou Qi Dian Zhu Bing Xiao)

 

Wirkung: Die letzte Brokate arbeitet zum Schluß den gesamten Körper noch einmal streckend und

dehnend durch. Hierdurch werden Versteifungen und Verspannungen gelöst und die
Blutzirkulation wird angeregt. Die Muskulatur, die noch nicht angesprochen wurde, wird zum
Abschluss noch einmal in das Übungssystem einbezogen. Die Energie wird im ganzen Körper
über die großen Leitbahnen verteilt. Abschluss und Harmonisierung.

 

 

Eine Menge Text und ich hoffe, für Dich auch informativ, ich selbst praktiziere sie schon seit 6 Jahren und mir tun die 8 Brokate immer sehr gut. Natürlich spielt auch hier die Tiefe der Atmung eine große Rolle, die man aber am besten mit einem Lehrer erlernt.

 

In diesem Sinne viel alles Gute und bis zum nächsten mal.

Christine

 

 

So, dies war unser erster Text zu den 8 Brokate Übungen. Weitere werden folgen in denen wir auf die genauen Abläufe der Übungen eingehen möchten. Wir hoffen wir konnten dein Interesse an diesen alten Übungen wecken.

 

Alles Gute und bis bald auf unserer Webseite,

dein Team der Tai Chi Akademie e.V. Kaiserslautern

Da verweilt der Übende in der Betrachtung des Körpers

Herzlich Willkommen zu unserem neuen Blogeintrag. Jörg Roth möchte dich heute zu einer kleinen Tai Chi Chuan Übung einladen. Viel Freude beim Lesen.

 

Da verweilt der Übende in der Betrachtung des Körpers.

 

Der Thatagata sprach in der Satipaṭṭhāna Sutta (Rede über die Grundlagen der Achtsamkeit) : Da verweilt der Übende beim Körper in Betrachtung des Körpers…..Dieser Satz hat mich eine ganze Weile beschäftigt. So richtig verstanden habe ich ihn erst, als ich von meinem geistigen Mentor ( Curtis Clavin Dittrich) die Aufgabe bekam, den Satz, mit meinem Tai Chi Training zu verbinden. Wie so oft in meinem Leben konnte ich den Sinn der Worte erst durch die praktische Umsetzung klarer verstehen.

 

Jörg Roth trainiert Kung Fu, Tai Chi und Qi Gong in unserem Verein

Jörg Roth trainiert Kung Fu, Tai Chi und Qi Gong in unserem Verein

Ich möchte nun versuchen, meine Erkenntnisse anhand meiner Erfahrung mit dir zu teilen.
Im Tai Chi Chuan Unterricht wurde ich immer wieder darauf hingewiesen, dass ich mich zu schnell und zu steif bewege. Erst nach und nach habe ich verstanden, was mein Meister damit meinte. Es gibt so viele Feinheiten in den Bewegungen, so viele Kleinigkeiten die beim Üben immer wieder der Hektik zum Opfer fallen. Meist ist es sogar unser fehlendes Einfühlungsvermögen oder unsere Selbstüberschätzung, die sich uns in den Weg stellen. Hast du schon einmal versucht, so langsam zu gehen, dass dir jede kleinste Bewegung deines Körpers in dem ach so vertrauten Ablauf des Gehens ersichtlich wird?

 

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Muskelgruppen aktiv sind und was unser Wunderwerk Körper in einem so kurzen Moment für komplexe Bewegungsmuster durchläuft, ohne dass wir uns darauf konzentrieren müssen. Im Tai Chi ist es genauso. Ich möchte die Vielfalt der wichtigen Kleinigkeiten an den ersten zwei Bewegungen einer Yang Tai Chi Chuan Form verdeutlichen. Als ich mich darauf einließ, die Bewegungen wirklich langsam auszuführen, wurden aus diesen zwei Bewegungen auf einmal unendlich viele…

 

Das öffnen des Chi.

