Shaolin Training wie im Film …

 

Hallo, schön, dass du wieder bei uns reinschaust.

 

Nun, da die Tage kürzer werden, möchten wir ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und dich noch einmal mit auf die Chinareise unserer beiden Mitglieder Jaap Sanders und Jörg Roth nehmen. Am dritten Tag ihrer Reise wurden sie mit einem wirklich harten Training verwöhnt. Geschwollene, blaue Hände gab es gratis dazu…

Viel Spaß beim Lesen.

 

 

Hier ist mal wieder Jörg Roth,

 

ich möchte euch vom dritten Tag der Chinareise erzählen, an dem unser erstes richtiges Training stattfand. Nach einem reichhaltigen Frühstück (mit Kaffee!) nahmen wir unsere Waffen und machten uns um 8.15 Uhr auf den Weg zum Tempel.

 

Ein seltener Anblick! Das Tor des Shaolintempels ohne Touristen.

Ein seltener Anblick! Das Tor des Shaolintempels ohne Touristen.

 

Nachdem ich am Shakyamuni Schrein meine Niederwerfungen gemacht hatte, begannen wir selbstständig mit Aufwärmen und dem Stretching. Unser Shifu hatte uns erlaubt, dies alleine zu machen, um dann um 9 Uhr unter seiner Leitung direkt mit den Basics anzufangen. Somit gewannen wir Trainingszeit für unsere Formen. Nach den genannten Basisübungen (Stände, Schrittfolgen, usw.) folgten wir unserem Meister nach draußen. In einer der Unterkünfte der Kampfmönche wurden wir mit Trainingsmaterialien ausgestattet. Sie bestanden aus einer Art Betoncattlebell, 3 Säckchen mit Sand und einem Säckchen mit Kugellagerkugeln. Damit ging es nach draußen zu einem kleinen Schrein mit kleinen Treppen und Mauern.

 

Diese Pagode steht im Seitenflügel des Tempels, zu dem die Touristenströme keinen Zutritt haben.

Diese Pagode steht im Seitenflügel des Tempels, zu dem die Touristenströme keinen Zutritt haben.

 

Langsam wurde mir klar was auf uns zukam. Abhärtung und Krafttraining. Ich bekam zum Hand-Abhärten gleich mal das böse Säckchen mit den Metallkugeln. Es folgten 200 Handkantenschläge im Pferdestand (Ma Bu) auf das auf einer Mauer liegende Säckchen. Dann kamen zweihundert Schläge mit der Handfläche und dann waren die Handrücken dran. Bei jedem Schlag sollte die Hand über den eigenen Kopf angehoben werden und dann mit Energie auf das Ziel treffen. Schon nach der ersten Runde war mein linker Handrücken leicht blutunterlaufen.

 

Dieses Training ist effektiv aber schmerzhaft. Das verrückte ist, es macht auch noch Spaß.

Dieses Training ist effektiv aber schmerzhaft. Das verrückte ist, es macht auch noch Spaß.

 

Es ging weiter mit Krafttraining. Im Pferdestand führten wir einige Cattlebellübungen aus. 20 mal vom Boden anheben und über den Kopf Strecken, dann 20 mal um die Beine kreisen, dann mit Schwung und gestrecktem Arm das Gewicht von zwischen den Beinen aus pendelnd nach vorn Schleudern und es dann leicht nach oben werfen, um es mit der anderen Hand auf Kopfhöhe zu fangen. Hiernach mussten wir das Gewicht von den leicht gekrümmten Fingerspitzen mit der Kraft der Finger und des Unterarms in die geschlossene Hand ziehen. Das war nach dem Abhärtungstraining echt garstig aber machbar. Dann kam das Schlimmste. Auf einem Bein stehend, den Fuß des anderen Beins durch den Griff des Cattlebells gesteckt, mussten wir das Bein 15 mal hochheben. Hier ist zu beachten, dass wir bereits die ganze Zeit im MaBu gestanden hatten. Naja, danach wurde uns eine 5 minütige Pause gegönnt.

 

Krafttraining made in China ...

Krafttraining made in China …

 

Neben uns trainierten die Jungs des Showteams. Einige davon waren bei meinem letzten Aufenthalt in Shaolin meine Meister gewesen. Da wir ja gerade eine Pause machten, wollten sie sehen, ob ich die damals gelernte GuanDao Form (Große Hellebarde) noch beherrsche. Ich ließ mich nicht zweimal bitten und zeigte ihnen meine Fortschritte. Nach dem absolvierten Training kam es mir vor, als ob die Waffe 20 Kilo schwer sei. Aber alles lief gut und die Jungs sowie mein neuer Shifu klatschten. Ich war sehr froh, dass das viele Üben sich bewährt hatte und ich die Form kraftvoll sowie auch fehlerfrei zeigen konnte.

 

Einige Jungs von der "Pausenaufsicht", genauer gesagt Freunde aus dem Showteam von Shaolin.

Einige Jungs von der “Pausenaufsicht”, genauer gesagt Freunde aus dem Showteam von Shaolin.

 

Schon war die Pause vorüber und Jaap und ich schnappten uns unsere neuen Waffen. Wir glaubten, das Aufwärmtraining sei vorbei. Leider mussten wir sie aber gleich wieder hinlegen. Uns erwartete noch eine Runde der beschriebenen Abhärtungs- und Kraftübungen. Total erschöpft und mit schmerzenden Händen begannen wir dann die ersten Schritte mit unseren neuen Waffen. Das ließ die müden Knochen schnell wieder munter werden und wir trainierten eisern bis 11 Uhr weiter.

 

Als wir entlassen wurden, zeigte ich Jaap die Medizinische Abteilung des Tempels. Dort versorgten wir uns mit einigen Wundermitteln aus der chinesischen Medizin. Endlich Mittagessen und ein bisschen Entspannen. Ich nutze die Zeit, um meine dick geschwollenen Hände zu kühlen. Seit der zweiten Runde Abhärtungstraining erinnerten meine Hände leicht an blaue Ballons. Naja, ich hoffte dennoch, wir würden das öfter machen. Wir hatten nicht viel Zeit zum Ausruhen, da es um 14 Uhr mit dem Training weiter gehen sollte. Die Zeit verging viel zu schnell und so joggten wir um 13.20 Uhr zum Tempel. Dort angekommen hieß es wieder, in Eigenregie, 5 mal den Hügel rauf und runter rennen usw. Danach dehnten wir uns ausgiebig.

 

Ab dem 3. Trainingstag scheint dieser Weg, beim auf- und abrennen, immer steiler zu werden.

Ab dem 3. Trainingstag scheint dieser Weg, beim auf- und abrennen, immer steiler zu werden.

 

Irgendwann gegen 14.10 Uhr begannen wir uns zu fragen, wo denn der Rest der Gruppe blieb. Ich rannte zu Mr. Wangs Büro, wo ich seinen Assistenten traf. Nach einem kurzen Gespräch war mir klar warum die anderen nicht gekommen waren. Das Nachmittagstraining beginnt in Shaolin um 15 Uhr. Mittlerweile war es 14.30 Uhr. Um warm zu bleiben, übten wir die am Morgen gelernten Schritte, bis schließlich die Gruppe eintraf. Erneut hieß es: Laufen und Dehnen. Als die Meister eintrafen, ging es weiter mit extremem Dehnen. Ab in den Männerspagat. Einer der Meister zog am vorderen Bein, während der andere die Hüfte nach unten drückte. Was für ein Spaß. Jeder wurde durch die verschiedenen von den Meistern forcierten Dehnungen gequält. Danach nochmal eine Runde den Berg runter und rauf, um den Beinen wieder klar zu machen, wo oben und unten ist. An diesem Tag war es übrigens unfassbar schwül. Beim Dehnen liefen mir Sturzbäche aus Schweiß vom Körper.

 

Als diese Marter durchgestanden war, ging es bis 17 Uhr mit Formtraining weiter. Was für ein Hammertrainingstag. Wir waren total fertig und ließen den Abend im Kiosk an der Ecke mit einem freundlichen Engländer und einem trinkfesten Schweden bei einem wohlverdienten, kühlen Lightbier ausklingen. Um 22:40 Uhr habe ich dann diesen Text geschrieben und wollte nur noch schlafen. Mir war vollkommen egal, wie hart die Matratze war. Ich schlief wie ein Stein.

 

Jedoch wird man für alle Strapazen mit freundlichen Menschen und Bildern wie diesen belohnt.

Jedoch wird man für alle Strapazen mit freundlichen Menschen und Bildern wie diesen belohnt.

 

So, das wars auch schon für heute. Wenn dir der Text gefallen hat, teile ihn auf deiner Facebookseite, gib uns ein GEFÄLLT MIR und hinterlasse uns einen Kommentar. Wenn du Fragen zum Training oder dem Tagesablauf im Shaolin Tempel in China hast, schreib uns auf unserer Facebookseite oder hier in einem Kommentar!

 

Bis zum nächsten mal,
Dein Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern.

Schulprojekt an der berufsbildenden Schule Ludwigshafen

Herzlich Willkommen zu unserem neuen Blogeintrag,

 

wir haben heute einen kleinen Bericht, über den Besuch unserer beiden Mitglieder Seraina und Jörg, an der berufsbildenden Schule in Ludwigshafen. Im Rahmen der Projektwoche vermittelten die Beiden ein Einführungsprogramm in die chinesischen Kampfkünste. Viel Freude beim Lesen des Berichtes aus der Sicht von Seraina.

 

Hallo und willkommen zu einen neuen Beitrag von mir!
Ich möchte dir heute von einem außergewöhnlichen Training erzählen, das ich so noch nicht erlebt habe.

 

Jörg, unser Trainer der Tai Chi Akademie, und ich waren an eine Berufsbildenden Schule in Ludwigshafen im Rahmen einer Projektwoche, in der unter anderem verschiedene kulturelle Aspekte Asiens behandelt wurden. Wir waren eingeladen um den Schülern, einen Vormittag lang, einen Einblick in Kung Fu zu vermitteln.

 

Die Teilnehmer an unserem Schulprojekt an der Berufsbildenden Schule Ludwigshafen erlernen ihre erste Kung Fu Form.

Die Teilnehmer an unserem Schulprojekt an der Berufsbildenden Schule Ludwigshafen erlernen ihre erste Kung Fu Form.

Wir trafen die Schüler auf einer kleinen Wiese neben dem Gebäude. Zuerst stellten wir uns vor und erzählten den Schülern, warum wir da sind und was wir mit ihnen geplant haben. Darauf hin gab Jörg einen geschichtlichen und kulturellen Einblick über die Anfänge der Kampfkünste in China und wie sich die verschiedenen Stile im Laufe der Zeit entwickelten. Da es ein sehr heißer Tag war, die Schüler schon um einiges früher mit dem Schultag begonnen hatten und die Sommerferien auch noch vor der Tür standen, war ihre Aufmerksamkeit zuerst gar nicht so leicht zu halten.