 

Darunter verstehen wir, rein körperlich, das Anheben und Senken der Arme, wobei die geschlossenen Beine in einen Schulterbreiten Stand bewegt werden.
Wenn man es aber genauer betrachtet, passiert jedoch viel mehr bei dieser so simpel aussehenden Übung…

 

– Um die Übung einzuleiten lasse ich meinen Atem 3 mal ein und ausströmen. Beim nächsten Einatmen lasse ich mich etwas in die Knie einsinken. Die Schultern hängen locker herab. Der Kopf ist gerade und aufrecht. Die korrekte Kopfhaltung kann ich durch ein leichtes Absenken des Kinns erreichen, wobei der Schädelmittelpunkt ( Bai Hui Punkt ) zum höchsten Punkt des Körpers wird. Während dieser Haltungskorrektur kippe ich das Becken leicht nach vorn und spüre wie mein Rücken gerade wird. Von ganz allein beginnt die Wirbelsäule nun mein Gewicht völlig verspannungsfrei zu tragen. Die Füße belaste ich gleichmässig. Ich spüre nach, wie mein Körpergewicht auf ihnen verteilt ist. Ich erlebe wie stabil mein Stand hierbei wird. Erst wenn ich nachgespührt habe, dass meine Zehen flach aufliegen und alle Fußregionen gleichsam belastet sind, bewege ich mich weiter.
 

– Ich verlagere meinen Schwerpunkt, indem ich mit dem linken Fuß leicht gen Boden drücke und verfolge, wie mein Körpergewicht auf den rechten Fuß wandert. Ich überprüfe kurz meine Haltung und bewege meine Hände zur Körpermitte. Die abstrahlende Wärme der linken Hand lässt mich wahrnehmen, das nun die linke Handfläche mit etwas Abstand oberhalb des rechten Handrückens ruht. Nun hebe ich die Hände bis zu meiner Armbeuge an. Sofort fällt mir auf, wie meine Schulter und meine Beckenhaltung sich verändern möchten. Ich unterbinde dies, indem ich mich darauf konzentriere, wirklich nur meine lockeren Hände anzuheben. Schon stellt sich wieder Entspannung im Oberkörper ein. Ich lasse die Schultern gänzlich unbeteiligt.

 

– Nun hebe ich den linken Fuß leicht an und lasse ihn gemeinsam mit der linken Hand nach links zu einer schulterbreiten Stellung gleiten. Auch hier beginnen alle Bewegungen in der Hüfte. Ich achte darauf, dass Fuß und Hand sich synchron bewegen. Als ich diese Bewegung so langsam wie noch nie zuvor ausführe wird mir bewusst, dass wirklich die komplette Bewegung in der Hüfte wurzelt und ich diesen gesamten Ablauf normalerweise innerhalb der ersten Einatmung durchführe.

 

– Mit der ersten Ausatmung setzte ich normalerweise den linken Fuß sanft, mit der Ferse voraus, wieder auf dem Boden ab und lasse die Hände sinken. Doch möchte ich die detaillierte Aufzählung hier beenden, um den Rahmen nicht komplett zu sprengen.

 

Auch im Shaolintempel in China durfte Jörg seine Tai Chi Kenntnisse vertiefen

Auch im Shaolintempel in China durfte Jörg seine Tai Chi Kenntnisse vertiefen

 

Jedes Mal wenn ich die Übung wiederhole, fallen mir weitere Muskelbewegungen auf. Je nach Tagesform und Verfassung ist das Ergebnis wieder anders. Als ich die Übung mit meinen Mitschülern versuchte, war unser Ergebnis nie ganz deckend. Nur eines war vergleichbar.
Der Nutzen der Übung. Schon beim zweiten Versuch stellte sich eine Beruhigung des Körpers ein. Ich möchte sogar sagen, dass ich mit dieser Übung, das erste Mal beim Tai Chi ein meditatives Erlebnis hatte. Auch wurde die mir schon immer schwerfallende Entspannung der Muskulatur von ganz alleine erreicht. Die Bewegungen wurden mit jedem Mal fließender und wirkten für mich immer natürlicher. Nach und nach wurde die Form unwichtig. Die Freude an den kleinsten Feinheiten wurde zum Hauptgrund der Übung.

 

Nach und nach bemerkte ich, dass Tai Chi keine Technik direkt ist, sondern eine Ansammlung von Prinzipien. Es ging im Training nie um die Abläufe, sondern um das energetische Fließen und Bewegen des gesamten Menschen. Dies ist wohl, was man wirklich unter ganzheitlichem Training versteht. Diese Prinzipien stehen allen Menschen zur Verfügung. Da geht es nicht um körperliche Kraft oder um möglichst schöne Bewegungen. Es geht nur um das Verstehen und Zulassen von Möglichkeiten.