 

Generell machte sich bemerkbar, dass sie scheinbar keinen Bezug zu all dem finden konnten und uns recht kritisch begutachteten. Der erste Kontakt war doch sehr reserviert. Zugegebenermaßen ist es auch nicht leicht einen Zugang zu einer fremden Kultur mit einem doch speziellem Thema zu finden und wir beide haben mit unserer Trainingskleidung wohl auch befremdlich auf die Gruppe gewirkt. Aber mit einem kleinen und dennoch sehr feinen Kniff konnte Jörg die Spannung und Aufmerksamkeit für sich gewinnen: er demonstrierte einige Stile und bezog sich dabei auf die Zeichentrickserie „Avatar – Herr der Elemente“ und die Fortsetzung „Die Legende von Korra“. Somit war das Interesse und die Aufmerksamkeit der Schüler gesichert. Puuh, ich hatte echt kurzzeitig bedenken, dass die Schüler gar keine Lust haben und froh sind, wenn sie ihren Schultag beenden können. Ich war begeistert, mit welchen simplen Mitteln ein Bezug hergestellt und vor allem die Vorstellung aktiviert werden kann. Und nicht nur die Schüler waren voll dabei: blickte man am Gebäude entlang, sah man einige neugierige Schüler und Lehrer an den Fenstern, die dem Geschehen folgten und hofften das ein oder andere verstehen zu können.

 

Seraina aus unserem Unterrichtsteam zeigt ihr Kung fu

Seraina aus unserem Unterrichtsteam zeigt ihr Kung fu

Nach dieser doch gelungenen Einstiegsphase wollten wir den Schülern die Möglichkeit bieten, einmal ein für uns reguläres Aufwärmtraining zu machen und anschließend die ersten Bewegungen der Wu Bu Quan, unserer ersten Form, zu lernen. Außer ein paar wenigen Schülern, die u. a. Krankheitsbedingt aussetzen mussten, waren alle dabei.Trotz der fast schon unzumutbaren Hitze. Wir fingen an uns zu lockern und um uns aufzuwärmen liefen wir in 2er-Reihen zwischen den Schulgebäuden. Dabei hat mich eine Schülerin besonders beeindruckt: sie hatte ihre Sportschuhe vergessen und lief einfach barfuß mit – über den heißen Asphalt! Und das freiwillig! Was für eine Willenskraft! Nach dem Laufen und Dank der Hitze waren wir sehr schnell warm und so sparten wir uns weitere Aufwärmübungen. Stattdessen begannen wir mit Kraft- und Ausdauerübungen wie Liegestütze und Jumping Jacks. Ich war und bin immernoch beeindruckt, wie die Schüler mitgemacht haben, gerade bei diesen Übungen, die für den ein oder anderen doch sehr anstrengend sein können. Und wiegesagt – gerade bei der Hitze, dass so viele mitgemacht und durchgehalten haben. Ich selbst hatte mit der Temperatur zu kämpfen.
 

Unser Trainer Jörg Roth mit seiner derzeit favorisierten Waffe. Der Pu Dao

Unser Trainer Jörg Roth mit seiner derzeit favorisierten Waffe. Der Pu Dao

 

Danach ging es an das Dehnen. Wir leiteten die Schüler an und zeigten ihnen Dehnübungen, die sie immer und überall machen können, gerade weil einige von ihnen regelmäßig ins Fitnessstudio gehen und dort leider das Dehnen oft zu kurz kommt und ihnen gar nicht richtig bewusst war, warum das so wichtig ist. Nach dem Dehnen gab es erstmal eine Trinkpause und etwas Zeit zum durchatmen – wobei ich auch hier keinen Abbruch der Aufmerksamkeit bemerkte. Sie hatten so viele Fragen! Da soll mal einer behaupten, man könne die Jugend nicht mehr für etwas begeistern….
Während der Trinkpause haben Jörg und ich diverse Formen vorgeführt, um auch hier die Vielfältigkeit der Kampfkunst zu betonen. Dabei kamen natürlich auch Waffenformen zum Einsatz. Zum Beispiel waren die Jungs vor allem von der Hellebarde begeistert, während die Mädels am Fächer gefallen fanden.

 

So ging die Trink- und Fragepause praktisch fließend in einige Demonstrationen und Erklärungen von Selbstverteidigungstechniken über, auch hier war der Anklang sehr groß. Dabei waren die Schüler weniger von der Selbstverteidigung an sich als mehr von den Reaktionen und Auswirkungen des Körpers beeindruckt, welche u. a. durch das Ausnutzen der Meridianpunkte hervorgerufen werden können.

 

Durch die vielen Fragen fingen wir mit den Anfängen der Wu Bu Quan erst recht spät an. Das war aber nicht weiter schlimm, wir hatten nicht wirklich auf die Uhr geachtet, die Schüler aber auch nicht. Scheinbar war es doch nicht so wichtig als erste das Schulgelände zu verlassen. Und der Körper hatte durch die Witterung nicht wirklich die Möglichkeit sich abzukühlen, also war die etwas längere Pause nicht weiter schlimm.
Beim Erlernen der Wu Bu Quan war ich immer noch baff, ich muss einfach nochmal meine Begeisterung am Engagement der Schüler betonen: wir haben die erste Hälfte durchgehen können in kürzester Zeit und ihre Konzentration war dennoch auf Hochtouren. Sie fragten auch von sich aus nach Wiederholungen und stellten weiterhin viele Fragen! Außerdem konnten einige ein überzeugendes Potential für die Bewegungsabläufe und Körperhaltungen zeigen.

 

Kung Fu ist manchmal schmerzhaft? Die Schüler stehen die Dehnungsübungen dennoch tapfer durch.

Kung Fu ist manchmal schmerzhaft? Die Schüler stehen die Dehnungsübungen dennoch tapfer durch.

Natürlich darf man nicht verleugnen, dass ein paar wenige der Schüler keine Lust auf unser Programm hatten und demnach nicht aktiv teilnahmen. Das ist auch in Ordnung. Die aktive Teilnahme war auf freiwilliger Basis und ich persönlich sehe eine erzwungene Teilnahme, wenn es um eine Kampfkunst geht, sehr kritisch, da möglicherweise der nötige Respekt und bewusste Umgang fehlt. Des Weiteren neigen solche Personen durch ihre Unlust zu hinderlichem oder gar störenden Verhalten. Stattdessen durften sie am Rande des Geschehens verweilen und den vielen kleinen oder größeren Erfolgen und ggfs. (Selbst-)Erkenntnissen ihrer Mitschüler beiwohnen.

 

Gegen Mittag neigte sich unsere Zeit mit den Schülern so langsam dem Ende. Sie hatten laut Stundenplan Schulschluss und auch Jörg und ich waren natürlich geschafft nach so einem eindrücklichen Vormittag, des weiteren wir hatten ja noch unser reguläres Training am Abend noch vor uns!
Trotzdem blieben einige Teilnehmer noch etwas länger, löcherten uns weiter mit ihren Fragen und führten sehr schöne Gespräche mit uns.

 

Ich hoffe, dass wir einige von ihnen erwärmen konnten mehr für sich selbst zu tun. Dabei ist es weniger wichtig, dass alle Kung Fu lernen (wobei ich mich sehr über neue Gesichter im Training freuen würde 😉 ), sondern jeder für sich das Richtige findet, sich bewegt und ein Hobby oder gar eine Leidenschaft entdeckt und somit etwas für sich, seinen Geist und seinen Körper tut.

 

Ich möchte mich herzlich bei den Schülern bedanken. Ich hatte einen außergewöhnlichen Vormittag mit ihnen erlebt und bin praktisch alle paar Minuten positiv von ihnen überrascht worden. Immerhin darf man nicht vergessen, dass sie nicht freiwillig in unser Training kamen sondern wir ihnen schroff gesagt vor die Nase gesetzt wurden als Teil der Projektwoche.
Ich wünsche ihnen alles Gute für ihre Zukunft und vielleicht sieht man sich ja mal bei einem gemeinsam Training bei der Tai Chi Akademie..? =)

 

Des Weiteren möchte ich mich auch bei der Lehrerschaft bedanken, die das alles arrangiert hat. Ich habe daraus eine wertvolle Erfahrung für mich mitnehmen können und freue mich, dass wir manche Persönlichkeiten aus ihrer Reserve locken konnten. Das ist zusätzlich einer der kleinen wichtigen Erfolgen für mich von diesem Tag.

 

Bis zum nächsten Mal und bis dahin alles Gute!
Eure Seraina

 

Wir hoffen der Bericht hat ein wenig Spaß gemacht. Wir bedanken uns noch einmal bei den verantwortlichen Lehrkräften der berufsbildenden Schule Lufwigshafen und bei unseren beiden Freiwilligen. Ganz besonders bei Seraina für den Beitrag.

 

Nun haben wir wieder eine Frage an dich. Hättest du auch einmal Interesse an einem solchen Projektkurs? Egal ob Schule oder In der Firma? Schreib uns einfach, vielleicht können wir euer Team auch einmal in die Welt der chinesischen Kampfkünste entführen.
Anfragen bitte an folgende Email Adresse: kontakt@tai-chi-akademie.de
Wir freuen uns auf deine Vorschläge.

 

Alles Gute
Euer Team der
Tai Chi Akademie Kaiserslautern e.V.

Tai Chi, Qi Gong und Kung Fu als “Therapie”

Herzlich Willkommen zu unserem Blogeintrag. Diese Woche haben wir einen Beitrag für dich, dessen Verfasser anonym bleiben wird. Es ist die Erfahrungsgeschichte einer 49 Jahre alten Schülerin, die sich aufraffte um ihr Leben neu zu erleben.

 

Wir danken ihr von Herzen für diese ehrlichen Zeilen und wünschen dir viel Freude beim Lesen. Wer weiß, vielleicht brauchst auch du ein wenig Mut um glücklicher zu leben?

 

Seit einigen Jahren war ich (49 Jahre alt) auf der Suche nach etwas, das mir sowohl physisch, als auch seelisch helfen kann, “stabiler” zu werden, einige Schwierigkeiten und Probleme zu lösen. Vor zwei Jahren fand ich schließlich den Weg zur chinesischen Kampfkunst. Nach einem Probe-Training im Tai Chi war ich schon ziemlich sicher: “Das ist es!“ Aber der Einstieg erwies sich dann doch als schwieriger als gedacht.

 

Mancher Weg ist sehr beschwerlich ...