 

Natürlich muss jeder im Unterricht zunächst die körperliche Bewegung erlernen. Es muss klar werden, in welcher Reihenfolge die Übungen aufeinander folgen. Die wirkliche innere Kampfkunst Tai Chi Chuan beginnt meiner Meinung nach aber erst, wenn wir unser Erlerntes über Jahre vertiefen und den Mut haben uns auf die Übungen wirklich einzulassen. Ich möchte das Training gern in zwei Bereiche aufteilen.

Der erste Bereich ist das Training des Körpers:

 

Hier muss sich der Schüler komplett auf die Bewegung konzentrieren, um dem Körper keine falschen Haltungen anzugewöhnen. Ich habe das Gefühl, dass uns dieser Punkt so schwer fällt, da wir verlernt haben uns auf natürliche Bewegungen und Haltungen zu verlassen. Wir halten unseren Körper in den Ketten der anerzogenen Positionen der Mode und ähnlichen Unnatürlichkeiten. Es ist uns anerzogen, sich zu fügen und sich zu verbiegen um dem Standard zu genügen. Jedoch gilt auch hier, dass Schwerfallendes zuzulassen und zu erlauben, Freiheit und Zufriedenheit steigert – nicht nur im körperlichen Sinne.

 

Der zweite Bereich ist das Training der Energie:

 

Selten trifft man als Schüler auf Menschen die das Tai Chi wirklich gemeistert haben. Bei Ihnen geht es nicht mehr um Abfolge oder Bewegungen. Jedes Prinzip des Tai Chi ist von diesen Meistern über Jahre verinnerlicht worden und bedarf keiner äusserlichen Anleitung mehr. Alle Bewegungen sind völlig natürlich und kommen aus ihrem eigenen Inneren. Diese Menschen bewegen sich ganz und gar ohne Anstrengung, ohne jegliche Mühe. Für sie ist Kraft kein erstrebenswertes Prinzip. Sie sind nur noch Energie.
Großmeister Adelino gab mir hierzu folgendes mit auf den Weg:

 

Kraft sollte niemals gesucht werden. Energie hingegen ist bei allen Dingen erstrebenswert.
-Ein Stein liegt auf der Erde und wird durch die Anziehungskraft auf der Stellen gehalten. Hebst du ihn hoch, benutzt du dazu Kraft. Wenn du ihn nun fallen lässt, gibt diese Kraf ihm die Energie eine Delle in den Boden zu schlagen. –

 

Weitere Ausbildungsorte von Jörg sind der Shaolin Tempel Berlin und das Shaolin Zentrum in Bielefeld.

Weitere Ausbildungsorte von Jörg sind der Shaolin Tempel Berlin und das Shaolin Zentrum in Bielefeld.

Allen Übenden und auch mir selbst wünsche ich, irgendwann den Schritt von Kraft zu Energie zu meistern. Ich möchte Großmeister Adelino Rondalli und meinem Mentor Curtis CLavin Dittrich für die Anregung zu diesem Text danken. Das erarbeiten hat mir viel Verständnis und Freude bereitet.

 

Bis zum nächsten mal,
alles Gute
Jörg Roth.
 

Wie hat dir der Beitrag gefallen? Versuche doch einmal, eine für dich ganz natürlich gewordene Bewegung derart meditativ zu erleben. Das anheben einer Tasse oder das binden deiner Schuhe? Wie tief schaffst du es in deinen Körper hinein zu spüren?
 

Lass uns an deinen Erkenntnissen teilhaben und schreibe uns einen Kommentar.
Wir sind gespannt auf dein verweilen in der Betrachtung des Körpers.
Alles Gute und bis zum nächsten mal.
 
Dein Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern.

Neues aus der Schule für ganzheitliche Förderung am Beilstein

Hallo, schön das du uns wieder besuchst. Heute haben wir einen persönlichen Bericht, zu unserem ehrenamtlichen Training an der Beilsteinschule/Kaiserslautern vorbereitet.
Joshua Bold ist einer unserer freiwilligen Kung fu Trainer unseres Projektes –

 

WAS ANDERE KÖNNEN – MACHEN WIR AUCH!“.
 

Er ist seit beginn dabei und war zusammen mit Jörg Roth seit der ersten Stunde leitende Kraft dieses Projektes.
In den folgenden Zeilen beschreibt er den derzeitigen Trainingsablauf und die Erfolge nach fast 2 Jahren Training mit den Schülern der Förderschule am Beilstein.

Ein ganz besonderes Training

Joshua bringt die Kinder zum Schwitzen ...