Mancher Weg ist sehr beschwerlich …

Dazu muss ich anmerken, dass ich durch verschiedene Ereignisse in Kindheit und Jugend, die ich hier nicht im Einzelnen ausführen möchte, an Depressionen und Angstzuständen leide. “Trigger-Worte” und “-Situationen” werfen mich von einem Augenblick zum anderen völlig aus der Bahn. Sie lösen Angst- und Panikreaktionen aus die ich nicht steuern kann. So waren die ersten Wochen und Monate sehr schwierig, weil z.B. das Qi Gong Türen aufstieß, die ich lieber geschlossen gehalten hätte. Zumindest empfand ich es am Anfang so.

 

Auch im Tai Chi war es zunächst nicht leicht. In einem Raum mit fremden Leuten zu sein war das eine, das andere war mein Gefühl des “Nichtkönnens” und des “das werde ich nie schaffen”. Diese waren so stark, dass ich mich immer wieder zwingen musste zum Training zu gehen. Wenn ich mich überwunden hatte, machte mir das Training sehr viel Spaß, aber die Angstsituationen waren sehr heftig und kaum auszuhalten.

 

Ein Beispiel dafür war, als unser Meister die ersten Schritte der “Form 24” abfragte. Jeder sollte alleine vor ihm und der Gruppe die Form laufen. Das Wort “alleine” ist eines meines “Trigger”, also so eine Art Knopfdruck. Ich war gelähmt vor Angst und konnte nicht kontrollieren was folgte. Ich stand einfach an der Wand im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte mich weder bewegen, noch irgendetwas sagen. Der Meister hat glücklicherweise nicht darauf bestanden, meine Form zu sehen. Dieses Verständnis tat sehr gut und ich bin ihm für seine mitfühlende Haltung immer noch dankbar.

 

Manche Türen muss man aufstoßen …

 

Es gab noch einige ähnliche Situationen dieser Art, von “völlig aufgelöst aus dem Training wegzulaufen” bis zur völligen Resignation und Aufgabe. Aber die Geduld des Meisters, einige Gespräche und immer wieder Zuspruch durch ihn sowie aus den Reihen der Mitschüler haben nach und nach dazu geführt, dass einige der Blockaden aufbrachen. Dies war zwar äußerst unangenehm, aber ich merkte mehr und mehr, das sich all die Anstrengung und der innere Kampf lohnen würden. Der Weg war lang jetzt, nach zwei Jahren, bin ich sehr viel stabiler im Umgang mit Kollegen. Ich kann Gesprächspartner direkt ansehen und Blicke nicht mehr unsicher zu Boden. Von “Du strahlt mehr Selbstbewusstsein aus” bis zu “Du lässt Dir nicht mehr so viel gefallen, weiter so!” gehen die Bemerkungen meiner Kolleginnen. Das bestärkt mich und zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin.

 

Durch die Hinzunahme des Kung Fu-Trainings vor einem knappen Jahr hat sich noch mehr verbessert. Nicht nur Kondition und Beweglichkeit, sondern auch, dass ich mir Ziele setzen kann und sie auch erreiche. Ich entwickelte Ausdauer und den Willen, etwas zu schaffen. Und mit jedem “Geschafft!!!” steigt die Motivation weiter zu kämpfen. Ich gehe in kleinen, für mich aber großen Schritten vorwärts.

 

Manchen Gipfel muss man erklimmen ...

Manchen Gipfel muss man erklimmen …

 

Sicher ist Kung Fu nicht das alleinige Mittel gegen psychische Probleme und Erkrankungen. Aber mir hat es sehr geholfen. Noch immer komme ich an Grenzen, aber ich habe gelernt, dass ich sie überwinden kann. Vor Herausforderungen knicke ich nicht mehr so schnell ein. Ich verfalle nicht mehr so schnell in Panik und wenn, dann schaffe ich es auch diese Angst zu meistern. Ich stelle mich der Angst und halte sie besser aus.

 

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig vermitteln, was mir Kung Fu, Tai Chi und Qi Gong bedeuten.
Kindheits-Traumata und Misshandlungen müssen nicht die Persönlichkeit zerstören oder einschränken! Es lohnt jede Anstrengung, wieder ins Leben zu finden.
Frei nach dem Motto “Es ist ein steiniger Weg, doch es lohnt, ihn zu geh’n” (Zitat)
Am Ende möchte ich meinem Meister und meinen Freunden im Training für alles von Herzen danken.
Ich wünsche allen Lesern viel Freude und Mut im Leben.

 

M. aus Bielefeld

 

So nun sind wir schon wieder am Ende angelangt. Wie hat dir der heutige Text gefallen? Kennst du ähnliche Situationen wie die unserer Schülerin? Wie hast du sie gemeistert oder bist du gar noch auf der Suche nach deiner eigenen Strategie?
Vielleicht ist die Kampfkunst auch etwas für dich? Es ist nie zu spät etwas zu verändern!
 

Wenn dir der Text gefallen hat, teile ihn gerne auf deiner Social Media Seite.

 

Alles Gute und bis zum nächsten Mal,
dein Team der Tai Chi Akademie

Und jetzt noch einen Proteinshake!

Hallo und willkommen zum neusten Eintrag in unserem Blog.

 

Heute haben wir wieder einen Expertenbeitrag von unserer freundlichen Marianne für dich. Neben dem Kung Fu verbringt sie Ihre Freizeit mit Krafttraining und bewegt dort Freihanteln, die in Sachen Gewicht so manchen Mann blass werden lassen. Ihr beruflicher Hintergrund gibt ihr die Möglichkeit, uns immer wieder mit medizinischem Wissen zur Nahrungsergänzung usw zu versorgen.
Heute geht es um den Sinn und Unsinn von Eiweißshakes in Trainingsphasen.
Viel Freude beim Lesen.

 

Hallo hier ist mal wieder Marianne,
Viele von euch denken bestimmt nach einem harten Training einen Eiweißshake zu benötigen. Doch ist das ein Muss?! Für was brauche ich das überhaupt?!

 

protein

Kommen wir erst einmal dazu für was der Körper Eiweiß (Proteine) benötigt.
Proteine sind grob gesagt Bausteine des Körpers und „reparieren“ Zellen, Gewebe und Muskelmasse. Außerdem bestehen unsere Hormone, Enzyme und Antikörper aus Proteinen. Es besteht aus 20 Aminosäuren und 8 davon kann der Körper nicht selbst herstellen und muss über die Nahrung aufgenommen werden. Man nennt diese auch essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren.
Da der Körper diese nicht wie Fett oder Kohlenhydrate speichert, ist es wichtig sie täglich mit der Nahrung aufzunehmen. Wenn der Körper zu wenig Proteine zu sich nimmt, fängt er an sein eigenes in Form von Muskeln und Gewebe abzubauen.

 

Bei starker körperlicher Belastung kann sich das negativ auf Kondition, Ausdauer und sportliche Leistungsfähigkeit auswirken.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb täglich 0,8g Eiweiß/kg Körpergewicht zu sich zu nehmen. Bei Leistungssportlern sogar bis zu 1,7g/kg Körpergewicht.
Die alleinige Zufuhr von Eiweiß bringt aber noch keinen Muskelaufbau! Hierzu gehört ein intensives, regelmäßiges Krafttraining. Wobei ohne Eiweiß keine Muskulatur aufgebaut werden kann.
Bevor man aber zu den leckeren Shakes greift, sollte man seinen Eiweißbedarf erst mal mit der Nahrung abdecken. Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, braucht absolut kein Eiweiß in Form von Shakes, Riegeln, etc. Unsere tägliche Nahrung sollte aus ca. 15-20% eiweißreichen Lebensmitteln bestehen.

 

Wo es dann doch von Nöten werden könnte zu einem Shake zu greifen, Dank des heutigen Zeitmangels durch Beruf, etc., wäre z.B. bei einer Low Carb-Diät, als Leistungssportler oder Zeitdruck. So ein Shake ist ja super schnell zubereitet!
Eine eiweißreiche Ernährung hat zudem noch einen positiven Einfluss auf den Cholersterinspiegel und Stoffwechsel . Außerdem hält Eiweiß länger satt.
Pflanzlliche Proteine sind leider nicht so vollwertig wie tierische, deswegen sollten sich Vegetarier/Veganer mehr damit befassen,welche pflanzlichen Proteine sie miteinander kombinieren, um ihre essentiellen Aminosäuren zu decken.

 

Hier ein paar Beispiele an eiweißreichen Nahrungsmitteln mit Eiweißgehalt:

 

· Lammkotelett 50,8g/200g
· Putenbrust 36,2g/150g
· Thunfisch (Fischzuschnitt) 33g/150g
· Kalbsfilet 30,33g/150g
· Lachs 27,6g/150g
· Vollkornteigwaren 20,1g/150g
· Tofu 16g/100g
· Linsen 14,1g/60g
· Magerquark 13,5g/100g
· Kidney-Bohnen 13,3g/60g
· Mandeln 11,2g/60g
· Hühnerei 7,7g/60g
· Haferflocken 7,5g/60g
· Joghurt, vollfett 5g/150g
· Kuhmilch 5g/150g
· Hüttenkäse, Halbfettstufe 3,8g/30g
· Blumenkohl, frisch 3,8g/150g
· grüne Bohnen, frisch 3,6g/150g
· Frischkäse Doppelrahmstufe 3,3g/30g

 

Kommen wir nun zu unseren Eiweißpulvern, denn da ist Eiweiß nicht gleich Eiweiß! Es gibt die unterschiedlichsten Arten in unterschiedlichen Preisklassen. Doch welches ist das Beste?!
Man kann hier leider nicht verallgemeinern. Man sollte auf die biologische Wertigkeit achten. Diese zeigt an wie gut ein Nahrungsprotein in unserem Körper verstoffwechselt werden kann. Je ähnlicher dabei die Aminosäurefrequenz (die sich in unserem Körper befindet) des Nahrungsproteins ist, desto höher ist die biologische Wertigkeit. Außerdem spielt noch der Gehalt der essentiellen Aminosäuren eine Rolle. Je mehr enthalten ist, desto besser!
Die höchste biologische Wertigkeit eines Einzelproteins besitzt Whey (Molkenprotein). Es hat einen Wert von 104. Bereits 20g reichen hier völlig aus, denn für eine maximale Stimulation der Proteinsynthese in den Muskeln reichen bereits 15g essentielle Aminosäuren aus. Und je höher die biologische Wertigkeit, desto weniger Protein pro Mahlzeit sind nötig.

 

Es gibt 3 Arten von Whey Proteinen:

 

· Whey-Protein-Isolat: Gewinnung durch Mikrofiltrations- und Ionenaustauschverfahren; enthält somit 90-96% Protein und durch diese Gewinnung kommt es zu einer sehr hohen Abnahme an Laktose, was besonders für intolerante Menschen von Vorteil ist! Der Laktosegehalt beträgt meist unter 1%; durch das aufwendigere Verfahren meist etwas teurer als das Konzentrat.