Joshua bringt die Kinder zum Schwitzen …

Willkommen zu meiner Schilderung unseres Trainings an der Schule am Beilstein.
Wir haben euch schon von unserem Engagement berichtet und möchten euch nun einen genaueren Einblick in unsere Arbeit geben. Unser besteht aus Jörg, Kay, Ellen und mir selbst.

 

Jeden Dienstag Morgen treffen wir uns kurz vor 9:00 Uhr in der Turnhalle der Beilsteinschule. Kurz darauf erscheinen auch schon die ersten Schüler herein und begrüßen uns. Der Umgang ist dabei etwas lockerer, als vor jedem anderen Training bei uns im Verein. Sobald sich alle versammelt haben, kann es los gehen.

 

Das Training beginnt indem sich die Schüler in Reihen aufstellen und wir uns zueinander verbeugen. Darauf hin lockern wir unsere Gelenke einwenig auf. Wir fangen bei den Füßen an, und arbeiten uns den Körper hinauf. Als Erstes kommen die Sprunggelenke, die wir durch ein Kreisen mit der Ferse lockern. Es folgen die Knie, die wir mit geschlossenen Beinen, aber auch in einem schulterbreiten Stand kreisen lassen. Die Hüfte lockern wir indem wir sie kreisen lassen. Das klingt jetzt ziemlich einfach, ist aber wichtig um dieses für uns so wichtige Gelenk für das Training vorzubereiten. Auch die Schultern dürfen nicht vergessen werden. Hierzu lassen wir die Arme ein wenig kreisen. Zuerst nur in eine Richtung, dann aber auch entgegengesetzt. Dies ist schon in unserm regulären Training eine recht schwierige Koordinationsübung für viele Schüler.

 

Alle diese Übungen werden von den Beilstein-Schülern mit Begeisterung und im Rahmen ihrer Fähigkeiten so gut ausgeführt wie es ihnen möglich ist. Damit kann das Aufwärmtraining richtig los gehen. Zunächst laufen wir einige Runden in schnellem Tempo durch die Halle. Wobei die Kinder lockere Schläge in die Luft, im Tackt der Schritte, machen müssen. Ist dies gemeistert geht es zurück in die Aufstellung. Als nächste Übung folgen Hampelmänner (40-50Stück). Alle, inklusive der Trainer, sind jetzt etwas außer puste, dennoch geht es weiter. Wir machen einige Liegestütze für die Arme und für die Bauchmuskeln stehen Sit Ups auf dem Programm. Beide Übungen erfreuen sich zwar nicht allgemeiner Beliebtheit, gemacht werden sie trotzdem. Dabei wird auch gerne mal etwas geschummelt, aber wer quält sich schon gerne selbst? ;).

 

Mit einer letzten Übung für den Rücken kommen wir dann zum Ende des Aufwärmens. Wir legen uns auf dem Bauch und heben die Arme sowie Oberkörper vom Boden ab. Diese Stellung wird so lange gehalten, bis wir Trainer das Absetzen erlauben. Nach diesen Übungen ist schon mehr als die Hälfte unserer ersten Unterrichtsstunde um und wir beginnen mit dem Üben der Wu Bu Quan, der ersten Shaolin Faustform. Zunächst laufen wir die Form ohne Unterbrechungen. Die Wechsel der einzelnen Positionen werden von einem der Trainer angesagt. Jeder Schüler hat die Aufgabe hierbei auf seine eigenen Stände und Körperhaltung zu achten.

 

Erst beim zweiten Durchlauf werden die Schüler von den Trainern, oder fortgeschritteneren Mitschülern, auf Fehler aufmerksam gemacht und korrigiert. Damit lernen sie nicht nur Achtsamkeit mit sich selbst, sondern auch gegenüber andern. Die Zeit verrinnt wie im Fluge und schon bald müssen wir das Training beenden. Dazu stellen sich alle, wie zu Beginn, auf und bedanken uns mit einer kleinen Verbeugung für das Training. Die Schüler danken für das Training, und die Trainer für die Begeisterung und den Einsatz der Kinder. Trotz dieses kleinen Rituals lässt es sich aber keiner nehmen, sich noch einmal direkt bei den Trainern zu verabschieden bevor es zurück in die Klassen geht.

 

Auch bei einer öffentlichen Aufführung waren die Kinder der Beilstein dabei.

Auch bei einer öffentlichen Aufführung waren die Kinder der Beilstein dabei.

 

Wir Trainer sind in diesem Moment auch ein bisschen erschöpft. Es folgt eine kurze Pause von ca 5 Minuten bevor die nächste Gruppe eintrifft. Wir haben uns nach unseren bisherigen Erfahrungen dazu entschlossen die Kinder in zwei Gruppen einzuteilen. Dies ermöglicht uns zu vermeiden, dass bei den begabten Schülern Langeweile aufkommen kann oder bei den schwächeren eine Überlastung eintritt. Uns ist dabei wichtig, dass es jederzeit möglich ist Schüler zwischen den Gruppen wechseln zu lassen. Während unserer Pause kommen die Schüler der zweiten Gruppe selbstständig in die Halle. Sie begrüßen uns locker mit einem Handschlag oder einer Umarmung. Dann beginnt das Training, also wieder zurück in die Aufstellung für den gemeinsamen Gruß und die Lockerungsübungen. Das Aufwärmtraining wird etwas intensiviert in dem wir z.B. schneller laufen, mehr Liegestütze und auch mehr Sit-Ups machen. Auch jetzt ist das Training (gefühlt) viel zu kurz und wir müssen zusehen, dass wir möglichst schnell mit dem Üben der Form beginnen können.

 

In dieser Gruppe achten wir Trainer darauf, dass die Schüler tiefere Stände und auch schwierigere Positionen meistern. Ein Beispiel dafür ist der Pu Bu, ein sehr tiefer Stand, der auch für unsere Vereinsmitglieder immer wieder sehr schwer auszuführen ist. Man kann ohne weiteres sagen, dass sich dieses Training von unserem regulären Vereinstraining, nicht unterscheidet. Um so beeindruckender ist es zu erleben, wie erfolgreich die Beilsteinschüler auch diese Aufgaben meistern. Dann ist es auch schon vorbei. So nehmen wir wieder Aufstellung und bedanken uns mit einer Verbeugung für ein tolles Training. Jeder unserer Schüler möchte den Trainern nun die Hand schütteln oder noch einmal gedrückt werden.
Damit entlassen wir unsere Rasselbande zurück in ihre Klassen und freuen uns auf das nächste Training.

 

Ein besonderer Tag für die Kinder war der Besuch des Shaolin Meistern Shi Yan Rui vom Shaolin Kultur Zentrum Bielefeld.

Ein besonderer Tag für die Kinder war der Besuch des Shaolin Meistern Shi Yan Rui vom Shaolin Kultur Zentrum Bielefeld.

 

Jeder einzelne Trainer ist jeden Dienstag gegen 11 Uhr körperlich und auch geistig etwas mitgenommen. Eine Gruppe von Kindern zu leiten und gleichzeitig mit ihrem Elan Schritt zu halten ist ein wirklich intensives Training. Jedoch will es keiner von uns missen, die Begeisterung und das Erstaunen dieser Kinder über die eigenen Leistungen zu sehen.
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz besonders bei dem Lehrpersonal der Förderschule am Beilstein bedanken. Als das Konzept des Trainings an sie heran getragen wurde, haben sie es mit Begeisterung aufgenommen und unterstützen uns tatkräftig. Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, dass an jeder Trainingseinheit eine Lehrkraft teilnimmt um uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Einen solchen Einsatz finde ich sehr bewundernswert. Ich glaube nicht, dass das Projekt ohne diese Unterstützung so erfolgreich geworden wäre: Danke an alle Mitwirkenden und ein besonderer Lob für euren unermüdlichen Einsatz.

 

Bis bald und immer schön locker bleiben,
euer Joshua

 

Wir hoffen sehr, dass dir der Bericht Freude bereitet hat und möchten uns an dieser Stelle bei allen aktiven des Projektes – “WAS ANDERE KÖNNEN – MACHEN WIR AUCH!“ – bedanken.
Zu nennen sind hier: Joshua und Ellen Bold, Kay Krob und Michaela Beth, sowie Jörg Roth.
Auch möchten wir der Leitung und den Lehrern der Beilsteinschule für ihr Vertrauen in unsere Sache Danken.

 

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BIC: MALADE51KLS
Verwendungszweck: SPENDE / WAS ANDERE KÖNNEN – MACHEN WIR AUCH!

 

Vielen Dank für die Unterstützung und bis zum nächsten mal.

 

Alles Gute wünscht dir das Team der
Tai Chi Akademie e.V. Kaiserslautern