 

· Whey-Protein-Konzentrat: es ist die einfachste und weitverbreiteste Form des Wheys; Gewinnung durch Ultrafiltration; Proteingehalt liegt bei 70-80%; Anteil von Kohlenhydraten und Fetten liegt unter 10%; es ist das meist verkaufte und günstigste Whey

 

· Whey-Protein-Hydrosylat: Gewinnung durch Hydrolyse; es kann vom Körper noch schneller aufgenommen werden; wird nicht häufig eingesetzt und das Verfahren ist teuer, deswegen ist es das teuerste Whey; enthält 90-96% Protein.

 

Whey gehört zu den besser wasserlöslichen und schnellverdaulichen Proteinen und wird somit schneller vom Körper aufgenommen und eignet sich somit kurz vor und nach dem Training. Außerdem hemmt und mindert es vor dem Training eingenommen, während und danach den Cortisolspiegel (zu hoher Cortisolspiegel u.a. verlangsamt die Fettverbrennung und Regenerierung der Muskulatur).

 

Dann gibt es noch das Casein:
Es besteht aus langen Aminosäureketten und braucht länger, um verdaut zu werden. Es eignet sich für zwischen den Trainingseinheiten bzw. zwischen Phasen mit langer Trainingsabstinenz. Die biologische Wertigkeit ist bei 77 und somit geringer als bei Whey.

 

Und zu guter Letzt eines der pflanzlichen Proteine, das Sojaprotein:
Es liegt von der biologischen Wertigkeit bei ca. 70 und von der Verdaulichkeit her liegt es zwischen den beiden vorher genannten Proteinquellen.

 

Es gibt natürlich auch noch andere Proteinbestandteile, aber ich habe mich auf die wichtigsten konzentriert.
Und welches davon jetzt das Beste für dich ist, musst du im Endeffekt selbst entscheiden. Es kommt ganz auf die persönlichen Bedürfnisse an. Und wie oben genannt, ist so ein Shake kein Muss, denn es ist nur eine andere Darreichungsform und vereinfachte Form Eiweiß aufzunehmen. Ein Vorteil von Whey wäre z.B dass es keine negativen Begleitstoffe hat, meist fett- und kohlenhydratarm ist. Ich würde mich aber bei der Auswahl an große Markenhersteller halten, denn wie bei Lebensmitteln können auch bei den Proteinpulvern Verunreinigungen oder sonstige Rückstände zu Problemen führen. Woran man sich sehr gut orientieren kann, ist die Kölner Liste. Der Eintrag zeigt an, dass die Produkte rein sind.
Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben, denn exzessive Ausmaße an Proteinzufuhr gehen an die Nieren und erhöht die Harnsäurewerte. Im schlimmsten Fall kann es Krankheiten wie Rheuma oder Gicht begünstigen. Und weil die Niere dann stark arbeitet, verliert der Körper enorm Wasser und somit wichtige Mineralstoffe.
Also wichtig ist es auf jeden Fall den Eiweißbedarf zu decken und da am besten mit Nahrungsmitteln. Zu den Nahrungsergänzungsmitteln sollte man als Freizeitsportler erst greifen, wenn es nicht anders geht.

 

Bis zum nächsten Mal!
Eure Marianne

 

Wir hoffen der Beitrag konnte dir einige Fragen beantworten. Wie gehst du mit Nahrungsergänzungsprodukten um? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Lass es uns einfach in einem Kommentar wissen.
Falls du noch Fragen zu anderen Präparaten hast, lass uns auch dies wissen.

 

Am Ende möchten wir uns noch recht herzlich bei unserer Pharmazeutisch-technischen Assistentin ( Marianne ) für ihre Mühe und den informativen Beitrag bedanken.
Alles Gute und bis zum nächsten Blog

 

Eure Tai Chi Akademie Kaiserslautern

Jaap und Jörg im Zentrum von Himmel und Erde

Montag ist Blogtag,

 

Herzlich Willkommen zu unserem neuen Blogeintrag. Heute hat unser Jörg Roth wieder einen Tagesbericht aus China für dich. Im Juni war er zusammen mit unserem Schüler Jaap Sanders, 2,5 Wochen im Shaolin Tempel / Henan / China. Den beiden liegt neben der Kampfkunst, auch die chinesische Kultur am Herzen. Zusätzlich zu der buddhistischen Tradition des Shaolintempels, wollten sie auch die Welt des Daoismus erfahren und verbrachten einen Tag im Zhongzhou Yue Miao, dem Zentrum von Himmel und Erde in der Stadt Dengfeng.
Was sie erlebt haben, erfährst du in den folgenden Zeilen.

 

Hallo, hier ist mal wieder Jörg Roth.

 

Der Morgen in Shaolin begann wie meist gegen 6.30 Uhr mit Müsli, Früchten, Eiern und einem löslichen Kaffe auf unserem Zimmer.
Gegen 8 Uhr machten Jaap und ich uns auf den Weg zur Trainingshalle im Shaolin Tempel. Nach 2 Runden laufen durch den Tempel, folgte wie jeden Tag das Dehnen an den Felsen hinter der Dharmahalle.
Kurz vor 9 Uhr kam unser Meister Shi Yan Zhao und sagte uns, dass wir heute nicht im Tempel trainieren, sondern ganz traditionell zur Bodhidharmastatue laufen würden. Mit laufen meinte er natürlich rennen.

 

Bei ca 34 °C ist das wirklich keine Freude. Ich muss ganz ehrlich sein, ich musste drei kleine Pausen einlegen um oben anzukommen. Einer dieser Zwischenstops beinhaltete einige Niederwerfungen an der Bodhidharma-Höhle. Auf dem Gipfel des Berges, neben der weißen Statue des ersten Patriarchen, musste ich mir noch einmal 5 Minuten Ruhe gönnen. Nach drei Niederwerfungen vor Bodhidharma mit einem Räucherstäbchen in der Hand, machte ich mich auf den Rückweg. Das Räucherstäbchen ist ein Beweis dafür, dass der Schüler den Weg wirklich komplett gelaufen ist. Der Rückweg verging, im wahrsten Sinne des Wortes, wie im Fluge. Die Treppen sind so steil, dass es anstrengender ist zu bremsen, als einfach nur durchzurennen. Ab und zu muss man aufpassen, dass man bei einem Sprung über die nächsten fünf Treppen oder im vollen Rennen, keinen verträumten Touristen niederstreckt. Nach ca. 50 Minuten war der erste „Dharmarun” dieses Aufenthaltes für mich beendet.

 

Die Treppen zu Bodhidharma sind schon als Wanderung nicht zu unterschätzen

Die Treppen zu Bodhidharma sind schon als Wanderung nicht zu unterschätzen

Unser Meister erwartete Jaap und mich an der Pforte des Nonnenkonvents, in der Nähe des Shaolinhaupttempels. Dort warteten auch unsere Waffen auf uns. So verbrachten wir die restliche Stunde mit dem Training an Speer und Pu Dao ( kleine Hellebarde )
Nach dem Mittagessen, hatten wir an diesem Tag trainingsfrei. Nach den Strapazen des Morgens war ich um diesen Umstand auch von ganzem Herzen dankbar.
Trotzdem hatten wir uns etwas für den Nachmittag vorgenommen und so fanden wir uns gegen 14 Uhr in einem Taxi nach Deng Feng wieder. Unser Ziel war dieses Mal aber nicht die Innenstadt, sonder der größte taoistische Tempel der Provinz Henan. Den ZHONG YUE MIAO (Tempel des Mittleren Gebirges).

 

Die Pforte des Zhong Yue Miao

Die Pforte des Zhong Yue Miao

 

Schon am Tor der Anlage waren wir von der Schönheit der Architektur beeindruckt, jedoch sollte dieser erste Blick nur eine Vorbereitung auf den schönsten Tempel sein, den ich in meinem Leben jemals betreten habe. Über zwei von Bäumen gesäumte kleine Alleen und ein weiteres Tor betraten wir den ersten bebauten Hof der Anlage, der in einer Art Empfangshalle mündete.

 

Dort trafen wir auf die ersten taoistischen Meister. Einer von ihnen kam sofort lachend auf uns zu und bot uns Kuchen an. Etwas perplex aber dennoch froh über diese Begrüßung stellten wir uns mit meinen grundlegenden Chinesischkenntnissen und der internationalen Sprache von Händen und Füßen vor. Er wollte alles wissen. Wo wir herkommen. Wo wir wohnen. Wie alt wir sind. Ob wir Kung fu trainieren, usw. Nachdem die Haltung des Meisters immer herzlicher wurde und er uns schließlich anbot, uns durch den Tempel zu führen, fragte ich ihn nach einem Foto. Er sagte sofort ja, bestand aber darauf, auch eines mit mir haben zu dürfen. So schickte er einen seiner Schüler los um sein Handy zu holen und wir machten einige Fotos.

 

Der freundliche taoistischer Meister zusammen mit Jörg Roth

Der freundliche taoistischer Meister zusammen mit Jörg Roth

Anschließend begann die Führung durch den Komplex. Als erstes zeigte er uns den ältesten Baum im Tempel, der als Heiligtum gilt – ein wirklich erstaunlicher, von der Zeit gezeichneter Stamm, der eine mächtige grüne Nadelkrohne trägt, die mit roten Bändern übersät ist. Leider konnte ich nicht alles verstehen, was unser freundlicher Begleiter darüber erzählte. Dieser Umstand ärgerte mich ein wenig und ich schwor mir, meine Sprachkenntnisse bis zu meiner nächsten Reise in das Land der Mitte zu vertiefen. Im nächsten Hof stand eine große gelbe Kürbisflasche, die, soviel ich weiß, auf einen der acht Unsterblichen der taoistisischen Lehre zurückgeht. Die Flasche des Li Tieguai, soll magische und heilende Substanzen beinhalten. Wer daraus trinkt, erhalte ewiges Leben.
Die Flasche stand im Zentrum des Hofes und von ihr aus ging es in den Himmelsrichtungen zu vier wunderschönen Hallen. Jede dieser Hallen scheint einer Himmelsrichtung gewidmet zu sein.
An Ihren Innenwänden befanden sich Fresken aus den Epochen der Menschheit. So waren zum Beispiel in der ersten Halle Bilder und Szenarien aus dem Leben der Höhlenmenschen und in der nächsten das Aufblühen der Zivilisation in China zu sehen.

 

Die Nördliche Halle des Zhong Yue Miao

Die Nördliche Halle des Zhong Yue Miao

 

Die Decken der Hallen waren kunstvoll verziert und in der Mitte stand immer ein Schrein mit Heiligen und Geisterwesen. Über dem Schrein befand sich immer ein Tier, welches aus der Decke auf den Schrein hinab blickte. Einmal ein Drache, dann ein Phönix.
Leider konnte ich nicht alle Hallen in diesem Hof anschauen, da unser Guide stolz den nächsten Hof präsentieren wollte.
Auf unserem Weg trafen wir immer wieder auf Priester und Nonnen die uns freundlich grüßten, Tee anboten oder wissen wollten, wie uns der Tempel gefällt.
Alles in allem muss ich sagen, so freundlich und herzlich wurde ich noch nie in einem buddhistischen Tempel aufgenommen. Des weiteren, ist mir aufgefallen, dass Taoisten anscheinend viel mehr lachen als Buddhisten. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass wir unerwünscht wären. Es war einfach nur schön, diese Herzlichkeit erleben zu dürfen und man fühlte sich sofort heimisch wohl.

 

die Haupthalle des Tempels in Dengfeng

die Haupthalle des Tempels in Dengfeng

Im nächsten Hof des Tempels stand die große Himmelshalle. Ein mächtiges Gebäude mit einer imposanten Treppe, die von wirklich großen Räucheröfen flankiert wurde. Dort verließ uns der freundliche Meister, da er von einem Kollegen gerufen wurde. Auf einer Erhöhung im Zentrum des Platzes vor der Halle war ein kleines Loch im Boden, in dem eine Art Kristallkugel eingelassen war. Eine sehr nette Nonne versuchte uns zu erzählen, was es damit auf sich hatte. Soviel wir es verstanden haben, handelt es sich um das sogenannte ZENTRUM VON HIMMEL UND ERDE. An einem der Festtage im Tempel scheint die Sonne direkt in das Loch und erleuchtet die Kugel. Wenn man sich darüber stellt, hat man in diesem Moment keinen Schatten und steht somit im Zentrum zwischen Himmel und Erde. Nach dieser Einweisung gingen wir hinauf zur Halle.

 

so unscheinbar ist das Zentrum von Himmel und Erde

so unscheinbar ist das Zentrum von Himmel und Erde

 

Dort konnte man einen taoistischen Segen bekommen. Für 150 Yuan (ca. 20 Euro), die dem Tempel zugute kommen, bekam man einen Zylinder mit Holzstäbchen vorgehalten. Nachdem die Stäbchen durch im Kreis schwenken gemischt wurden, durfte man eines ziehen. Dieses Zufallssystem entscheidet über den Segenstext den man ausgehändigt bekommt. Ich fand dieses kleine Ritual sehr schön und nahm die Chance dazu gerne an. Anschließend setzen wir uns in eine Ecke des Platzes und genossen einfach den Moment. In diesem Moment wurde mir erst mal klar, dass hier im Tempel außer uns gerade mal rund 20 Besucher waren. In Shaolin, sind es an einem sonnigen Nachmittag ca 2000. Wirklich schade, dass dieser wundervolle Ort anscheinend so wenig Aufmerksamkeit bekommt. Aber wahrscheinlich sind die Bewohner gar nicht so böse darum. Wir fanden die Stille heilsam und äußerst angenehm.
Gerade als wir gehen wollten, begann ein Priester auf dem Platz vor der großen Halle mit seinen Tai Chi Übungen. Es war sehr beeindruckend. Die Bewegungen waren runder und kreisender als ich sie jemals gesehen hatte. Auch seine Schritte formten Kreise und Wirbeln.
 

Das Tor zum Haupthof

Das Tor zum Haupthof

 

Dann wurde es aber wirklich Zeit zu gehen, da der Tempel allmählich geschlossen wurde. Wir hatten ein paar wundervolle Stunden im Zhong Yue Miao verbracht, sehr nette Menschen kennengelernt und sogar ein wenig taoistisches Tai Chi gesehen.
Mit einem Taxi ließen wir uns zurück zu unserer Unterkunft in Shaolin bringen und beendeten den Abend mit einem wohlschmeckenden Essen.

 

Alles Gute
Jörg Roth

 

Wie hat dir der Bericht gefallen? Warst du schon mal in einem Tempel, einer exotischen Geisteshaltung? Was hast du dort erlebt? Über welche Berichte aus China würdest du dich freuen?
Lass es uns wissen.

 
Bis zum nächsten Mal.
Dein Team der Tai Chi Akademie

Ran ans Eisen!

Hallo,
Heute hat unsere vereinseigene Apothekerin, Marianne, wieder einmal einen Beitrag für alle Sportler beigesteuert. Es geht um Nahrungsergänzungsmittel, ein Thema mit dem du dich sicher auch schon auseinander gesetzt hast. Heute geht es im speziellen um Eisenpräparate. Welche dieser Mittel machen Sinn und welche sind nicht zu Empfehlen. Welche natürlichen Alternativen gibt es? Dies und vieles Mehr erfährst du in den folgenden Zeilen.

 

Langhantel

Langhantel

Eisen ist ein sehr „machtvolles“ Spurenelement und essentiell für den menschlichen Organismus.
Es ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt, Bestandteil vieler Enzyme und natürlich in unserem roten Blutfarbstoff Hämoglobin (u.a. für den Sauerstofftransport zuständig) enthalten.
Bei Sportlern ist Eisen daher sehr wichtig für den Energiestoffwechsel und Sauerstofftransport. Durch Eisenmangel werden nahezu alle Zellfunktionen beeinträchtigt, vor allem die mit hohem Sauerstoffbedarf. Dabei kommt es unter anderem zu Muskelschwäche, Infektanfälligkeit und Blutarmut. Anzeichen hierzu sind verminderte Leistungsfähigkeit, andauernde Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen, kribbeln in Händen und Beinen.

 

Nur wie kann es zu einem Mangel kommen?
Blutungen, wie beispielsweise verstärkte oder zu häufige Menstruation, chronische Entzündungen, Nierenfunktionsstörungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Krebs können einen Mangel verursachen, aber auch in der Schwangerschaft und Stillzeit kommt es zu einem erhöhten Bedarf. Die empfohlene Tagesdosis beträgt bei Männern 10mg/Tag und bei Frauen im gebärfähigem Alter 15mg. Bei Ausdauersportlern beträgt sie bei Männern 20mg und bei Frauen 30mg.

 

Dies kommt durch das zunehmende Blutvolumen durch das Training. Dadurch dass die Eisenaufnahme über die Nahrung sehr gering ist, so dass größere Verluste damit kaum auszugleichen sind, ist es nötig bei einem Mangel Eisenpräparate einzunehmen. Dabei ist es wichtig zweiwertige Eisenverbindungen zu verwenden, da nur diese vom Körper aufgenommen werden können. Die Aufnahme kann man verstärken, indem man Säure zusetzt z.B. Vitamin C (mit einem Glas Orangensaft).

 

Aber eine tägliche Dosis von 5mg Fe2+/kg Körpergewicht sollte nicht überschritten werden und für jede Altersgruppe, Gewichtsklasse und Erkrankung muss die Dosierung individuell angepasst werden. Außerdem können verschiedene Medikamente (z.B. verschiedene Vitamine, manche Antibiotika, Parkinsonpräparate, Schilddrüsenpräparate, Mittel gegen übermäßige Magensäure) und Erkrankungen, wie oben beschrieben die Aufnahmefähigkeit von Eisen verändern oder Eisen kann sich negativ auf die Aufnahme der verschiedenen Medikamente auswirken. Deswegen ist es nötig einen Arzt zu Rate zu ziehen, um einen Mangel festzustellen und die richtige Dosierung zu erfassen. Denn eine Überdosierung kann schädliche Auswirkungen für den menschlichen Organismus haben.

 

Nun komme ich zu den allgemeinen Hinweisen zur Einnahme von Eisenpräparaten.
Man sollte das Präparat nüchtern, am besten ½ -1 Stunde morgens vor dem Frühstück oder mit ausreichendem Abstand von ca. 2-3 Stunden vor oder nach einer Mahlzeit einnehmen. Am besten mit ausreichend Wasser, aber nicht mit Kaffee, schwarzem Tee oder Milch (da enthaltenes Calcium und Phosphor die Aufnahme verringern)! Als häufige Nebenwirkung kann eine Dunkelfärbung des Stuhls vorkommen, die aber unbedenklich ist und gelegentlich kann es auch zu Verstopfung oder Magen-Darm-Beschwerden kommen.

 

Kommen wir nun zu ein paar Beispielen an vertrauenswürdigen Präparaten, die es in der Apotheke gibt:

 

Eisen(II)gluconat

Ferrum Verla
 

2.Ferrum Verla

1 Tablette enthält 35mg Eisen(II)-Ionen und die durchschnittliche Tagesdosierung für Erwachsene und Jugendliche ab 50kg Körpergewicht beträgt 2-3x 1-2 Tabletten.

 

Floradix Sirup
 
3.Floradix

15ml Sirup (1 Messlöffel) enthält 12,26mg Eisen(II)-Ionen und die durchschnittliche Tagesdosierung beträgt beim Erwachsenen 3x15ml.
Dieses Präparat eignet sich für drohenden Eisenmangel.
 
Eisen(II)sulfat

Ferro sanol duodenal 100mg
 
4.ferrosanol

1 Kapsel enthält 100mg Eisen(II)-Ionen und die durchschnittliche Tagesdosierung bei ausgeprägtem Eisenmangel für Erwachsene von 50-60kg KG beträgt 2×1 Kapsel und ab 60kg KG2-3×1 Kapsel.
Dieses Präparat eignet sich besonders gut, falls man das Eisen vom Magen her nicht verträgt, da es erst im Dünndarm aufgenommen wird.
 

Tardyferon Depot
 
5.tardyferon

1 Retardtablette enthält 80mg Eisen(II)-Ionen und die durchschnittliche Tagesdosierung bei leichten Eisenmangelzuständen beträgt 1×1 und bei schweren Eisenmangelzuständen je nach Körpergewicht 1-2×1 Retardtablette.
 
Eisenphosphat
 
Ferrum phosphoricum D12 als Schüßler-Salz/Salbe(Nr.3) oder Globuli
kann immer genommen werden, wenn ein Entzündungsvorgang frisch ist z.B. bei frischen Verletzungen, in der ersten Phase bei Infektionskrankheiten, Entzündungen der inneren Organe oder nach Blutungen. Eignet sich auch super bei leichten Sport- und Freizeitverletzungen als Salbe.
Dosierung bei Erwachsenen:
akut: halb-/stündlich 1 Tablette oder 5 Globuli bis zu 12x lutschen, da der Wirkstoff in der Homöopathie über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. Wenn sich die Symptome besser kann man auf 2-3x täglich reduzieren.
 
Falls man doch versuchen möchte die tägliche Dosis von 10-15mg mit der Nahrung aufzunehmen, gebe ich ein paar Beispiele mit Menge an:

 

· 100g Schweineleber
· 150g Sesam
· 200g Weizenkeime
· 200g Hülsenfrüchte
· 350g Nüsse
· 350g Vollkornmehl
· 400g Spinat
· 750g Muskelfleisch

 

Hierzu muss aber noch gesagt werden, dass der Körper tierisches Eisen besser verwerten kann als pflanzliches.
Ich hoffe, ich konnte euch den Wert des Eisens im menschlichen Körper ohne viel Fachchinesisch näher bringen. Bis zum nächsten Mal!

 

Eure Marianne

 

Wir danken Marianne für ihre Mühe und das teilen ihres Fachwissens. Welche Erfahrungen hast du mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht? Was ist deine Meinung dazu? Wie immer freuen wir uns über das Teilen des Beitrags und ein Like auf unserer Seite. Falls du mehr über Nahrungsergänzungsmittel erfahren möchtest empfehlen wir dir auch unseren Beitrag über Mangnesiumpräperate, den du unter folgendem Link finden kannst. https://www.tai-chi-akademie.de/muskelkater-trotz-magnesium/
Wir danken dir für deine Aufmerksamkeit.
 
Bis zum nächsten mal.
Dein Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern

Alles neu oder nur ein wenig anders?

Hallo zu unserem neuen Blogeintrag,

Vor einem halben Jahr, haben wir unseren Verein etwas umstrukturiert. Es wurde eine komplette Prüfungsordnung verfasst und das Training dementsprechend neu gestaltet. Unsere Schülerin Seraina hat nun ihre Eindrücke zu diesen Neustruckturierungen und ihrer Prüfung für den 3. Schülergrades zusammengefasst. Viel Freude beim Lesen.

Alles Neu oder nur ein wenig Anders?
Die ersten Schülergradprüfungen in unserer neuen Vereinsstrucktur.

Kennst du das? Du hörst das Wort „Prüfung“ und schon fahren dir alle Barrikaden im Kopf hoch und dein Organismus sträubt sich aufs äußerste? So geht es mir sehr oft. Zum Beispiel wollte sich diese gerade bei mir aufbauen, als im Januar unsere Meister uns eröffneten, dass wir von nun an die Möglichkeit haben uns für den nächsten Schülergrad prüfen zu lassen unter den strengen Augen unseres Großmeisters Adelino und den nicht minder strengen Augen von Meister Dirk und Meister Markus. Aber noch bevor ich diese Information richtig verarbeiten konnte war irgendwie schon klar, dass ich genau dies tun werde zusammen mit drei weiteren Mitstreitern: Jaap, Ben und Magnus. Zwar ist man im Moment der Prüfung auf sich gestellt aber mich beruhigte es dennoch ungemein, dass ich nicht alleine im Boot sitze.

Ben, Seraina und Magnus erhielten am 17.06.2015 Ihren 3. Schülergrad.

Ben, Seraina und Magnus erhielten am 17.06.2015 Ihren 3. Schülergrad.

Und so begann ein neuer Weg für uns alle. Denn in den folgenden Trainingseinheiten kamen wir nicht nur unserem „üblichen“ Pensum nach, sondern erweiterten diesen mit den geschaffenen Rahmenbedingungen der jeweiligen Prüfungsanforderung.
Je nach Höhe des Schülergrades erweitert sich die Liste der Anforderungen, d. h. wenn man sich für den zweiten Grad prüfen lässt, gehört auch die Anforderung des ersten Grades mit dazu. Und da Kung Fu sehr vielseitig ist, ist die Prüfung nicht nur auf die Formen beschränkt. Es kommen noch Schlag- und Trittarten hinzu, von denen sowohl die Ausführung als auch der jeweilige Name sitzen muss, da diese grundlegend sind für die Selbstverteidigungstechniken und für die dynamische Kampfanwendung, was ebenfalls Bestandteile der Prüfung sind. Auch hier gilt: je höher der Grad, desto mehr Wissen wird vorausgesetzt. Und um das ganze noch zu vervollständigen, gehört natürlich auch die korrekte Haltung von mindestens drei Ständen dazu, und zwar für mehrere Minuten (Länge und die Art des Standes ist ebenfalls abhängig vom Schülergrad)! Und so ein paar wenige Minuten können unglaublich lang werden…
In den kommenden Wochen haben wir uns also intensiv mit den Anforderungen auseinandergesetzt. Da uns die Formen weitestgehend in der Ausführung bekannt war, mussten wir diese nur noch gründlichst üben. Allerdings waren uns die Selbstverteidigungstechniken noch unbekannt, also widmeten wir uns während des Trainings vor allem diesen. Wer schon öfters Kung Fu Filme gesehen hat, weiß, dass die Kampfkunst sich gerne verschiedener Elemente aus dem Tierreich bedient. Dadurch lernten wir neue, für die jeweilige Tierarten charakteristische Bewegungen, die ein noch größeres Spektrum an Möglichkeiten offenbaren. So sind z. B. in unseren Prüfungsanforderungen die ersten fünf Selbstverteidigungstechniken (welche genau definiert wurden) im Kampfstil des Tigers. Für den Tiger ist u. a. charakteristisch, dass er mit dem Handballen schlägt und beim durchziehen des Schlages mit seinen Klauen kratzt. Weitergehend gab es ab den zweiten Schülergrad den Kampfstil des Drachens. Dieser Stil ist für mich am schwierigsten zu verstehen – ich habe noch nie einen Drachen kämpfen sehen…

Ein Moment der Ruhe bevor die Übergabe der Urkunden und Anzüge, durch Meister Dirk und Meister Markus erfolgt.

Ein Moment der Ruhe bevor die Übergabe der Urkunden und Anzüge, durch Meister Dirk und Meister Markus erfolgt.

Im Verlauf der Wochen wurden uns die entsprechenden Inhalte beigebracht und dann hieß es: üben, üben üben. Dabei kam ich mehrmals an meine Grenzen, da ich jegliche Art von Gewalt ablehne und mir deswegen oft selbst im Weg stehe bei Partnerübungen. Aber bekanntlich wächst man mit seinen Aufgaben und natürlich sind wir darauf bedacht, dass niemand verletzt wird, aber den einen oder anderen blauen Fleck gibt es halt doch.
Für mich fühlte sich diese Zeit wie ein langer Atemzug an. Ich habe lange und tief eingeatmet und so meine Lunge gefüllt und manchmal stockte ich, wenn ich an meine Grenzen kam. Und dann kam der 29. Mai 2015, der Tag der Prüfung – die Lunge war voll und mein Atem hielt an. Magnus und ich wurden vor die Tür geschickt und Ben wurde zuerst geprüft. Danach war Magnus an der Reihe und anschließend ich. Jaap hatte vorzeitig die Prüfung schon erfolgreich abgelegt, da er sich zu diesem Zeitpunkt mit unserem Trainer Jörg in China befand.
Nach der Prüfung standen wir drei den Meistern gegenüber und sie verkündeten uns, dass wir alle bestanden haben. Ich atmete endlich aus und war entspannt – es heißt ja nicht umsonst man soll einfach mal tief durchatmen 😉

Seraina erhält, sichtlich erleichtert, ihre Urkunde und den mit dem Schülergrad-Abzeichen bestickten Anzug.

Seraina erhält, sichtlich erleichtert, ihre Urkunde und den mit dem Schülergrad-Abzeichen bestickten Anzug.

Das Training am 17. Juni 2015 hatte schon beim betreten der Halle eine ganz andere Stimmung: es war ein kleiner Altar aufgebaut, die Meister riefen zur Aufstellung und nach der Begrüßung wurden Ben, Magnus und ich vorgebeten (Jaap musste leider kurzfristig absagen). Eingeleitet von einem Gong hielten wir für einen Moment inne. Danach richteten die Meister das Wort an uns und an die anderen Schüler und berichteten von unserer bestandenen Prüfung. Sie erzählten auch, dass es nicht nur für uns ein außergewöhnliches Ereignis sei, sondern auch für Meister Dirk und Meister Markus, da wir die ersten Schüler sind von denen sie die Prüfung abgenommen haben. Auch für unseren Großmeister Adelino war es das erste mal, dass er gemeinschaftlich mit den Meistern prüfte. Zur Bekräftigung und dem respektvollen und bewussten Umgang der neu erlernten Fähigkeiten schworen wir, dass wir diese gegen niemanden mutwillig einsetzen, sondern nur wenn es die Situation im äußersten Fall erfordert. Damit wurden uns unsere Anzugjacken mit dem aufgenähten Abzeichen des jeweiligen Schülergrades und eine Urkunde überreicht. Wir haben es geschafft! Jaap hat den ersten Schülergrad erreicht, Ben den zweiten und Magnus und ich den dritten. Wir wurden von allen beglückwünscht und starteten nun mit neuer Motivation ins Training.

Großmeister Adelino Rondalli überwacht die Zeremonie und gratuliert den Prüflingen zum 3. Schülergrad.

Großmeister Adelino Rondalli überwacht die Zeremonie und gratuliert den Prüflingen zum 3. Schülergrad.

Ich möchte mich hiermit bei den Meistern bedanken. Ich habe öfters mal gegrummelt und die Nerven fast verloren, und dennoch waren sie geduldig mit mir und ermutigten sie mich weiterzumachen. Rückblickend gesehen war alles nicht mal halb so wild. Den größten Stress macht man sich selbst, und solche Situationen sind super um daraus für den Alltag zu lernen, wenn man mal wieder aus den Bahnen gerät. Und Spaß gemacht hat es auch, ich habe wieder einige neue Facetten des Kung Fu kennen gelernt und möchte daran anknüpfen, neues lernen, bisher erlerntes festigen und wieder an meine Grenzen
kommen, um diese zu erweitern und über mich selbst hinauswachsen – jedes mal ein Stückchen mehr.
In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute,
Seraina

Wir hoffen, die Schilderung hat dir einen Einblick in unsere Trainingsstrucktur ermöglicht und möchten uns recht herzlich bei Seraina für Ihre Mühe bedanken.
Welche Erfahrungen mit Trainings- und Prüfungsstruckturen hast du schon gesammelt. Findest du Prüfungen förderlich oder eher störend in Sportvereinen? Lass es uns wissen mit einem Kommentar. Wie immer freuen wir uns sehr, wenn du unseren Beitrag auf Facebook teilst und uns ein Like hinterlässt.

Bis zum nächsten Mal.
Alles Gute wünscht dir das Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern.

Die Reise nach Shaolin. Teil 1

Hallo, schön das du wieder ein bisschen Zeit hast Unseren Blog zu Lesen.
In den letzten Einträgen, haben wir angedeutet, dass zwei unserer Mitglieder sich auf den weiten Weg, nach China, gemacht haben. Dort trainierten sie 2,5 Wochen in der Wiege des chinesischen Kung Fu, dem Shaolin Muttertempel in der Provinz Henan.
Jörg unser Spezialist für Shaolinkultur in der Tai Chi Akademie besuchte den Tempel zum zweiten Mal innerhalb von 2 Jahren und hatte im Verein dazu aufgerufen, ihn zu begleiten. Dem Ruf gefolgt war unser Mitglied Jaap Sanders. Jörg hat sich die Mühe gemacht, ein kleines Reisetagebuch zu führen und möchte dich nun zum ersten seiner Einträge einladen.

27.05.2015, Eintrag von Jörg Roth
Es beginnt …

Die Buddhahalle des Shaolinklosters nachdem der Touristenstrom versiegt ist.

Die Buddhahalle des Shaolinklosters nachdem der Touristenstrom versiegt ist.

Ich habe grauenvoll geschlafen. Die Unterkunft im Shaolin Deciples Home ist karger als bei meinem letzten Besuch. Am schwersten für meine Nachtruhe war die Reismatte, die hier überall als Matratze dient. Ich habe noch nie auf so etwas hartem geschlafen. Naja, bin eben ein verweichlichter Europäer.
Als der Wecker um 6 Uhr klingelt freue ich mich auf ein Frühstück, wie bei meinem letzten Besuch, mit Teigknödeln und gebratenem Gemüse. Doch auch hier Fehlanzeige. Im Frühstücksraum steht eine Schachtel mit süßen Fertigkaffeestückchen und daneben eine Schale mit gekochten Eiern.
Puh, in diesem Moment kann ich die Haltung nur schwer bewahren. Miese Kombination: 4 Stunden Schlaf, Rückenschmerzen und Hunger. Ich hoffe, dass der Tag positives bringt. Meine Laune ist gerade etwas auf dem Tiefpunkt.
Aber was solls, ich werde eben mal wieder in der Fähigkeit des, mit dem Gegebenen auskommen und die Gegebenheiten ohne zu bewerten als solche anzunehmen, unterrichtet.
Ganz in diesem Geiste mache ich mich auf ins und besorge ein bisschen Fladenbrot.
Dann heißt es Aufbruch zum ersten Training.

Im Tempel werden Jaap und ich erst mal unserem Meister vorgestellt. Da es mal wieder, wie auch das letzte Mal, im Tempel an Waffen mangelt, bittet uns dieser unsere Trainingswaffen, mittags in Dengfeng zu kaufen und heute Morgen nur Basics zu üben. Macht in meinen Augen auch ziemlich Sinn, das erste Training mit Basics zu verbringen. Er kann bei diesen Übungen unsere Vorkenntnisse und Fähigkeiten sehen, bevor wir eventuell mit einer Form beginnen, die zu schwer für uns ist. Die Übungen sind mal wieder der übliche Standard, stellenweise etwas anders zusammengestellt. Also kein Problem. Jaap scheint sehr erleichtert, dass er nicht der einzige mit weniger Erfahrung in der Gruppe ist, ein Mädchen aus Indien und ein Schüler aus Rumänien, sind auf ähnlichem Stand wie er, wobei ich sagen muss, dass unser Jaap eine ganze Schippe mehr Begabung und Willen mit in die Wagschale wirft.
Dann ist es auch schon 11 Uhr und das erste Training ist beendet.
Also zurück zur Unterkunft wo das Essen schon sehr bald fertig ist. Gestärkt gehen wir dann gemeinsam mit zwei unserer Mitschüler nach Dengfeng zum einkaufen. Ich liebe es diese Kung Fu Läden auf den Kopf zu stellen, habe mir aber angewöhnt, strikt nach meiner Einkaufsliste zu shoppen. Die günstigen Preise versetzen einen einfach zu schnell in eine Art Kaufrausch.
Dann auf dem Weg zum Supermarkt stoßen wir auf eine der Schattenseiten der chinesischen Mentalität. In einem kleinen Käfig an der Straße kauern 6 Hundewelpen, dicht an dicht bei 30 Grad ohne einen Tropfen Wasser. Die kleinen sind völlig am Ende ein weiterer Hund kläfft in einem Käfig nebenan auch ohne Wasser, aber zumindest mit einer leeren Schüssel vor seinen Pfoten. Wir geben unsere Wassevorräte an die armen Geschöpfe ab, als ich einfach den Käfig der Kleinen öffne und den Welpen eine große Schüssel Wasser reinstelle, kommt eine ältere Frau angelaufen und keift uns an. Erst als die kleinen meine 2. Flasche Wasser getrunken haben und dankbar aufschauen reagiere ich auf die Frau. Ich stehe einfach nur auf, schaue sie etwas zornig an, halte ihr meine Malakette vors Gesicht und entgegne ihr einen buddhistische Gruß. Sie scheint dies sehr gut zu verstehen und ist still.
Für uns geht es nun in den lauten Supermarkt.

Wir waren Trainingswaffen einkaufen. Jörg: Pudao / kurze Hellebarde - Jaap: Jiang / Speer

Wir waren Trainingswaffen einkaufen. Jörg: Pudao / kurze Hellebarde – Jaap: Jiang / Speer

Gegen 17 Uhr sind wir wieder am Tempel und machen uns an den Aufstieg zum Kung fu Dorf, Wanzigou, auf dem Hügel. Bepackt wie wir sind, ist der Hügel ein ernster Gegner, aber da er auch der Weg zur nächsten Mahlzeit ist, überwinden wir ihn gut gelaunt.
Nach dem Essen gehen Jaap und ich alleine zurück zum Tempel, unseren Verantwortlichen, Herrn Wang finden wir nicht, dafür genießen wir unseren ersten Abend im Shaolintempel. Wir machen einige Fotos, erleben wie die Menschen die Mauern verlassen und Vögel und Katzen die Gebäude und Höfe übernehmen.

Die friedliche Stille ist beeindruckend. Nach Ca 2 Stunden, machen wir uns auf den Weg zum Pagodenwald, den wir in der Dämmerung erreichen. Ich zeige Jaap die Pagoden der verstorbenen Äbte von Shaolin und bin geschockt. Vor 2 Jahren noch waren alle Pagoden in Takt, nun sind unfassbar viele mit Holzstangen abgestützt und vom Einsturz bedroht.
Sehr schade. Für unseren Profi Jaap sieht alles nach einem leichten Erdbeben oder einer Setzung des Bodens aufgrund einer Absenkung des Grundwasserspiegels aus.
Es ist schon dunkel als wir zum Dorf zurückkehren und uns ein Feierabendbierchen genehmigen. In solchen Momenten bin ich wirklich froh, dass ich kein Mönch bin. Als wir gerade gehen wollen sehe ich endlich ein vertrautes Gesicht. Einer meiner Meister vom letzten Aufenthalt kommt strahlend auf mich zu und umarmt mich kräftig, ich bin unglaublich glücklich, aber auch ein bisschen beschämt, da mein chinesisch trotz Unterricht und vielem üben nicht ganz ausreicht. Dennoch schaffen wir es uns für morgen im Tempel zu verabreden, wo ich auch andere meiner Freunde vom letzten Mal treffen soll. Happy gehen Jaap und ich zurück und trainieren noch eine Stunde im Hof des Deciples home. Um 22.30 Uhr falle ich müde auf meine Reismatte.

So, wir hoffen dir hat der erste Tagebucheintrag gefallen. Jörg wird immer mal wieder einen seiner Einträge in unserem Blig veröffentlichen. Sollten beim Lesen Fragen aufgekommen sein, oder interessiert dich ein bestimmtes Thema, rund um die Reise und den Shaolintempel / Henan in China, so schreib uns einfach einen kleinen Kommentar.
Wie immer freuen wir uns sehr, wenn ihr unseren Eintrag im sozialen Netz teilt und ein “Gefällt mir”
hinterlasst.

Vielen Dank fürs vorbeischauen.
Alles Gute

Das Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern

Eine große Show

Ein freundliches Hallo,
schon wieder sind 2 Wochen vergangen und wir haben einen Blogeintrag für dich.
Dieses Mal geht es wieder um unser Vereinsprojekt: Was Andere können – Machen wir auch!
Unsere Schüler von der Schule für ganzheitliche Förderung am Beilstein, hatten am 09.05.2015 die Möglichkeit Ihr können bei einer Vorführung unter Beweis zu stellen.
Mit grossem Erfolg. Der Bericht stammt aus der Feder von Ellen Bold. Sie ist eine der freiwilligen Helfer aus unserem Verein, die den Unterricht in der Beilsteinschule erst möglich machen.
Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen.

Nicht alle der 30 Kinder, die am Beilstein mit uns trainieren, waren so mutig wie unsere kleinen Helden hier.

Nicht alle der 30 Kinder, die am Beilstein mit uns trainieren, waren so mutig wie unsere kleinen Helden hier.

Herzlich Willkommen zu meinem kleinen Bericht.
Heute will ich dir ein paar Eindrücke zu unserem Auftritt am Samstag den 09.05.2015, zum Anlass des europaweiten Aktionstages der Menschen mit Behinderung geben. Falls du von diesem Tag noch nie etwas gehört hast: Er findet jährlich in Kooperation mit den Behindertenverbänden statt, die an diesem Tag den “Europaweiten Aktionstag der Menschen mit Behinderung” begehen. Dabei wird in Kaiserslautern ein buntes Programm, von Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam gestaltet und auf dem Platz an der Stiftskirche aufgeführt.
Wie die letzten beiden Jahre auch war unser Showteam wieder zur Stelle. Doch dieses Mal hatten wir neben unserer Show auch noch 9 Kinder der Beilsteinschule mitgebracht die auch ihr Können zeigen wollten. Vor ca. 1 ½ Jahren begann die Tai Chi Akademie in der Schule für ganzheitliche Förderung am Beilstein in Kaiserslautern jeden Dienstag Morgen von 9 – 11 Uhr mit den Kindern Kung Fu zu trainieren. Ganz nach dem Motto: „Was andere können, mach wir auch.“ Auch wenn es am Anfang wirklich anstrengend war mit 10 bis 20 Kindern zu trainieren, sind diese mittlerweile wirklich gut geworden. Mit ihrer Motivation, ihrer Herzlichkeit und ihrem Ehrgeiz erobern sie einfach jeden. Und man sieht einmal mehr, was man mit Übung alles erreichen kann. 😉

Ellen, Joshua, Seraina und Jaap begleiten unsere Beilsteinschüler während ihres ersten öffentlichen Auftritts

Ellen, Joshua, Seraina und Jaap begleiten unsere Beilsteinschüler während ihres ersten öffentlichen Auftritts

Aber zurück zu unserem Auftritt, dem eigentlichen Thema dieses Artikels. Nachdem wir uns alle gemeinsam aufgewärmt hatten, konnten wir gegen 13:30 mit unserem Auftritt beginnen. Wie so oft bei solchen Veranstaltungen war der Zeitplan nicht zu halten gewesen. Nervös und mit etwas Lampenfieber, ob auch wirklich alles so klappen würde betrat zuerst unser Showteam die Bühne. Alles lief wie am Schnürchen. Beginnend mit den ruhigen Bewegungen aus dem Qi Gong, dann einige Hand- und Waffenformen aus dem Kung Fu, bei denen die Zuschauer umherwirbelnde Stöcke, fliegende Fächer und die Schnelligkeit der Bewegungen beobachten konnten. Nach diesem Feuerwerk folgte das Tai Chi Chuan um uns und dem Publikum wieder etwas Ruhe zu geben, bevor zum Schluss den Höhepunkt mit einer Gruppenform erreichten. Damit war das Showteam fertig und ging unter Applaus ab. Eine Viertelstunde voller Aufregung war überstanden. Trotzdem stieg die Anspannung und das Lampenfieber eher, als dass es fiel. Es folgte der lang herbeigesehnte Auftritt mit den Beilsteinkindern.Wir, 4 Mitglieder des Showteams, stellten uns also mit den Kindern auf. Hinter uns interviewte unterdessen die Reporterin eine der Lehrerinnen die das Projekt an der Beilsteinschule seit Beginn unterstützen. Ich muss wohl zugeben, dass wir Trainer vermutlich viel nervöser waren als die Kinder. Insbesondere ich, da ich die Aufgabe hatte die Kommandos zu geben und im richtigen Tempo und auf keinen Fall zu schnell, damit die Kinder auch genügend Zeit haben würden, die Bewegungen korrekt auszuführen. Man macht sich einfach zu viel Gedanken, denn die Kinder gaben ihren ganzen Feuereifer. Auch wenn sie bei den ersten Bewegungen wohl noch etwas irritiert von den vielen Zuschauern waren, kamen sie sehr schnell wieder zurück zu der inneren Konzentration, die sie auch im Training zeigen. Jede Bewegung wurde mit Überzeugung ausgeführt und falls man doch mal die falsche Hand oder den anderen Fuß hatte, konnten sie sich an uns 4 Gruppenleitern gut orientieren. Und schließlich war es ihr erster Auftritt, also nicht zu viel Kritik!
Schlussendlich verblüfften sie durch ihre Darbietung jedoch nicht nur die Zuschauer, sondern auch diejenigen, die schon länger mit ihnen trainieren. Die Tatsache, wie gut es den Kindern selbst gefallen hatte wurde spätestens klar, als sie folgendes sagten: „ Wir können das doch noch mal machen!“.

Wir Danken unserem Showteam (Magnus, Seraina, Ellen, Jaap, Carsten) für die großartige Leistung.

Wir Danken unserem Showteam (Magnus, Seraina, Ellen, Jaap, Carsten) für die großartige Leistung.

Natürlich ist es schwer, die Euphorie richtig auf Papier wiederzugeben. Wenn man so etwas wirklich verstehen will, muss man es erleben. Vielleicht konnte ich dich ja ein wenig begeistern und bei unserer nächsten Vorstellung bist du unter den Zuschauern und jubelst unseren kleinen Helden von der Beilsteinschule zu?
Bis dahin mach’s gut.
Ellen

Nun sind wir wieder am Ende des dieswöchigen Eintrags angekommen. Wir möchten uns bei unserem Showteam und den Trainingsleitern unseres ehrenamtlichen Projektes für Ihren Einsatz und die großartige Vorführung bedanken. Wie immer möchten wir wissen, wie dir als Leser dieser Bericht gefallen hat. Wir würden uns sehr freuen, wenn du unseren kleinen Beitrag teilst und somit unsere ehrenamtliche Arbeit ein wenig unterstützt. Wenn Du fragen zu unserem Projekt (WAS ANDERE KÖNNEN – MACHEN WIR AUCH) hast, MELDE DICH BEI UNS und falls Du unsere Vereinsarbeit fördern möchtest, gibt es nun auch die Möglichkeit für den Ausbau unseres Projektes zu spenden.

IBAN: DE 75 54050110 0000 394494
BIC: MALADE51KLS
Verwendungszweck: SPENDE / WAS ANDERE KÖNNEN – MACHEN WIR AUCH!

Vielen Dank für deine Zeit und das Lesen unserer Zeilen.
Bis zum nächsten Mal.

Dein Team der

Tai Chi Akademie Kaiserslautern

Geduld und Beharrlichkeit

Hallo!

Schön, dass wir dich wieder zu unserem Blog begrüßen dürfen.

Während du diese Zeilen liest sind unsere beiden Chinareisenden, Jaap und Jörg wahrscheinlich schon im Flugzeug ins Land der Mitte. Jörg hat uns vor seiner Abreise noch einen Text zur Verfügung gestellt. Es geht um 2 tragende Säulen des Kampfkunststudiums.

Geduld und Beharrlichkeit. Viel Freude beim Lesen.

Ein Vorbild für die Geduld und Beharrlichkeit. In dieser Höhle meditierte Bodhidharma der Legende nach 9 Jahre lang.

Ein Vorbild für die Geduld und Beharrlichkeit. In dieser Höhle meditierte Bodhidharma der Legende nach 9 Jahre lang.

Hallo Zusammen hier ist mal wieder Jörg Roth von der Tai Chi Akademie.

ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN – das ist, was die Lehrer immer wieder wiederholen und auch ich habe diese Worte sehr oft zu hören bekommen. Diese Worte zu hören, wenn ich mal nicht weiterkam, war immer ein Ansporn für mich, es weiter zu versuchen. Denn früher oder später haben das beharrliche Üben und das nicht Aufgeben mich stets ans Ziel geführt. Im wöchentlichen Training und in Workshops habe ich aber festgestellt, dass die meisten Schüler das ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN nicht mehr als Ansporn sehen. Viele fühlen sich nicht ernst genommen, wenn sie solch eine Antwort bekommen nachdem sie gefragt haben: „ Was kann ich tun, um schnell besser zu werden?“ Diese Haltung haben wir wahrscheinlich unserem hektischen Internetzeitalter, in dem alles Wissen und Können stets sofort zu Verfügung zu stehen scheint, zu verdanken. Alles fließt, hat ein alter griechischer Philosoph mal gesagt. Und das heißt, alles ist in ständigem Wandel. Deswegen muss man sich, meiner Meinung nach, als Lehrer auch an die Bedürfnisse seiner Schüler und dem Lauf der Welt anpassen. Ich glaube, dass man sich heutzutage als ein über alles erhabener Meister und Vorturner nur noch schwer bei seinen Schülern Respekt verschaffen kann. Man sollte seinen Schülern das Gefühl geben, dass es einem wirklich am Herzen liegt, sie zum Erfolg zu führen. Das schafft eine Vertrauensbasis, auf der man aufbauen kann. Allerdings ist und bleibt das Üben der Weg zum Ziel. Doch was sich geändert hat ist meiner Meinung nach, die Art und Weise wie ein Lehrer dies seinen Schülern das vermitteln kann.

Diese Jungs standen geschlagene 25 Minuten in der Dehnung, dass nenne ich Beharrlichkeit.

Diese Jungs standen geschlagene 25 Minuten in der Dehnung, dass nenne ich Beharrlichkeit.

Vor einem halben Jahr z.B. habe ich eine neue Form erlernt. die Shaolin HuQuan. Unsere Schüler haben meine ersten, wackeligen Schritte in dieser Kampfform miterlebt und sehen nun jede Woche welche Fortschritte ich gemacht habe. Sie erleben mit, wie eisern ich übe. In diesen Momenten zeige ich ganz klar, dass auch ich immer noch ein Schüler bin. Dies sollte meines Erachtens jeder Lehrer, jeder Meister immer wieder tun. Nicht im Verborgenen, sondern im Kreise der Mitschüler denn es zeigt unverkennbar, dass ein Lehrerposten oder die Erfahrung in der Lehrtätigkeit nicht bedeuten, dass das beharrliche Lernen endet. Das zu sehen, erleichtert den Schülern ein “Du musst mehr Üben” als Antwort zu akzeptieren und sich davon nicht runterziehen zu lassen. Das Leben ist wie die Kampfkunst ein ewiges Lernen und nur der, der geduldig mit seinen eigenen Fähigkeiten ist, wird es meistern.

Nach dem harten Training muss man auch mal reden und zusammen lachen können.

Nach dem harten Training muss man auch mal reden und zusammen lachen können.

Wenn mich jemand fragt, was er tun muss, um in der Kampfkunst besser zu werden, dann lautet meine Antwort in etwa so: “Du wirst am schnellsten besser, wenn du beharrlich übst. Wenn du Geduld mit dir und deinem Körper hast! Achtsam und konzentriert trainierst. Wenn du die Kampfkunst zu einem Teil deines Tagesablaufs und letztlich zu einem Teil deines Lebens, ja sogar deiner Persönlichkeit machst. Sei dir im Klaren darüber, dass das Lernen niemals aufhören wird. Du wirst besser werden, aber es wird nie dazu kommen, dass du perfekt bist. Die ständige Verbesserung muss dir Antrieb genug sein.“ Wer diese Dinge nicht beherzigen will, wird die Kampfkunst wahrscheinlich nur kurze Zeit ausüben. Die Erkenntnis dazu muss aus einem selbst kommen, denn von außen aufgetragen ist sie nur eine Art Schminke, die abends wieder abgewaschen wird. Ein ehrliches Lächeln kommt auch von Herzen und kann niemals durch ein aufgemaltes Grinsen ersetzt werden. Für mich gilt folgender Satz im Leben und der Kampfkunst: Geduld und Beharrlichkeit leiten dich auf deinem Weg zu deinem ganz persönlichen Meistertitel. Zu diesem Titel gibt es keine Urkunde und keinen Gürtel. Doch er ist wertvoller als alles, was man für Geld kaufen kann. Denn Glück ist neben der Gesundheit, das einzige, was wohl niemals käuflich zu erwerben sein wird.
Habt Freude beim ewigen Lernen.

Jörg Roth

So, nun bist du wieder an der Reihe. Welche Meinung, welche Gedanken hast du zu diesem Thema. Spielen Geduld und Beharrlichkeit in deinem Leben eine Rolle? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Lass es uns wissen, wir freuen uns über das Teilen, Likes und natürlich deinen persönlichen Kommentar.

Bis zum nächsten Mal,
Das Team der Tai Chi Akademie Kaiserslautern